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Netzkosten in Oberösterreich: zwei Netzbereiche, zwei Preise

Oberösterreich hat beim Strom zwei Netzbereiche, und die Grenze zwischen ihnen verläuft nicht entlang der Linzer Stadtgrenze. Diese Seite rechnet vor, was Netz Oberösterreich und LINZ NETZ 2026 verrechnen, woran Sie auf Ihrer Rechnung erkennen, welcher Satz für Sie gilt, und an welcher Stelle sich der günstigere der beiden Bereiche in den teureren verwandelt.

Netzentgelte in Oberösterreich auf einen Blick

  • 6,29 Cent je kWh Netznutzung
    Netzebene 7, ohne Leistungsmessung
  • 321,43 € Netzkosten pro Jahr
    bei 3.500 kWh, ohne Steuern
  • Platz 4 von 13 Netzbereichen
    günstigster zuerst gereiht
  • −25,60 € gegenüber dem Mittel
    aller Netzbereiche Österreichs

Preisansätze aus der Systemnutzungsentgelte-Verordnung 2018 (SNE-V 2018), Fassung BGBl. II Nr. 305/2025, in Kraft seit 1. Jänner 2026. Netzbereich Oberösterreich, abgerechnet von der Netz Oberösterreich GmbH. Die Jahressumme ist aus Arbeitspreis, Pauschale, Netzverlustentgelt und Messentgelt gerechnet — ohne Energiepreis, Elektrizitätsabgabe und Umsatzsteuer.

Zwei Netzbereiche, und die Grenze ist nicht die Stadtgrenze

Oberösterreich gehört zu den fünf Bundesländern, in denen die Verordnung zwei Netzbereiche kennt. Im größeren rechnet die Netz Oberösterreich GmbH ab, eine hundertprozentige Tochter der Energie AG Oberösterreich, die nach eigenen Angaben rund 640.000 Zählpunkte in mehr als 360 Gemeinden versorgt. Der zweite Bereich heißt Netzbereich Linz; dort verrechnet die LINZ NETZ GmbH aus der LINZ AG. Für einen Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden liegen zwischen den beiden 26,87 Euro im Jahr, also 321,43 gegenüber 294,56 Euro. Beide Bereiche liegen im günstigen Drittel Österreichs, Linz auf Platz 3 und Oberösterreich auf Platz 4 von dreizehn verglichenen Netzbereichen.

Der Name des Bereichs führt dabei in die Irre. Das Stromverteilernetz der LINZ NETZ umfasst laut Unternehmen die Stadt Linz und 82 Umlandgemeinden auf 1.646 Quadratkilometern und reicht damit weit ins östliche Mühlviertel hinein. Steyregg, Puchenau, Altenberg, Lichtenberg, Kirchschlag und Hellmonsödt liegen zur Gänze in diesem Netzgebiet. Bei anderen Gemeinden gehört nur ein Teil des Ortsgebiets dazu, und es gibt umgekehrt Adressen knapp vor der Stadtgrenze, für die der Netzbereich Oberösterreich gilt. Nach dem Ortsschild kann man sich also nicht richten.

Woran Sie erkennen, welcher Satz für Sie gilt

Sie brauchen dafür keine Landkarte, sondern Ihre Netzabrechnung oder den Zähler. Drei Stellen geben die Antwort, und sie müssen zusammenpassen:

  • Die Zählpunktbezeichnung. Beginnt sie mit AT003100, ist die LINZ NETZ GmbH zuständig; bei AT003000 ist es die Netz Oberösterreich GmbH. Die ersten acht Zeichen sind der Code des Netzbetreibers.
  • Der Name im Netzblock. Auf der Rechnung steht, wer die Netznutzung verrechnet, auch dann, wenn Ihr Stromlieferant alles auf einem Beleg zusammenfasst und den Netzteil nur weiterreicht.
  • Der Arbeitspreis selbst. 5,57 Cent je Kilowattstunde stehen für den Netzbereich Linz, 6,29 Cent für den Netzbereich Oberösterreich. Ein dritter Wert an dieser Stelle gehört geklärt.

Wenn Sie dabei unsicher werden, weil die Positionen auf Ihrer Rechnung anders heißen: Wir gehen sie mit Ihnen durch, siehe Stromrechnung prüfen.

Beim Anschluss dreht sich der Vorteil um. Das Netzbereitstellungsentgelt beträgt im Netzbereich Oberösterreich 208,00 Euro je Kilowatt, im Netzbereich Linz dagegen 226,63 Euro. Wer für eine Wärmepumpe oder eine Wallbox um 6 Kilowatt aufstockt, zahlt in Linz 1.359,78 Euro statt 1.248,00 Euro. Der laufende Vorteil von 26,87 Euro im Jahr braucht gut vier Jahre, um diese einmalige Differenz von 111,78 Euro wieder einzuholen.

Die beiden Netze hängen aneinander, und das steht in der Verordnung

Getrennte Preise bedeuten nicht getrennte Netze. In § 5 Abs. 3 der Systemnutzungsentgelte-Verordnung steht ein Satz, den außerhalb der Branche kaum jemand liest: Für die Netznutzung der Netzebene 3 in den Netzbereichen Oberösterreich und Linz hat die Netz Oberösterreich GmbH einen Jahresbetrag von 5.067.770 Euro an die Linz Netz GmbH zu leisten, in zwölf gleichen Monatsraten.

Diese Zeile beschreibt eine Wälzung von Kosten zwischen zwei Netzbetreibern, die auf der Hochspannungsebene gemeinsam wirtschaften. Für Sie als Haushalt ändert das nichts an der Rechnung, es erklärt aber, warum die beiden Sätze trotz gemeinsamer Infrastruktur unterschiedlich hoch ausfallen dürfen. Die Entgelte werden je Netzbereich aus den anerkannten Kosten dieses Bereichs errechnet, und Zahlungen zwischen den Betreibern sind Teil dieser Rechnung.

Warum das dichtere Netz billiger ist

Der Unterschied von 0,72 Cent je Kilowattstunde hat einen nüchternen Grund: Leitungslänge je Kunde. Die LINZ NETZ betreibt nach eigenen Angaben 8.592 Kilometer Leitung einschließlich der 110-kV-Ebene, dazu 29 Umspannwerke und 3.124 Trafostationen, und versorgt damit 290.788 Verbrauchs-Zählpunkte (Stand 30. September 2025). Das sind grob gerechnet 30 Meter Leitung je Zählpunkt. Für die Netz Oberösterreich werden rund 36.000 Kilometer Stromleitungen bei etwa 640.000 Zählpunkten angegeben, also ungefähr das Doppelte je Anschluss. Diese Zahlen stammen aus Unternehmensangaben und nicht aus einem geprüften Abschluss, die Größenordnung ist aber deutlich genug.

Ein Netz, das Mühlviertler Streusiedlungen und Innviertler Höfe anbindet, kostet je gelieferter Kilowattstunde schlicht mehr als eines im Linzer Ballungsraum. Bezahlt wird das über das Netzentgelt, und daran ändert kein Anbieterwechsel etwas. Was trotzdem geht, steht unter Fixkosten senken ohne Anbieterwechsel.

Energiegemeinschaften: 790 Stück, und ein dichtes Netz hilft

Nach dem EAG-Monitoringbericht der E-Control gab es im Juli 2025 in Oberösterreich rund 790 Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften, österreichweit 3.868. Hinter Niederösterreich mit 958 ist das der zweithöchste Wert. Bekannte Beispiele sind die EEG Haunolding, die Ende 2021 als erste lokale Energiegemeinschaft im Netzgebiet der Netz Oberösterreich gegründet wurde, und die als Genossenschaft organisierte Energiegemeinschaft Gampern.

Für den Rabatt zählt nicht die Gemeindegrenze, sondern die Verkabelung. Hängen Erzeugung und Verbrauch am selben Niederspannungsabzweig, gilt der Lokalbereich mit 57 Prozent weniger Arbeitspreis, im Netzbereich Oberösterreich also 2,70 statt 6,29 Cent. Über dasselbe Umspannwerk sind es 28 Prozent, somit 4,53 Cent. Der Nachlass gilt ausschließlich für jene Menge, die tatsächlich aus der Gemeinschaft zugeordnet wird, nicht für den ganzen Jahresverbrauch. Wie ein Beitritt abläuft, steht unter Energiegemeinschaft beitreten.

Beraten lässt sich das beim OÖ Energiesparverband, der Anlaufstelle des Landes für dieses Thema. Eine eigene oberösterreichische Gründungsförderung gibt es derzeit nicht mehr, die frühere Initiative lief mit Ende 2022 aus. Für bestehende Energiegemeinschaften gab es heuer eine Bundesförderung: Die Förderaktion des Klima- und Energiefonds lief von 20. Jänner bis 16. Juli 2026 über die Kommunalkredit Public Consulting, mit 50 Prozent Fördersatz und höchstens 10.000 beziehungsweise 20.000 Euro netto je Gemeinschaft. Ob sie neu ausgeschrieben wird, war zuletzt offen.

Was Sie in Oberösterreich für das Netz zahlen — nachgerechnet

Ein Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden im Jahr, Netzebene 7 ohne Leistungsmessung — der Normalfall in einer Wohnung oder einem Einfamilienhaus. Alle Ansätze stehen in der Verordnung, die Summe rechnet diese Seite daraus.

Netzkosten in Oberösterreich bei 3500 kWh Jahresverbrauch
Position Ansatz Pro Jahr
Netznutzungsentgelt, Arbeitspreis 6,29 Cent/kWh 220,15 €
Netznutzungsentgelt, Pauschale 54,00 € pro Jahr 54,00 €
Netzverlustentgelt 0,53 Cent/kWh 18,48 €
Entgelt für Messleistungen (Höchstpreis angesetzt) 2,40 € pro Monat 28,80 €
Netzkosten gesamt 321,43 €

Für das Entgelt für Messleistungen setzt diese Rechnung den Höchstpreis von 2,40 € nach § 10 Abs. 1 SNE-V an, weil die Netz Oberösterreich GmbH ihr Preisblatt dazu nicht an einer öffentlich auffindbaren Stelle veröffentlicht. Der tatsächlich verrechnete Betrag kann niedriger sein — mehrere Netzbetreiber schöpfen den Höchstpreis nicht aus. Sehen Sie auf Ihrer Abrechnung nach, was dort steht. Dazu kommen auf der Rechnung noch Energiepreis, Elektrizitätsabgabe und 20 Prozent Umsatzsteuer, die nicht am Netzbereich hängen.

Oberösterreich hat zwei Netzbereiche — der Preis hängt an der Adresse, nicht am Bundesland.

Neben dem Netzbereich Oberösterreich gilt in Oberösterreich der Netzbereich Linz mit 5,57 Cent je Kilowattstunde. Für denselben Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden sind das 294,56 € im Jahr statt 321,43 € — ein Unterschied von 26,88 €, für den niemand etwas kann und den man auch nicht verhandeln kann. Auf Ihrer Rechnung steht, welcher Bereich für Sie gilt.

Oberösterreich im Vergleich mit allen Netzbereichen Österreichs

Dieselbe Kilowattstunde, dasselbe Netz, dieselbe Regulierungsbehörde — und zwischen dem günstigsten und dem teuersten Netzbereich liegen 173,58 € im Jahr. Das ist keine Anbieterfrage: Wechseln kann man den Netzbetreiber nicht.

Netzkosten aller Netzbereiche bei 3500 kWh Jahresverbrauch
# Netzbereich Cent/kWh Pro Jahr
1 Vorarlberg 4,96 260,56 €
2 Graz 5,17 286,78 €
3 Linz 5,57 294,56 €
4 Oberösterreich 6,29 321,43 €
5 Salzburg 6,59 325,95 €
6 Tirol 6,81 331,41 €
7 Klagenfurt 6,90 344,53 €
8 Wien 6,98 348,96 €
9 Burgenland 8,46 378,90 €
10 Innsbruck 8,03 379,71 €
11 Niederösterreich 8,79 401,25 €
12 Steiermark 8,82 403,26 €
13 Kärnten 9,67 434,13 €

Der Sondernetzbereich Kleinwalsertal ist hier nicht aufgeführt: Er wird aus Deutschland versorgt und liegt mit 17,73 Cent weit außerhalb der Reihe — als Vergleichsmaßstab würde er das Bild verzerren.

Drei Ansätze, die in Oberösterreich tatsächlich etwas bewegen

Am Tarif selbst lässt sich nichts verhandeln, er ist verordnet. Beeinflussbar sind die Voraussetzungen, unter denen er auf Sie angewendet wird.

  1. Energiegemeinschaft: 57 Prozent weniger Arbeitspreis

    § 5 Abs. 1a SNE-V senkt den Arbeitspreis für Teilnehmer einer Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft um 57 Prozent im Lokalbereich und um 28 Prozent im Regionalbereich. In Oberösterreich hieße das statt 6,29 nur noch 2,70 Cent je Kilowattstunde. Der Rabatt gilt allerdings nur für den Anteil, der tatsächlich aus der Gemeinschaft kommt — nicht für den ganzen Jahresverbrauch. Das wird in Werbetexten regelmäßig verwechselt.

  2. Sommer-Nieder-Arbeitspreis: 5,03 statt 6,29 Cent

    Von 1. April bis 30. September, jeweils zwischen 10 und 16 Uhr, gilt ein um 20 Prozent gesenkter Arbeitspreis — in Oberösterreich sind das 5,03 Cent je Kilowattstunde. Voraussetzung ist, dass Ihr Zähler viertelstundenscharf misst und der Netzbetreiber die Werte ausliest. Ohne diese Freischaltung läuft der Rabatt an Ihnen vorbei, obwohl der Zähler ihn technisch könnte.

    Eine Einschränkung, die in Werbetexten meist fehlt: Nach § 5 Abs. 1b SNE-V gilt der Sommer-Nieder-Arbeitspreis nicht für Mengen, die einer Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft zugeordnet sind. Die beiden Rabatte addieren sich also nicht auf dieselbe Kilowattstunde — für den Anteil aus der Gemeinschaft gilt der Abschlag von 57 beziehungsweise 28 Prozent, für den Rest Ihres Verbrauchs der Sommertarif.

  3. Die Einstufung des Zählpunkts prüfen

    Netzebene, Zählertyp und verrechnetes Messentgelt stehen auf der Abrechnung des Netzbetreibers. Ein Wechselstromzähler kostet nach § 10 Abs. 1 SNE-V höchstens 1,00 € im Monat, ein Drehstromzähler höchstens 2,40 € — verrechnet wird nicht immer das, was verbaut ist. Dazu kommen Positionen wie die Tarifschaltung, die nach einem Geräteausbau oft weiterläuft.

Ab 2027 wird anders abgerechnet als heute.

Das Elektrizitätswirtschaftsgesetz (BGBl. I Nr. 91/2025) weitet den Leistungspreis mit 1. Jänner 2027 auf die Netzebene 7 aus — dann zählt zusätzlich, wie viel Leistung Sie in Ihrer höchsten Viertelstunde beziehen, und nicht mehr nur, wie viele Kilowattstunden zusammenkommen. Und schon mit 1. Oktober 2026 lösen die vier Nahebereiche der gemeinsamen Energienutzung die heutigen Energiegemeinschaften ab; bestehende Gemeinschaften werden übergeführt, neu gründen muss niemand. Wie hoch die Abschläge dann sind, ist noch nicht verordnet. Bis dahin gelten die Sätze, mit denen diese Seite rechnet.

Wir machen das für Sie — und zwar alles davon. Wir lesen Ihre Netzabrechnung Position für Position gegen die Verordnung, beantragen die Viertelstundenwerte beim Netzbetreiber, suchen eine Energiegemeinschaft in Ihrem Trafo- oder Umspannbereich und begleiten den Beitritt. Die Prüfung kostet Sie nichts, und wenn nichts zu holen ist, sagen wir Ihnen das auch.

Netzkosten prüfen lassen

Häufige Fragen zu Netzkosten in Oberösterreich

Wer ist in Oberösterreich mein Netzbetreiber?

In den allermeisten Gemeinden ist es die Netz Oberösterreich GmbH, eine hundertprozentige Tochter der Energie AG Oberösterreich. Im Raum Linz rechnet dagegen die LINZ NETZ GmbH ab, die zur LINZ AG gehört. Daneben gibt es einige kleinere Stadtnetzbetreiber, etwa in Wels, in Ried im Innkreis und in Perg. Den Netzbetreiber können Sie nicht auswählen, er hängt an der Adresse Ihres Zählpunkts. Frei wählbar ist nur der Stromlieferant, und der verdient am Netzteil Ihrer Rechnung nichts.

Wie hoch sind die Netzkosten in Oberösterreich 2026?

Im Netzbereich Oberösterreich liegt der Arbeitspreis für die Netznutzung bei 6,29 Cent je Kilowattstunde auf der Netzebene 7 ohne Leistungsmessung. Dazu kommen 54 Euro Pauschale im Jahr, 0,528 Cent je Kilowattstunde Netzverlustentgelt und höchstens 2,40 Euro im Monat für die Messung. Ein Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden zahlt damit 321,43 Euro Netzkosten im Jahr, ohne Energiepreis, Elektrizitätsabgabe und Umsatzsteuer. Im Netzbereich Linz sind es bei gleichem Verbrauch 294,56 Euro. Alle Ansätze stehen in der Systemnutzungsentgelte-Verordnung, in Kraft seit 1. Jänner 2026.

Woran erkenne ich, ob für mich der Netzbereich Linz gilt?

Am sichersten an der Zählpunktbezeichnung auf Ihrer Rechnung oder am Zähler. Beginnt sie mit AT003100, ist die LINZ NETZ GmbH zuständig und es gilt der Netzbereich Linz. Beginnt sie mit AT003000, ist es die Netz Oberösterreich GmbH und damit der Netzbereich Oberösterreich. Die Gegenprobe liefert der Arbeitspreis im Netzblock: 5,57 Cent je Kilowattstunde stehen für Linz, 6,29 Cent für den übrigen Netzbereich. Steht dort ein dritter Wert, gehört er hinterfragt.

Gilt der günstigere Linzer Tarif nur innerhalb der Stadt Linz?

Nein, und das ist der Punkt, den viele übersehen. Das Stromverteilernetz der LINZ NETZ umfasst nach Angaben des Unternehmens die Stadt Linz und 82 Umlandgemeinden auf 1.646 Quadratkilometern, es reicht bis ins östliche Mühlviertel. Steyregg, Puchenau, Altenberg, Lichtenberg, Kirchschlag und Hellmonsödt liegen zur Gänze in diesem Netzgebiet. Andere Gemeinden gehören nur mit einem Teil ihres Gebiets dazu, dort entscheidet die konkrete Adresse. Umgekehrt gibt es Orte in unmittelbarer Nähe von Linz, die zum Netzbereich Oberösterreich zählen.

Warum ist der Netzbereich Linz günstiger als der Rest des Landes?

Weil dichte Netze weniger Leitung je Kunde brauchen. Die LINZ NETZ betreibt nach eigenen Angaben 8.592 Kilometer Leitung für rund 290.000 Verbrauchs-Zählpunkte, das sind grob gerechnet 30 Meter je Zählpunkt. Die Netz Oberösterreich gibt rund 36.000 Kilometer Stromleitungen bei etwa 640.000 Zählpunkten an, also ungefähr das Doppelte je Anschluss. Diese Leitungen müssen errichtet, gewartet und im Entgelt abgebildet werden. Die E-Control prüft die Kosten und setzt daraus die Entgelte fest, verhandelbar sind sie nicht.

Kann ich vom Netzbereich Oberösterreich in den Netzbereich Linz wechseln?

Nein. Das Stromnetz ist ein reguliertes Monopol, der zuständige Netzbetreiber ergibt sich aus der Adresse und lässt sich nicht wählen. Genau deshalb schweigen Vergleichsportale zum Thema Netzentgelte: Es gibt dort nichts zu vermitteln. Bewegen lässt sich trotzdem etwas, nämlich bei den Voraussetzungen, unter denen der Tarif auf Sie angewendet wird. Dazu zählen die Freischaltung der Viertelstundenwerte, der Sommer-Nieder-Arbeitspreis und die Teilnahme an einer Energiegemeinschaft.

Was kostet ein neuer Anschluss oder eine Leistungserhöhung für Wärmepumpe oder Wallbox?

Das Netzbereitstellungsentgelt beträgt im Netzbereich Oberösterreich 208,00 Euro je Kilowatt vereinbarter Anschlussleistung, im Netzbereich Linz 226,63 Euro. Wer wegen einer Wärmepumpe oder einer Wallbox von 8 auf 14 Kilowatt aufstockt, zahlt für die zusätzlichen 6 Kilowatt also 1.248,00 Euro beziehungsweise 1.359,78 Euro. Dazu kommt das Netzzutrittsentgelt für die tatsächlichen Herstellungskosten. Bei dieser einmaligen Position ist Linz teurer als das übrige Land, der laufende Vorteil kehrt sich hier um. Vor einer Erhöhung lohnt die Frage, ob die höhere Leistung wirklich gebraucht wird.

Wie viele Energiegemeinschaften gibt es in Oberösterreich?

Nach dem EAG-Monitoringbericht der E-Control waren es im Juli 2025 rund 790 Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften, österreichweit 3.868. Damit liegt Oberösterreich hinter Niederösterreich mit 958 an zweiter Stelle. Beispiele sind die EEG Haunolding, Ende 2021 als erste lokale Energiegemeinschaft im Netzgebiet der Netz Oberösterreich gegründet, und die Energiegemeinschaft Gampern, die als Genossenschaft organisiert ist. Anlaufstelle des Landes ist der OÖ Energiesparverband, der zu Gründung und Beitritt berät und Musterunterlagen bereitstellt.

Gibt es 2026 eine Förderung des Landes Oberösterreich zu den Energiekosten?

Für die Heizperiode 2025/2026 hat das Land einen Heizkostenzuschuss von 200 Euro je Haushalt ausbezahlt. Die Antragsfrist lief von 16. März bis 15. Mai 2026 und ist abgelaufen; ob es für die kommende Heizperiode wieder einen gibt, war zuletzt nicht bekannt. Die Einkommensgrenzen lagen bei 21.883 Euro brutto im Jahr für Einpersonenhaushalte und 30.913 Euro für Mehrpersonenhaushalte. Eine eigene Landesförderung für die Gründung von Energiegemeinschaften ist derzeit nicht ausgeschrieben, die frühere Initiative lief mit Ende 2022 aus.

Was prüfen Sie an meiner oberösterreichischen Netzabrechnung?

Zuerst, ob der verrechnete Netzbereich zu Ihrer Adresse passt, denn zwischen den beiden Sätzen liegen 26,87 Euro im Jahr. Dann jede Position gegen die Verordnung: Arbeitspreis, Pauschale, Netzverlustentgelt und das Messentgelt, das ein Höchstpreis ist und oft zu hoch angesetzt wird. Danach sehen wir nach, ob Viertelstundenwerte freigeschaltet sind und ob eine Energiegemeinschaft in Ihrem Trafo- oder Umspannbereich in Frage kommt. Das Analysegespräch kostet nichts; senken wir Ihre Kosten, behalten wir einen Anteil der nachgewiesenen Ersparnis, der vor der Unterschrift im Auftrag steht.

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Quellen

Alle Preisansätze dieser Seite stammen aus den folgenden Stellen. Die Jahressummen sind daraus gerechnet, nicht abgeschrieben.

  1. Systemnutzungsentgelte-Verordnung 2018 (SNE-V 2018), Fassung BGBl. II Nr. 305/2025 — § 5 Abs. 1 Z 6 (Netznutzung), § 6 lit. b (Netzverlust), § 7 (Netzbereitstellung), § 10 (Messleistungen) (abgerufen 25. August 2026)
  2. E-Control, Presseinformation „Nur leicht steigende Stromnetzentgelte für 2026" — vom 18. Dezember 2025 (abgerufen 25. August 2026)
  3. E-Control, Strom- und Gaspreismonitor — Stichtag 1. Jänner 2026 (abgerufen 25. August 2026)
  4. LINZ NETZ GmbH, Strom-Netzentgelte und Abgaben 2026 (abgerufen 25. August 2026)
  5. Netz Oberösterreich GmbH, Preisblatt Steuern und Abgaben (abgerufen 25. August 2026)
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