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Die Stromrechnung ist zu hoch: neun Ursachen, von der häufigsten zur seltensten

Fast jede zu hohe Stromrechnung hat eine erklärbare Ursache, und in den meisten Fällen liegt sie nicht beim Preis, sondern bei einem geschätzten Zählerstand oder einem zu niedrig angesetzten Teilbetrag. Diese Seite geht die Ursachen in der Reihenfolge durch, in der sie tatsächlich vorkommen, und nennt zu jeder die Zahl, an der Sie sie erkennen.

Dominik Kop Veröffentlicht 10 Min. Lesezeit

Der Maßstab: was ein Haushalt heuer zahlt

Bevor Sie nach einem Fehler suchen, brauchen Sie eine Vergleichszahl. Die E-Control erhebt jeweils zum Monatsersten, was das meistgenutzte Produkt des jeweiligen lokalen Anbieters kostet, vom Landesversorger bis zu den großen Stadtwerken. Für den 1. Oktober 2026 ergibt das Mittel über die dreizehn erhobenen Produkte, von uns nachgerechnet, bei einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden 1.073,59 Euro brutto im Jahr, also 30,67 Cent je Kilowattstunde. In dieser Zahl stecken bereits Netzentgelt, Elektrizitätsabgabe, Förderbeiträge und Umsatzsteuer.

  • 1.073,59 €Mittel der 13 lokalen Standardprodukte bei 3.500 kWh im Jahr, brutto
  • 30,67 ctje Kilowattstunde, inklusive Netz, Steuern und Abgaben
  • 89,47 €Zwölftel davon, als grober Anhaltspunkt für den Teilbetrag

Ein Richtwert ist das nicht, eher eine Orientierung. Die Spanne innerhalb derselben Erhebung reicht bei identem Verbrauch von 890,91 Euro bei der TIWAG in Tirol bis 1.218,11 Euro bei der Energie Klagenfurt; ein Teil dieses Abstands liegt am Energiepreis, ein Teil am Netzgebiet. Wenn Ihre Jahressumme in dieser Größenordnung liegt, stammt die Nachzahlung wahrscheinlich aus einem zu niedrig angesetzten Teilbetrag. Liegt sie weit darüber, arbeiten Sie die folgende Liste ab.

Die Prüfung der Reihe nach

Die Reihenfolge ist nicht beliebig gewählt. Sie beginnt bei dem, was in der Praxis am häufigsten schiefgeht, und endet bei dem, was selten vorkommt, dafür aber richtig teuer wird. Für die ersten sechs Schritte brauchen Sie nur die Rechnung, einen Taschenrechner und einen Blick auf den Zähler.

  1. Zählerstand ablesen Notieren Sie Stand und Datum, am besten mit einem Foto, und vergleichen Sie beides mit dem Endstand auf der Rechnung. Weichen die Werte stark ab, obwohl seit der Abrechnung nur wenige Wochen vergangen sind, war der abgerechnete Stand nicht gemessen.
  2. Ermittlungsart nachsehen Auf jeder Rechnung muss stehen, wie der Wert zustande kam: Ablesung durch den Netzbetreiber, Selbstablesung, Fernauslesung oder rechnerische Ermittlung. Findet sich dort das Wort rechnerisch, haben Sie die Ursache meist schon.
  3. Zeitraum zählen Vom ersten bis zum letzten Tag der Abrechnung. Sind es mehr als zwölf Monate, ist ein Teil der Nachforderung schlicht zusätzliche Zeit und kein höherer Preis.
  4. Verbrauch mit dem Vorjahr vergleichen Die grafische Gegenüberstellung gehört verpflichtend auf die Rechnung. Ein Sprung um mehrere hundert Kilowattstunden deutet auf ein neues oder defektes Gerät, eine gleiche Menge bei höherer Summe auf einen gestiegenen Preis.
  5. Arbeitspreis nachrechnen Teilen Sie den reinen Energiebetrag durch die verrechneten Kilowattstunden. Der Wert in Cent muss zu dem passen, was in Ihrem Vertrag steht. Tut er das nicht, ist in aller Regel ein Rabatt ausgelaufen.
  6. Teilbeträge zusammenzählen Die geleisteten Akonto-Zahlungen ergeben eine Summe. Liegt sie deutlich unter der Jahressumme, war der Teilbetrag zu niedrig angesetzt, und die Nachzahlung war rechnerisch absehbar.
  7. Zählpunkt vergleichen Die Zählpunktnummer auf der neuen Rechnung muss mit jener auf der alten übereinstimmen. Verwechslungen zeigen sich nach Umzug oder Zählertausch zuerst hier.

Jede einzelne Position erklärt Stromrechnung prüfen, die zwölf typischen Fehlerstellen der Ratgeber zur falschen Jahresabrechnung.

Geschätzt statt abgelesen

Bei einem herkömmlichen Zähler verlangt § 53 ElWG, dass er zumindest einmal jährlich ab- oder ausgelesen wird und mindestens alle drei Jahre der Netzbetreiber selbst abliest. Schätzen darf der Netzbetreiber laut derselben Bestimmung nur, wenn zweierlei zusammenkommt: Sie haben die angebotene Möglichkeit zur Selbstablesung nicht genutzt, und sein Ableseversuch ist aus einem Grund gescheitert, der in Ihrem Bereich liegt. In der Praxis wird trotzdem häufig gerechnet, und genau dort entsteht die häufigste Abweichung. Fehlt eine der beiden Voraussetzungen, können Sie die Schätzung beanstanden.

Für diese Rechnung gibt § 56 den Rahmen vor: Sie darf ausschließlich auf den historischen Daten Ihres Zählpunkts oder auf standardisierten Lastprofilen beruhen und muss nachvollziehbar sein. Ein Lastprofil bildet einen durchschnittlichen Haushalt ab. Wer im Vorjahr ungewöhnlich wenig verbraucht hat, etwa wegen einer leerstehenden Wohnung oder eines langen Auslandsaufenthalts, bekommt für das Folgejahr einen zu niedrigen Wert geschätzt, und die Differenz kommt mit der nächsten Abrechnung geballt.

Die Korrektur kostet Sie nichts. Weicht die rechnerisch ermittelte Menge vom tatsächlichen Verbrauch ab, hat der Netzbetreiber nach § 56 des Elektrizitätswirtschaftsgesetzes eine unentgeltliche Rechnungskorrektur vorzunehmen. Das gilt auch dann, wenn Sie den echten Zählerstand erst nach Erhalt der Rechnung melden.

Die Selbstablesung ist im Gesetz ausdrücklich vorgesehen. Melden Sie den Stand, muss der Netzbetreiber eine Plausibilitätskontrolle durchführen, also prüfen, ob der Wert zu Ihrer Verbrauchsgeschichte passt. Wie Sie das verlässlich anstellen und was Sie dabei dokumentieren sollten, steht unter Zählerstand selbst melden. Wie Sie gegen eine bereits verschickte Schätzung vorgehen, bis hin zur korrigierten Rechnung, zeigt Stromrechnung geschätzt.

Zu niedriger Teilbetrag, ausgelaufener Rabatt

Der Teilbetrag ist eine Akonto-Zahlung und keine Aussage über Ihre Kosten. Wird er zu niedrig angesetzt, verschiebt sich die Summe nur nach hinten. Beim heurigen Durchschnittswert entspräche ein Zwölftel etwa 89,47 Euro im Monat. Wer mit 55 Euro über das Jahr kommt, ohne besonders sparsam zu leben, bekommt die Differenz mit der Jahresabrechnung präsentiert.

Unangenehm wird es, weil zwei Dinge zusammenfallen: Der Erlagschein über die Nachzahlung kommt, und im selben Monat wird der neue, höhere Teilbetrag fällig. Dagegen gibt es ein klares Recht. Nach § 28 des Elektrizitätswirtschaftsgesetzes können Haushaltskunden eine Nachzahlung auf bis zu zwölf Monatsraten aufteilen, in begründeten Fällen auf bis zu achtzehn, und die Fälligkeit des Gesamtbetrags entfällt damit. Wie Sie das formulieren, steht unter Nachzahlung Strom; wie Sie den laufenden Teilbetrag auf eine realistische Höhe bringen, unter Teilbetrag anpassen lassen. Wer vom ORF-Beitrag befreit ist, prüft außerdem, ob der Sozialtarif mit 6 Cent je Kilowattstunde schon angewendet wird.

Die zweite Ursache in dieser Gruppe ist ein Rabatt, der nur für das erste Vertragsjahr galt. Danach greift der Standardpreis, ohne dass Sie etwas unterschrieben hätten. Sichtbar wird das nur im Cent-Wert: Fünf Cent Unterschied je Kilowattstunde ergeben bei 3.500 Kilowattstunden schon 175,00 Euro netto im Jahr, bei unverändertem Verbrauch.

Was ein Wechsel bringen kann, zeigt derselbe Preismonitor: In Wien lag das günstigste Angebot am 1. Oktober 2026 um 124,30 Euro unter dem meistgenutzten Produkt des lokalen Anbieters, den einmaligen Wechselrabatt eingerechnet, ohne diesen Rabatt um 118,26 Euro. In Salzburg waren es mit Rabatt 234,01 Euro, in Tirol war der lokale Anbieter selbst der günstigste. Ob sich ein Wechsel in Ihrem Fall lohnt oder ob im bestehenden Vertrag mehr drin ist, behandelt Wechseln oder bleiben, die Ansätze ohne Wechsel sammelt Stromkosten senken.

Grundversorgung und Netzentgelte

In die Grundversorgung rutscht man meist, ohne es zu bemerken: Der Lieferant hat den Vertrag beendet, ein Anbieter ist vom Markt verschwunden, oder nach einem Umzug wurde nie ein neuer Vertrag abgeschlossen. Nach § 30 des Elektrizitätswirtschaftsgesetzes muss der Lieferant zu jenem Preis versorgen, den er Neukundinnen und Neukunden für sein Standardprodukt anbietet. Eine Sicherheitsleistung darf höchstens einen Monatsrechnungsbetrag ausmachen und ist nach sechs Monaten ohne Zahlungsverzug zurückzuerstatten. Was das im Alltag bedeutet, steht unter Grundversorgung.

Bei den Netzentgelten fällt die Antwort für 2026 nüchterner aus, als viele erwarten. Laut Aussendung der E-Control vom 18. Dezember 2025 steigen die Stromnetzentgelte für Haushalte im Österreichschnitt um etwa 1,3 Prozent, bei 3.500 Kilowattstunden also um rund fünf Euro im Jahr. Eine Nachzahlung von mehreren hundert Euro erklärt das nicht.

Was sehr wohl einen Unterschied macht, ist das Netzgebiet, in dem Sie wohnen. In Kärnten kosten Netznutzung, Pauschale, Netzverlust und Messung bei 3.500 Kilowattstunden 434,13 Euro im Jahr, in Vorarlberg 260,56 Euro. Das sind 173,58 Euro Abstand für dieselbe Menge Strom, ohne dass Sie daran etwas ändern könnten, weil der Netzbetreiber an der Adresse hängt. Nach einem Umzug über die Landesgrenze ist genau das oft die Erklärung. Die Ansätze aller vierzehn Netzbereiche stehen unter Netzkosten senken, die Veränderungen zum Jahreswechsel unter Netzkosten 2026.

Ein neues Gerät, ein defektes Gerät

Erst wenn Preis, Zeitraum und Zählerstand geklärt sind, lohnt der Blick auf den Verbrauch selbst. Jede zusätzliche Tausend Kilowattstunden kostet beim heurigen Durchschnitt rund 270,53 Euro im Jahr. Gerechnet ist dabei nur der Teil des Preises, der mit der Menge mitgeht, rund 27,05 Cent je Kilowattstunde, denn Pauschale und Messentgelt fallen ohnehin an. Eine Wärmepumpe, ein Klimagerät oder ein E-Auto, das seit dem Frühjahr in der Garage lädt, bewegen sich in dieser Größenordnung und darüber.

Bei Wärmepumpe und Wallbox kommt ein zweiter, einmaliger Posten dazu, sobald die vereinbarte Anschlussleistung erhöht wird: das Netzbereitstellungsentgelt. Es liegt je nach Netzbereich zwischen 167,00 Euro und 293,63 Euro je Kilowatt, was bei einer Aufstockung um sechs Kilowatt rasch vierstellig wird. Ob die höhere Leistung überhaupt nötig ist, klärt Wärmepumpe und Wallbox.

Die stillere Variante ist ein Dauerverbraucher, von dem niemand weiß. Ein Gerät mit 50 Watt, das rund um die Uhr läuft, kommt auf 438 Kilowattstunden im Jahr und damit auf rund 118,49 Euro. Suchen lässt sich das mit einem einfachen Versuch: abends alles abschalten, Stecker ziehen, den Zähler beobachten. Wer die Viertelstundenwerte freischalten lässt, sieht im Netzportal zusätzlich, zu welcher Tageszeit der Grundverbrauch anfällt.

Zu langer Zeitraum, falscher Zählpunkt

Rechnungen für Stromlieferung und Netznutzung sind nach § 43 des Elektrizitätswirtschaftsgesetzes mindestens einmal jährlich und kostenfrei zu legen. Verschiebt sich die Ablesung, umfasst ein Abrechnungszeitraum schon einmal vierzehn Monate, während zwölf Teilbeträge dagegenstehen. Die Rechnung ist dann formal richtig und die Nachzahlung trotzdem kein Zeichen für gestiegene Preise. Zwei Monate Verbrauch entsprechen beim Durchschnittshaushalt etwa 178,93 Euro.

Fristen, die für Sie arbeiten. Jahresrechnungen sind nach § 44 spätestens sechs Wochen nach Vorliegen des Jahresverbrauchs zu legen, Monatsrechnungen spätestens zwei Wochen nach Vorliegen des Monatsverbrauchs.

Zusätzlich können Sie einmal jährlich eine kostenlose Zwischenrechnung verlangen. Das ist der einfachste Weg, eine Nachzahlung nicht erst nach zwölf Monaten zu bemerken.

Bleibt der seltenste Fall, der zugleich der ärgerlichste ist: die falsche Zuordnung. Nach einem Umzug wird die Zählpunktnummer der Nachbarwohnung weitergeführt, oder bei einem Zählertausch übernimmt niemand den Endstand des alten Zählers sauber in den Anfangsstand des neuen. Weil die Zählerstände nach § 42 auf der Rechnung stehen müssen, lässt sich das nachrechnen: Die Differenz am alten Zähler plus jene am neuen muss exakt die verrechnete Menge ergeben. Stimmt sie nicht, sammeln Sie beide Zählernummern, beide Stände und das Tauschdatum. Wo die Nummer des Zählpunkts auf Rechnung und Vertrag steht, zeigt Zählpunkt finden; was beim Aus- und Einzug zu melden ist, damit die Zuordnung gar nicht erst verrutscht, steht unter Stromrechnung nach dem Umzug.

Wenn die Rechnung nicht stimmt

Reklamieren Sie schriftlich, je nach strittiger Position beim Lieferanten oder beim Netzbetreiber, und legen Sie Zählerstand, Ablesedatum und das Foto vom Zähler bei. Setzen Sie eine Frist und verlangen Sie ausdrücklich eine korrigierte Rechnung statt einer Gutschrift auf dem laufenden Konto, weil sich der Fehler sonst ins nächste Jahr fortschreibt.

Führt das zu nichts, gibt es die Streitschlichtung der E-Control. Nach § 26 des Energie-Control-Gesetzes hat sich die Behörde zu bemühen, binnen sechs Wochen eine einvernehmliche Lösung herbeizuführen; bei Verbraucherstreitigkeiten ist die Bundesarbeitskammer einzubinden. Während des Verfahrens ist die Fälligkeit des strittigen Betrags aufgeschoben, wobei das Unternehmen bis zur Höhe der bisherigen Durchschnittszahlung weiter verlangen darf. Das Verfahren selbst ist laut E-Control kostenlos; nur Porto oder Kopien zahlen Sie selbst. Die Arbeiterkammer berät ihre Mitglieder zu Energiefragen, und mit dem Tarifkalkulator der E-Control vergleichen Sie Angebote selbst.

Zur zeitlichen Grenze: Forderungen aus der Lieferung von Sachen verjähren nach § 1486 ABGB in drei Jahren. Eine alte Nachforderung kann also noch Thema sein, aber nicht unbegrenzt lange. Für den umgekehrten Fall, die Rückforderung zu viel gezahlter Beträge, kann im Einzelfall eine andere Frist gelten; das gehört abgeklärt, bevor man Geld abschreibt.

Wenn Sie das nicht selbst durchgehen wollen, übernehmen wir es: Wir rechnen Jahresabrechnung, Teilbeträge und Netzanteil gegen die geltenden Verordnungswerte und sagen Ihnen, was davon berechtigt ist. Die Prüfung kostet nichts; ein Anteil fällt erst an, wenn etwas zurückkommt oder Ihre laufenden Kosten sinken, und seine Höhe steht im Auftrag, bevor Sie unterschreiben.

Quellen

Alle Zahlen dieser Seite stammen aus den folgenden Stellen. Wo sich eine Angabe seit dem Abruf geändert haben kann, steht das im Text dabei.

  1. RIS, Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG), BGBl. I Nr. 91/2025 — § 28 Ratenzahlung, § 30 Grundversorgung, § 36 Gestützter Preis, § 42 Mindestanforderungen an Rechnungen, § 43 Abrechnungszeitraum, § 44 Zeitliche Vorgaben, § 53 Auslesung, § 56 Rechnerische Ermittlung, § 188 Inkrafttreten (abgerufen 09. Oktober 2026)
  2. RIS, Energie-Control-Gesetz § 26 (Streitschlichtung) (abgerufen 09. Oktober 2026)
  3. E-Control, Strompreismonitor, Stichtag 1. Oktober 2026 — S. 1: „Preise der lokalen Anbieter“ bei 3.500 kWh (daraus unser Mittelwert und der Netzanteil mit Wien Energie, 1.141,14 Euro); günstigstes Angebot je Netzgebiet mit und ohne Neukundenrabatt: Ersparnis Wien 124,30 bzw. 118,26 Euro, Salzburg 234,01 Euro, Tirol 0 Euro (abgerufen 09. Oktober 2026)
  4. Wiener Netze, Preisblatt Messleistungsentgelt — Drehstromzählung 2,18 Euro im Monat, Grundlage des Netzanteils Wien (abgerufen 09. Oktober 2026)
  5. Vorarlberger Energienetze, Preisblatt Messpreise 2026 — Drehstrom ohne Steuerfunktion 1,60 Euro im Monat (abgerufen 09. Oktober 2026)
  6. E-Control, Archiv des Strom- und Gaspreismonitors — monatliche Ausgaben (abgerufen 09. Oktober 2026)
  7. RIS, Systemnutzungsentgelte-Verordnung 2018 idF BGBl. II Nr. 305/2025 — Netznutzungs- und Netzverlustentgelt Netzebene 7, in Kraft seit 1. Jänner 2026 (abgerufen 09. Oktober 2026)
  8. RIS, Systemnutzungsentgelte-Verordnung 2018, geltende Fassung — § 5 Pauschale der Netzebene 7, § 10 Höchstpreis für Messleistungen (abgerufen 09. Oktober 2026)
  9. RIS, Erneuerbaren-Förderbeitragsverordnung 2026, BGBl. II Nr. 301/2025 — Netzebene 7, Zählpunktanteil (abgerufen 09. Oktober 2026)
  10. RIS, Erneuerbaren-Förderpauschale-Verordnung 2025, BGBl. II Nr. 416/2024 — Netzebene 7, gilt für 2025 bis 2027 (abgerufen 09. Oktober 2026)
  11. RIS, Elektrizitätsabgabegesetz § 7 (befristete Senkung 2026) (abgerufen 09. Oktober 2026)
  12. RIS, ABGB § 1486 (dreijährige Verjährung) (abgerufen 09. Oktober 2026)
  13. E-Control, Nur leicht steigende Stromnetzentgelte für 2026, Aussendung vom 18. Dezember 2025 (abgerufen 09. Oktober 2026)
  14. E-Control, Häufige Fragen und Antworten zur Schlichtungsstelle — Frage „Muss ich für das Verfahren etwas bezahlen?“ (abgerufen 09. Oktober 2026)
  15. E-Control, Sozialtarif für Strom — 6 Cent je kWh für höchstens 2.900 kWh, darüber Preisdeckel, gilt seit 1. April 2026 (abgerufen 09. Oktober 2026)
  16. RIS, Maß- und Eichgesetz § 47 (Befundprüfung) (abgerufen 09. Oktober 2026)
  17. Salzburg Netz, Zählerüberprüfungsantrag Stromzähler — gültig ab 1. Dezember 2025: Prüfung vor Ort 48 Euro, Befundprüfung durch das BEV 314 Euro, Ausbau 24 Euro, Kosten nur bei richtig messendem Zähler (abgerufen 09. Oktober 2026)
  18. Arbeiterkammer, Beratungsseite Energie (abgerufen 09. Oktober 2026)
  19. E-Control, Tarifkalkulator (abgerufen 09. Oktober 2026)

Häufige Fragen

Woran erkenne ich, dass mein Zählerstand geschätzt wurde?

Auf jeder Stromrechnung muss stehen, wie der Verbrauch ermittelt wurde: durch Ablesung des Netzbetreibers, durch Selbstablesung, durch Fernauslesung oder rechnerisch. Findet sich dort ein Hinweis auf eine rechnerische Ermittlung, wurde nicht gemessen, sondern aus Ihren historischen Werten oder einem standardisierten Lastprofil hochgerechnet. Die Gegenprobe dauert zwei Minuten: Zählerstand ablesen und mit dem Endstand der Rechnung vergleichen. Passt das nicht zusammen, melden Sie den echten Stand. Die Korrektur muss der Netzbetreiber nach § 56 des Elektrizitätswirtschaftsgesetzes unentgeltlich vornehmen.

Wie hoch ist eine normale Stromrechnung in Österreich 2026?

Die E-Control hat zum 1. Oktober 2026 für einen Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden im Jahr die meistgenutzten Produkte der 13 lokalen Anbieter erhoben, vom Landesversorger bis zu den großen Stadtwerken. Das Mittel daraus, von uns nachgerechnet, liegt bei 1.073,59 Euro brutto im Jahr, also 30,67 Cent je Kilowattstunde inklusive Netzentgelt, Steuern und Abgaben. Die Spanne reicht bei identem Verbrauch von 890,91 Euro bis 1.218,11 Euro, je nach Bundesland und Anbieter. Ein amtlicher Richtwert ist das nicht, sondern eine Erhebung der lokalen Standardprodukte; günstigere Angebote lagen im selben Monat darunter.

Muss ich eine Nachzahlung sofort auf einmal begleichen?

Nein. Haushaltskundinnen, Haushaltskunden und Kleinunternehmen haben nach § 28 des Elektrizitätswirtschaftsgesetzes ein Recht auf Ratenzahlung, wenn aus einer Rechnung eine Nachzahlung entsteht. Die Laufzeit beträgt bis zu zwölf Monate, in begründeten Fällen bis zu achtzehn. Sie bestimmen innerhalb dieser Grenzen selbst, auf wie viele Raten aufgeteilt wird, und dürfen jederzeit vorzeitig zurückzahlen. Sobald Sie die Ratenzahlung in Anspruch nehmen, ist der Gesamtbetrag aus der Rechnung nicht mehr auf einen Schlag fällig.

Wie viel von meiner Stromrechnung geht an den Netzbetreiber?

Einen amtlich veröffentlichten Prozentsatz für 2026 gibt es nicht, und die im Netz kursierenden 25 bis 30 Prozent beruhen auf älteren Tarifen. An einem Wiener Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden nachgerechnet, mit dem Preis der Wien Energie vom 1. Oktober 2026, entfallen rund 37 Prozent der Bruttorechnung auf Netznutzung, Pauschale, Netzverlust und Messung. Der Anteil schwankt stark: In Kärnten kosten diese vier Posten bei diesem Verbrauch 434,13 Euro netto im Jahr, in Vorarlberg 260,56 Euro. Den Netzbetreiber können Sie nicht wechseln, er hängt an Ihrer Adresse.

Darf der Abrechnungszeitraum länger als zwölf Monate sein?

Rechnungen für die Stromlieferung und für die Netznutzung sind nach § 43 des Elektrizitätswirtschaftsgesetzes mindestens einmal jährlich und kostenfrei zu legen. In der Praxis rutscht ein Abrechnungszeitraum trotzdem manchmal auf dreizehn oder vierzehn Monate. Dann stehen zwölf Teilbeträge einem längeren Verbrauchszeitraum gegenüber, und die Differenz erscheint als Nachzahlung, obwohl weder Preis noch Verbrauch gestiegen sind. Zählen Sie deshalb die Tage nach, bevor Sie den Preis verdächtigen.

Wie hoch ist die Elektrizitätsabgabe 2026?

Für Privathaushalte beträgt sie heuer 0,1 Cent je Kilowattstunde, bei 3.500 Kilowattstunden also 3,50 Euro im Jahr. Der Regelsatz des Elektrizitätsabgabegesetzes liegt bei 1,5 Cent; die Senkung ist auf 2026 befristet und läuft mit 31. Dezember 2026 aus. Für Betriebe gelten 0,82 Cent. Beim Nachrechnen ist das eine echte Stolperstelle: In vielen Rechnern und Ratgebern im Netz stehen für 2026 noch die 1,5 Cent, und die daraus entstehende Differenz sieht aus wie ein Fehler des Lieferanten.

Wie finde ich einen heimlichen Dauerverbraucher?

Schalten Sie abends alle Geräte ab, ziehen Sie Stecker und Netzteile und sehen Sie dann auf den Zähler. Läuft er weiter, zieht etwas Strom, das Sie nicht auf der Rechnung haben wollen: ein alter Kühlschrank in der Garage, eine Umwälzpumpe im Dauerbetrieb, ein defektes Heizband. Ein Verbraucher mit 50 Watt rund um die Uhr kommt auf 438 Kilowattstunden im Jahr und kostet mit dem verbrauchsabhängigen Teil des Durchschnittspreises, rund 27,05 Cent je Kilowattstunde, etwa 118,49 Euro. Mit freigeschalteten Viertelstundenwerten sehen Sie im Netzportal, wann der Grundverbrauch anfällt.

Kann der Stromzähler falsch zählen, und wie lasse ich ihn prüfen?

Möglich ist das, doch bevor Sie den Zähler verdächtigen, schließen Sie die häufigeren Ursachen aus: Abschaltversuch machen, Zählernummer und Stände mit der Rechnung vergleichen. Bleibt der Zweifel, wenden Sie sich an den Netzbetreiber, dem der Zähler gehört. Wird bezweifelt, dass ein Messgerät richtig anzeigt, prüft es die Eichbehörde (Befundprüfung, § 47 Maß- und Eichgesetz); viele Netzbetreiber bieten zusätzlich eine eigene Prüfung vor Ort oder in ihrer Prüfstelle an. Laut Antragsformular der Salzburg Netz zahlen Sie nur, wenn sich herausstellt, dass der Zähler innerhalb der zulässigen Fehlergrenzen misst: dort 48 Euro für die Prüfung vor Ort, 314 Euro für die Befundprüfung durch das Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen und 24 Euro für den Ausbau, jeweils inklusive Umsatzsteuer.

Der Lieferant antwortet nicht. Was kann ich tun?

Reklamieren Sie zuerst schriftlich beim Unternehmen, mit Zählerstand, Ablesedatum und einer gesetzten Frist. Bleibt die Antwort aus, können Sie die Streitschlichtung der E-Control in Anspruch nehmen. Nach § 26 des Energie-Control-Gesetzes hat sich die Behörde zu bemühen, innerhalb von sechs Wochen eine einvernehmliche Lösung herbeizuführen; bei Verbraucherstreitigkeiten ist die Bundesarbeitskammer einzubinden. Während des Verfahrens ist die Fälligkeit des strittigen Betrags aufgeschoben, der bisherige Durchschnittsbetrag darf aber weiter verlangt werden. Die Arbeiterkammer berät ihre Mitglieder zu Energiefragen.

Bin ich in der Grundversorgung automatisch teurer dran?

Nicht automatisch, aber in aller Regel. Nach § 30 des Elektrizitätswirtschaftsgesetzes müssen Lieferanten Haushalte, die sich auf die Grundversorgung berufen, zu jenem Preis versorgen, den sie Neukundinnen und Neukunden für ihr Standardprodukt anbieten. Das ist eine Absicherung nach unten und selten das günstigste Angebot am Markt. Eine Sicherheitsleistung darf höchstens einen Monatsrechnungsbetrag ausmachen und ist nach sechs Monaten ohne Zahlungsverzug zurückzuerstatten. In die Grundversorgung rutscht man häufig, ohne es zu bemerken.

Gibt es noch eine Strompreisbremse?

Für alle Haushalte nicht mehr. Der Stromkostenzuschuss, den viele Strompreisbremse nennen, deckelte den Energiepreis für die ersten 2.900 Kilowattstunden im Jahr und endete für Haushalte mit 31. Dezember 2024; der Netzkostenzuschuss lief zum selben Zeitpunkt aus. Wer eine Abrechnung aus 2024 mit einer aktuellen vergleicht, sieht deshalb einen Sprung, der nicht am Anbieter liegt. Für Haushalte, die vom ORF-Beitrag befreit sind, gibt es seit 1. April 2026 wieder einen Deckel: den Sozialtarif nach dem Elektrizitätswirtschaftsgesetz mit 6 Cent je Kilowattstunde für bis zu 2.900 Kilowattstunden im Jahr, darüber einen quartalsweise festgelegten Höchstpreis. Netzentgelte, Steuern und Abgaben zahlen auch diese Haushalte in voller Höhe.

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