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Netzkosten in der Steiermark: warum die Adresse über 116 Euro entscheidet

Kein anderes Bundesland ist beim Netzentgelt so gespalten wie die Steiermark. Diese Seite rechnet beide Netzbereiche gegeneinander, zeigt, warum eine Grazer Adresse nicht automatisch den günstigen Tarif bedeutet, und was seit dem Wegfall des Nachtstromtarifs am 1. April 2026 gilt.

Netzentgelte in der Steiermark auf einen Blick

  • 8,82 Cent je kWh Netznutzung
    Netzebene 7, ohne Leistungsmessung
  • 403,26 € Netzkosten pro Jahr
    bei 3.500 kWh, ohne Steuern
  • Platz 12 von 13 Netzbereichen
    günstigster zuerst gereiht
  • +56,23 € gegenüber dem Mittel
    aller Netzbereiche Österreichs

Preisansätze aus der Systemnutzungsentgelte-Verordnung 2018 (SNE-V 2018), Fassung BGBl. II Nr. 305/2025, in Kraft seit 1. Jänner 2026. Netzbereich Steiermark, abgerechnet von der Energienetze Steiermark GmbH. Die Jahressumme ist aus Arbeitspreis, Pauschale, Netzverlustentgelt und Messentgelt gerechnet — ohne Energiepreis, Elektrizitätsabgabe und Umsatzsteuer.

Zwei Netzbereiche, 116 Euro Unterschied

In keinem anderen Bundesland klaffen die Netzentgelte so weit auseinander wie hier. Außerhalb von Graz kostet die Netznutzung auf der Netzebene 7 einen Arbeitspreis von 8,82 Cent je Kilowattstunde, im Netzbereich Graz sind es 5,17 Cent. Das ist ein Aufschlag von knapp 71 Prozent auf dieselbe Kilowattstunde, geliefert über dieselben Leitungsarten und geregelt von derselben Behörde.

Für einen Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden im Jahr stehen am Ende 403,26 Euro Netzkosten im Landesgebiet und 286,78 Euro im Netzbereich Graz. Die 116,48 Euro Unterschied hängen weder am Verbrauch noch am Stromanbieter, sondern allein an der Adresse. In der Reihung weiter unten liegt Graz auf Platz 2 von 13 Netzbereichen, das übrige Land auf Platz 12.

Dahinter steckt die Geografie. Ein Stadtnetz verteilt seine Kosten auf sehr viele Zählpunkte je Leitungskilometer, ein Flächennetz vom Murtal bis in die Obersteiermark auf wenige. Wie ein Netzentgelt überhaupt zustande kommt, steht in unserem Beitrag Was ist ein Netzentgelt.

Eine Grazer Adresse bedeutet nicht automatisch den Netzbereich Graz

Den Netzbereich Graz bespielt die Stromnetz Graz GmbH & Co KG, eine hundertprozentige Tochter der Energie Graz, die wiederum zu 51 Prozent der Holding Graz und zu 49 Prozent der Energie Steiermark gehört. Sie betreibt rund 3.500 Kilometer Leitungen für etwa 150.000 Kundinnen und Kunden und ist ausschließlich innerhalb der Stadtgrenze tätig.

Das Stadtgebiet deckt sie allerdings nicht lückenlos ab. In großen Teilen von Gösting und Andritz sowie in Teilen von Lend versorgt die E-Werk Gösting Stromversorgungs GmbH die Haushalte, dazu Thal, Stattegg, Weinitzen, Hitzendorf und Rohrbach-Steinberg, insgesamt rund 72 Quadratkilometer mit über 20.000 Kundinnen und Kunden. Auf ihrem Preisblatt mit Gültigkeit ab 1. Jänner 2026 ist als Netzbereich Steiermark eingetragen, mit 10,58 Cent je Kilowattstunde inklusive Umsatzsteuer. Das sind genau die 8,82 Cent des Flächentarifs. Wer in Gösting wohnt, hat eine Grazer Postleitzahl und den Preis des Umlands.

Prüfen Sie den Arbeitspreis, nicht die Postleitzahl. Auf Ihrer Abrechnung steht der verrechnete Ansatz für die Netznutzung. 8,82 Cent netto oder 10,58 Cent brutto bedeuten Netzbereich Steiermark, 5,17 netto oder 6,20 brutto bedeuten Netzbereich Graz. Weicht der Betrag von beiden ab, gehört die Abrechnung angesehen. Wie das geht, steht unter Stromrechnung prüfen.

Viele Netzbetreiber, ein Preis

Der Tarif hängt am Netzbereich und nicht am Unternehmen, das die Rechnung schreibt. Im Netzbereich Steiermark sind neben der Energienetze Steiermark GmbH auch die Feistritzwerke und die Stadtwerke von Kapfenberg, Mürzzuschlag, Voitsberg, Judenburg, Köflach, Bruck an der Mur und Hartberg tätig, dazu das erwähnte E-Werk Gösting. Sie alle verrechnen dieselben verordneten Ansätze und gleichen die Unterschiede untereinander über Zahlungen aus, die in der Verordnung namentlich aufgelistet sind.

Die Energienetze Steiermark GmbH selbst gehört zur Energie Steiermark AG und betreibt mehr als 32.000 Kilometer Stromleitungen sowie rund 4.200 Kilometer Gasleitungen für etwa eine halbe Million Kundinnen und Kunden. Ein Wechsel zu einem der kleineren Betreiber im selben Netzbereich würde am Preis nichts ändern und ist ohnehin nicht vorgesehen.

Seit 1. April 2026 gibt es im Netz keinen Nachtstrom mehr

Die Steiermark und Graz gehörten zu den vier Netzbereichen, in denen für Haushalte ohne Leistungsmessung noch ein Doppeltarif verordnet war, also getrennte Preise für Tag und Nacht. Bis 31. März 2026 galten im Netzbereich Steiermark 9,25 Cent zwischen 6 und 22 Uhr und 8,30 Cent in der Nacht, in Graz 5,25 und 4,85 Cent. Mit Ablauf dieses Tages sind die Ansätze außer Kraft getreten, seither wird auch für Doppeltarifzähler der Einheitstarif verrechnet.

Unterm Strich ist Nachtstrom im Netzbereich Steiermark damit um 0,52 Cent je Kilowattstunde teurer geworden und Tagstrom um 0,43 Cent billiger. Bei 1.000 Kilowattstunden, die in der Nacht anfallen, macht das 5,20 Euro mehr im Jahr. In Graz sind es 0,32 Cent Aufschlag in der Nacht und 0,08 Cent Nachlass am Tag. Haushalte mit Nachtspeicherofen oder Nachtboiler trifft die Umstellung, während die Ersparnis nun in der Mittagszeit liegt: Von 1. April bis 30. September gilt zwischen 10 und 16 Uhr der Sommer-Nieder-Arbeitspreis von 7,06 statt 8,82 Cent, in Graz 4,14 statt 5,17 Cent. Voraussetzung dafür ist, dass Ihr Zähler viertelstundenscharf misst und der Netzbetreiber die Werte ausliest, wie es unter Viertelstundenwerte beschrieben ist.

Warum eine Energiegemeinschaft außerhalb von Graz mehr bringt

Der Rabatt für Teilnehmer einer Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft ist in Prozent festgelegt, und er wirkt deshalb dort am stärksten, wo der Arbeitspreis hoch ist. Im Netzbereich Steiermark sinkt er im Lokalbereich von 8,82 auf 3,79 Cent, das sind gut 50 Euro je 1.000 zugeordneter Kilowattstunden. Im Netzbereich Graz geht es von 5,17 auf 2,22 Cent, also rund 30 Euro. Der ländliche Raum holt sich mit diesem Hebel einen guten Teil seines Nachteils zurück.

Beispiele gibt es in der Steiermark einige, etwa die EEG Premstätten als privat gegründeten Verein, die Energiegemeinschaft Südsteiermark oder die BEG Steiermark Plus. Kostenlose Auskunft gibt die Steirische Koordinationsstelle für Energiegemeinschaften bei der Energie Agentur Steiermark, erreichbar montags und mittwochs von 13 bis 16 Uhr. Was ein Beitritt konkret voraussetzt, steht unter Energiegemeinschaft beitreten. Mit dem Elektrizitätswirtschaftsgesetz, das am 1. Oktober 2026 in Kraft tritt, kommen weitere Modelle dazu; wie sich die Entgelte dabei genau verhalten, ist noch nicht in allen Punkten geklärt.

Beim Gas geht es 2026 in die andere Richtung

Während sich beim Stromnetz in der Steiermark heuer wenig bewegt hat, sind die Gasnetzentgelte zum 1. Jänner 2026 um 27,7 Prozent gestiegen, bei einem österreichweiten Schnitt von 18,2 Prozent. Für Gas gilt eine eigene Verordnung, die Zonen folgt und nicht den Netzbereichen des Stroms. Wer beides bezieht, sollte sich die zwei Rechnungen im selben Durchgang ansehen, weil die Fehler erfahrungsgemäß an den Übergängen sitzen. Einen Überblick über alle Ansätze bietet die Seite Netzkosten senken.

Was Sie in der Steiermark für das Netz zahlen — nachgerechnet

Ein Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden im Jahr, Netzebene 7 ohne Leistungsmessung — der Normalfall in einer Wohnung oder einem Einfamilienhaus. Alle Ansätze stehen in der Verordnung, die Summe rechnet diese Seite daraus.

Netzkosten in der Steiermark bei 3500 kWh Jahresverbrauch
Position Ansatz Pro Jahr
Netznutzungsentgelt, Arbeitspreis 8,82 Cent/kWh 308,70 €
Netznutzungsentgelt, Pauschale 54,00 € pro Jahr 54,00 €
Netzverlustentgelt 0,34 Cent/kWh 11,76 €
Entgelt für Messleistungen 2,40 € pro Monat 28,80 €
Netzkosten gesamt 403,26 €

Das Messentgelt ist gedeckelt: § 10 Abs. 1 SNE-V erlaubt höchstens 2,40 € im Monat für eine Drehstromzählung. Die Energienetze Steiermark GmbH verrechnet laut Preisblatt 2,40 € und schöpft den Rahmen damit voll aus. Dazu kommen auf der Rechnung noch Energiepreis, Elektrizitätsabgabe und 20 Prozent Umsatzsteuer, die nicht am Netzbereich hängen.

Steiermark hat zwei Netzbereiche — der Preis hängt an der Adresse, nicht am Bundesland.

Neben dem Netzbereich Steiermark gilt in der Steiermark der Netzbereich Graz mit 5,17 Cent je Kilowattstunde. Für denselben Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden sind das 286,78 € im Jahr statt 403,26 € — ein Unterschied von 116,48 €, für den niemand etwas kann und den man auch nicht verhandeln kann. Auf Ihrer Rechnung steht, welcher Bereich für Sie gilt.

Steiermark im Vergleich mit allen Netzbereichen Österreichs

Dieselbe Kilowattstunde, dasselbe Netz, dieselbe Regulierungsbehörde — und zwischen dem günstigsten und dem teuersten Netzbereich liegen 173,58 € im Jahr. Das ist keine Anbieterfrage: Wechseln kann man den Netzbetreiber nicht.

Netzkosten aller Netzbereiche bei 3500 kWh Jahresverbrauch
# Netzbereich Cent/kWh Pro Jahr
1 Vorarlberg 4,96 260,56 €
2 Graz 5,17 286,78 €
3 Linz 5,57 294,56 €
4 Oberösterreich 6,29 321,43 €
5 Salzburg 6,59 325,95 €
6 Tirol 6,81 331,41 €
7 Klagenfurt 6,90 344,53 €
8 Wien 6,98 348,96 €
9 Burgenland 8,46 378,90 €
10 Innsbruck 8,03 379,71 €
11 Niederösterreich 8,79 401,25 €
12 Steiermark 8,82 403,26 €
13 Kärnten 9,67 434,13 €

Der Sondernetzbereich Kleinwalsertal ist hier nicht aufgeführt: Er wird aus Deutschland versorgt und liegt mit 17,73 Cent weit außerhalb der Reihe — als Vergleichsmaßstab würde er das Bild verzerren.

Drei Ansätze, die in der Steiermark tatsächlich etwas bewegen

Am Tarif selbst lässt sich nichts verhandeln, er ist verordnet. Beeinflussbar sind die Voraussetzungen, unter denen er auf Sie angewendet wird.

  1. Energiegemeinschaft: 57 Prozent weniger Arbeitspreis

    § 5 Abs. 1a SNE-V senkt den Arbeitspreis für Teilnehmer einer Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft um 57 Prozent im Lokalbereich und um 28 Prozent im Regionalbereich. In der Steiermark hieße das statt 8,82 nur noch 3,79 Cent je Kilowattstunde. Der Rabatt gilt allerdings nur für den Anteil, der tatsächlich aus der Gemeinschaft kommt — nicht für den ganzen Jahresverbrauch. Das wird in Werbetexten regelmäßig verwechselt.

  2. Sommer-Nieder-Arbeitspreis: 7,06 statt 8,82 Cent

    Von 1. April bis 30. September, jeweils zwischen 10 und 16 Uhr, gilt ein um 20 Prozent gesenkter Arbeitspreis — in der Steiermark sind das 7,06 Cent je Kilowattstunde. Voraussetzung ist, dass Ihr Zähler viertelstundenscharf misst und der Netzbetreiber die Werte ausliest. Ohne diese Freischaltung läuft der Rabatt an Ihnen vorbei, obwohl der Zähler ihn technisch könnte.

    Eine Einschränkung, die in Werbetexten meist fehlt: Nach § 5 Abs. 1b SNE-V gilt der Sommer-Nieder-Arbeitspreis nicht für Mengen, die einer Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft zugeordnet sind. Die beiden Rabatte addieren sich also nicht auf dieselbe Kilowattstunde — für den Anteil aus der Gemeinschaft gilt der Abschlag von 57 beziehungsweise 28 Prozent, für den Rest Ihres Verbrauchs der Sommertarif.

  3. Die Einstufung des Zählpunkts prüfen

    Netzebene, Zählertyp und verrechnetes Messentgelt stehen auf der Abrechnung des Netzbetreibers. Ein Wechselstromzähler kostet nach § 10 Abs. 1 SNE-V höchstens 1,00 € im Monat, ein Drehstromzähler höchstens 2,40 € — verrechnet wird nicht immer das, was verbaut ist. Dazu kommen Positionen wie die Tarifschaltung, die nach einem Geräteausbau oft weiterläuft.

Ab 2027 wird anders abgerechnet als heute.

Das Elektrizitätswirtschaftsgesetz (BGBl. I Nr. 91/2025) weitet den Leistungspreis mit 1. Jänner 2027 auf die Netzebene 7 aus — dann zählt zusätzlich, wie viel Leistung Sie in Ihrer höchsten Viertelstunde beziehen, und nicht mehr nur, wie viele Kilowattstunden zusammenkommen. Und schon mit 1. Oktober 2026 lösen die vier Nahebereiche der gemeinsamen Energienutzung die heutigen Energiegemeinschaften ab; bestehende Gemeinschaften werden übergeführt, neu gründen muss niemand. Wie hoch die Abschläge dann sind, ist noch nicht verordnet. Bis dahin gelten die Sätze, mit denen diese Seite rechnet.

Wir machen das für Sie — und zwar alles davon. Wir lesen Ihre Netzabrechnung Position für Position gegen die Verordnung, beantragen die Viertelstundenwerte beim Netzbetreiber, suchen eine Energiegemeinschaft in Ihrem Trafo- oder Umspannbereich und begleiten den Beitritt. Die Prüfung kostet Sie nichts, und wenn nichts zu holen ist, sagen wir Ihnen das auch.

Netzkosten prüfen lassen

Häufige Fragen zu Netzkosten in der Steiermark

Wer ist in der Steiermark mein Netzbetreiber?

In den meisten Gemeinden die Energienetze Steiermark GmbH, der Verteilernetzbetreiber der Energie Steiermark AG mit Sitz in Graz. Im Grazer Stadtgebiet rechnet die Stromnetz Graz GmbH & Co KG ab, in Gösting, Andritz, Thal und Stattegg das E-Werk Gösting. Dazu kommen die Feistritzwerke und die Stadtwerke von Kapfenberg, Judenburg, Köflach, Voitsberg, Mürzzuschlag, Bruck an der Mur und Hartberg. Zuständig ist immer jener Betreiber, in dessen Gebiet Ihre Adresse liegt; aussuchen können Sie ihn nicht. Auf der Jahresabrechnung steht, wer es bei Ihnen ist.

Warum zahlt Graz 116 Euro weniger als der Rest der Steiermark?

Weil die Systemnutzungsentgelte-Verordnung für Graz einen eigenen Netzbereich führt. Der Arbeitspreis auf der Netzebene 7 liegt dort bei 5,17 Cent je Kilowattstunde, im Netzbereich Steiermark bei 8,82 Cent. Bei 3.500 Kilowattstunden im Jahr ergibt das 286,78 gegenüber 403,26 Euro, also 116,48 Euro Unterschied. Der Grund liegt in der Netzstruktur: Ein dicht bebautes Stadtnetz verteilt seine Kosten auf viel mehr Zählpunkte je Leitungskilometer als ein Flächennetz, das bis auf die Almen hinauf reicht. Verhandeln lässt sich daran nichts, die Ansätze legt die E-Control fest.

Woran erkenne ich auf meiner Rechnung, welcher Netzbereich für mich gilt?

Sehen Sie im Netzblock nach dem verrechneten Arbeitspreis für die Netznutzung. Stehen dort 8,82 Cent netto oder 10,58 Cent brutto, sind Sie im Netzbereich Steiermark. Stehen 5,17 Cent netto oder 6,20 Cent brutto, gilt der Netzbereich Graz. Ein zweiter Anhaltspunkt ist das Netzverlustentgelt: 0,336 Cent im Netzbereich Steiermark, 0,658 Cent in Graz. Auch der Name des Netzbetreibers im Kopf der Abrechnung hilft weiter. Nicht verlässlich ist die Postleitzahl, weil Teile des Stadtgebiets von einem Betreiber versorgt werden, der im Netzbereich Steiermark abrechnet.

Ich wohne in Graz-Gösting oder Graz-Andritz. Welcher Tarif gilt für mich?

Sehr wahrscheinlich der teurere. In großen Teilen von Gösting und Andritz sowie in Teilen von Lend ist das E-Werk Gösting Stromversorgungs GmbH der Netzbetreiber, dazu in Thal, Stattegg, Weinitzen, Hitzendorf und Rohrbach-Steinberg. Auf dessen Preisblatt mit Gültigkeit ab 1. Jänner 2026 steht als Netzbereich ausdrücklich Steiermark, mit 10,58 Cent je Kilowattstunde inklusive Umsatzsteuer. Das entspricht den 8,82 Cent des Flächentarifs. Eine Grazer Adresse allein sagt also nichts über den Netzbereich aus, entscheidend ist der Betreiber Ihres Zählpunkts.

Was hat sich am 1. April 2026 beim Doppeltarif geändert?

Die getrennten Tag- und Nachtpreise im Netzentgelt sind ausgelaufen. Bis 31. März 2026 galten im Netzbereich Steiermark für Doppeltarifzähler 9,25 Cent tagsüber und 8,30 Cent nachts, in Graz 5,25 und 4,85 Cent. Seit 1. April 2026 wird für diese Zähler der Einheitstarif verrechnet, also 8,82 beziehungsweise 5,17 Cent. Nachtstrom ist im Netzbereich Steiermark damit um 0,52 Cent je Kilowattstunde teurer geworden, tagsüber um 0,43 Cent billiger. Wer mit einem Nachtspeicherofen oder einem Nachtboiler heizt, spürt das auf der nächsten Abrechnung.

Wie viel bringt eine Energiegemeinschaft in der Steiermark?

Für den Verbrauchsanteil, der aus der Gemeinschaft zugeordnet wird, sinkt der Arbeitspreis im Lokalbereich um 57 Prozent und im Regionalbereich um 28 Prozent. Im Netzbereich Steiermark bedeutet das 3,79 statt 8,82 Cent, also gut 50 Euro Ersparnis je 1.000 zugeordneter Kilowattstunden. Im Netzbereich Graz sind es 2,22 statt 5,17 Cent und damit rund 30 Euro. Der Rabatt gilt ausschließlich für die zugeordnete Menge und nicht für den gesamten Jahresverbrauch; der Rest wird weiter zum vollen Ansatz verrechnet.

Kann eine Energiegemeinschaft die Grenze zwischen den Netzbereichen überschreiten?

Die Grenze zwischen den Netzbereichen ist keine Grenze für Energiegemeinschaften. Maßgeblich ist die Netzstruktur: gleicher Niederspannungsstrang für den Lokalbereich, gleiche Umspannebene für den Regionalbereich. Die EEG Steiermark etwa nimmt seit 31. Jänner 2024 auch Zählpunkte im Netz der Stromnetz Graz auf, zunächst über die Umspannwerke Graz-Nord, Graz-Ost, Graz-Süd und Graz-West. Der Rabatt bemisst sich dabei immer am Arbeitspreis des Netzbereichs, in dem der jeweilige Zählpunkt liegt. Welche Anlagen für Ihre Adresse überhaupt in Frage kommen, sagt Ihnen der Netzbetreiber.

Was kostet es, die Anschlussleistung zu erhöhen?

Das Netzbereitstellungsentgelt beträgt auf der Netzebene 7 im Netzbereich Steiermark 198,90 Euro je Kilowatt, im Netzbereich Graz 202,40 Euro. Es fällt einmalig an, wenn ein Anschluss neu hergestellt oder die vereinbarte Leistung erhöht wird. Wer wegen einer Wärmepumpe oder einer Wallbox um 5 Kilowatt aufstockt, zahlt also 994,50 Euro im Umland und 1.012 Euro in Graz. Dazu kommt das Netzzutrittsentgelt für die tatsächlichen Herstellungskosten. Bei dieser Position ist Graz teurer als das Land, anders als beim laufenden Entgelt.

Warum steigt mein Gaspreis 2026, obwohl das Stromnetzentgelt gleich bleibt?

Für Gas gilt eine eigene Verordnung mit eigenen Entgelten, die Zonen folgen und nicht den Netzbereichen des Stroms. Zum 1. Jänner 2026 sind die Gasnetzentgelte in der Steiermark laut E-Control um 27,7 Prozent gestiegen, während der österreichweite Schnitt bei 18,2 Prozent lag; beim Strom hat sich in der Steiermark im selben Zug wenig bewegt. Wer beides vom selben Haus bezieht, sieht daher zwei gegenläufige Bewegungen auf einer Rechnung. Die genaue Zone Ihres Gasanschlusses steht auf der Gasabrechnung.

Gibt es in der Steiermark einen Zuschuss zu den Energiekosten?

Für die Heizsaison 2025/26 hat das Land einen Heizkostenzuschuss von 340 Euro gewährt. Beantragt wurde er von 16. Oktober 2025 bis 27. Februar 2026 im Gemeindeamt der Wohnsitzgemeinde beziehungsweise in den Servicestellen der Stadt Graz; ein Online-Antrag war heuer nicht möglich. Diese Frist ist abgelaufen. Ob und in welcher Höhe es für die kommende Heizsaison wieder einen Zuschuss gibt, war bei der letzten Aktualisierung dieser Seite nicht bekannt. Fragen Sie im Zweifel direkt in Ihrer Gemeinde nach, dort liegen die Richtlinien auf.

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Quellen

Alle Preisansätze dieser Seite stammen aus den folgenden Stellen. Die Jahressummen sind daraus gerechnet, nicht abgeschrieben.

  1. Systemnutzungsentgelte-Verordnung 2018 (SNE-V 2018), Fassung BGBl. II Nr. 305/2025 — § 5 Abs. 1 Z 6 (Netznutzung), § 6 lit. b (Netzverlust), § 7 (Netzbereitstellung), § 10 (Messleistungen) (abgerufen 25. August 2026)
  2. E-Control, Presseinformation „Nur leicht steigende Stromnetzentgelte für 2026" — vom 18. Dezember 2025 (abgerufen 25. August 2026)
  3. E-Control, Strom- und Gaspreismonitor — Stichtag 1. Jänner 2026 (abgerufen 25. August 2026)
  4. Energienetze Steiermark GmbH, Preisblatt Strom — Fassungen ab 1.1. und ab 1.4.2026 (abgerufen 25. August 2026)
  5. E-Werk Gösting, Preisblatt Netzbetreiber 2026 — weist für Teile des Grazer Stadtgebiets den Netzbereich Steiermark aus (abgerufen 25. August 2026)
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