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Kärnten zahlt fürs Stromnetz mehr als jedes andere Bundesland

Mit 9,67 Cent je Kilowattstunde verrechnet der Netzbereich Kärnten den höchsten Arbeitspreis Österreichs, im Klagenfurter Stadtnetz sind es 6,90 Cent. Diese Seite rechnet beide Varianten Position für Position durch, nennt einen nachprüfbaren Grund für den Abstand und zeigt, woran sich in Kärnten trotzdem etwas drehen lässt.

Netzentgelte in Kärnten auf einen Blick

  • 9,67 Cent je kWh Netznutzung
    Netzebene 7, ohne Leistungsmessung
  • 434,13 € Netzkosten pro Jahr
    bei 3.500 kWh, ohne Steuern
  • Platz 13 von 13 Netzbereichen
    günstigster zuerst gereiht
  • +87,10 € gegenüber dem Mittel
    aller Netzbereiche Österreichs

Preisansätze aus der Systemnutzungsentgelte-Verordnung 2018 (SNE-V 2018), Fassung BGBl. II Nr. 305/2025, in Kraft seit 1. Jänner 2026. Netzbereich Kärnten, abgerechnet von der KNG-Kärnten Netz GmbH. Die Jahressumme ist aus Arbeitspreis, Pauschale, Netzverlustentgelt und Messentgelt gerechnet — ohne Energiepreis, Elektrizitätsabgabe und Umsatzsteuer.

Zwei Netzbetreiber, zwei Preise, ein Bundesland

Welcher Netzbetreiber Ihnen die Netzkosten verrechnet, entscheidet Ihre Adresse. Den weitaus größeren Teil Kärntens betreut die KNG-Kärnten Netz GmbH, eine Gesellschaft der Kelag. Sie nahm den Betrieb mit 1. Jänner 2005 auf, damals noch als KELAG Netz GmbH. Nach eigenen Angaben betreibt sie rund 19.000 Kilometer Stromnetz mit 7.541 Transformatorstationen und 50 Umspannwerken und versorgt rund 236.600 Kundinnen und Kunden mit Strom und Gas.

Der zweite Netzbereich heißt Klagenfurt und wird von der Energie Klagenfurt GmbH abgerechnet, einer Tochter der Stadtwerke Klagenfurt AG. Ihr Versorgungsgebiet umfasst laut Netzentwicklungsplan rund 129 Quadratkilometer: das Gemeindegebiet von Klagenfurt, die Kerngebiete von Ebenthal und Krumpendorf sowie kleinere Teile weiterer Nachbargemeinden. Darin liegen rund 2.000 Kilometer Leitung, davon 416 Kilometer Freileitung, und rund 62.000 Stromkundinnen und Stromkunden.

Auf der Jahresabrechnung erkennen Sie den Unterschied am Namen im Netzblock. Wer es genauer wissen will, sieht sich die Zählpunktnummer an: Nach dem Länderkürzel AT folgt die Kennung des Netzbetreibers, 007000 für die KNG-Kärnten Netz GmbH und 007100 für die Energie Klagenfurt GmbH. Der Name auf der Rechnung bleibt trotzdem die verlässlichere Probe. Wie die einzelnen Zeilen überhaupt zustande kommen, steht im Ratgeber zum Netzentgelt.

Warum das Kärntner Flächennetz das teuerste des Landes ist

Ein Teil der Antwort steht in der Verordnung selbst. § 5 Abs. 2 der Systemnutzungsentgelte-Verordnung verpflichtet einzelne Verteilernetzbetreiber zu einer jährlichen Zahlung an die Austrian Power Grid für die Nutzung der Netzebene 3. Die KNG-Kärnten Netz GmbH zahlt dort 9.899.090 Euro im Jahr, in zwölf gleichen monatlichen Teilbeträgen. Das ist mit Abstand der höchste Betrag aller dort genannten Netzbetreiber: Oberösterreich kommt auf 6.168.930 Euro, Wien auf 2.843.190 Euro, die Steiermark auf 1.518.350 Euro, Salzburg auf 1.516.010 Euro, und für Niederösterreich und Tirol steht in derselben Aufstellung null. Getragen wird der Posten am Ende über den Arbeitspreis.

Der zweite Teil hat mit Geografie zu tun. Rund 19.000 Kilometer Leitung auf rund 236.600 Anschlüsse ergeben grob 80 Meter Netz je Kundin oder Kunde, im Klagenfurter Stadtnetz sind es mit 2.000 Kilometern auf rund 62.000 Stromkunden etwa 32 Meter. Diese Rechnung ist unscharf, weil in der Kärntner Kundenzahl auch die Gaskunden stecken. Sie verschiebt sich dadurch aber nur in eine Richtung, und zwar in die des Arguments: Dasselbe Leitungsstück verteilt sich in einem Seitental auf weniger Zählpunkte als in der Klagenfurter Innenstadt.

Zur Ehrlichkeit gehört die andere Hälfte der Geschichte. Für 2026 hat die E-Control die Kärntner Stromnetzentgelte um 1,7 Prozent gesenkt, während sie österreichweit im Schnitt um rund 1,3 Prozent gestiegen sind. Teuer bleibt es dennoch, weil der Vorsprung für eine Senkung dieser Größenordnung zu groß war.

Der auffälligste Einzelposten ist selten der teuerste. Der Netzbereich Klagenfurt verrechnet mit 0,578 Cent je Kilowattstunde ein deutlich höheres Netzverlustentgelt als das Kärntner Flächennetz mit 0,368 Cent, kommt für denselben Haushalt aber um 89,60 Euro im Jahr günstiger heraus. Beim Arbeitspreis liegen 2,77 Cent dazwischen, und der wird mit jeder einzelnen Kilowattstunde multipliziert.

Beim Gas ging es 2026 in die andere Richtung

Während die Stromnetzentgelte leicht nachgegeben haben, sind die Gasnetzentgelte in Kärnten mit 1. Jänner 2026 um 35 Prozent gestiegen. Für einen Haushalt mit 15.000 Kilowattstunden Gasverbrauch bedeutet das rund 142 Euro zusätzlich im Jahr. Österreichweit liegt der Anstieg bei durchschnittlich 18,2 Prozent, Kärnten liegt also weit darüber. Für Gas gilt eine eigene Verordnung, die nach Zonen aufgebaut ist und nicht nach den Netzbereichen des Stroms. Wer beides bezieht, sollte die zwei Abrechnungen trotzdem gemeinsam durchsehen, weil die Fehler erfahrungsgemäß an den Übergängen sitzen. Wie das geht, steht unter Stromrechnung prüfen.

Energiegemeinschaften: in Kärnten längst gebaut

Der Rabatt für Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft wirkt dort am stärksten, wo der Arbeitspreis am höchsten ist, und das ist in Österreich der Netzbereich Kärnten. Wer hier 57 Prozent auf 9,67 Cent spart, spart je Kilowattstunde mehr als jemand in Vorarlberg, der dieselben 57 Prozent auf 4,96 Cent bekommt.

Angebote dafür gibt es bereits. Der Zusammenschluss BEG Kärnten führt zwölf regionale Gemeinschaften, davon sieben im Netzbereich Kärnten und fünf im Netzbereich Klagenfurt. Zu den Kärntner Zuschnitten gehören unter anderem Straßburg mit Gurk und Weitensfeld, Mölbling mit Guttaring, Friesach und Metnitz, Pörtschach mit Techelsberg und Velden sowie Völkermarkt mit dem Klopeiner See und Griffen; die Klagenfurter Gemeinschaften sind nach Stadtteilen geschnitten. Für die zwölf Monate bis Juni 2026 weist der Zusammenschluss österreichweit 606 Mitglieder mit 1.104 Zählpunkten aus und rund 2,0 Gigawattstunden Strom, die direkt in der Gemeinschaft geteilt wurden. Anmelde- oder Grundgebühren verlangt er nach eigenen Angaben keine.

An diesen Zuschnitten sieht man gut, worauf es ankommt: Sie folgen den Umspann- und Trafobereichen des Netzes und nicht den Gemeindegrenzen. Ob eine Gemeinschaft für Sie in Frage kommt, hängt daran, wo Ihr Zählpunkt elektrisch hängt. Der Weg hinein steht unter Energiegemeinschaft beitreten, die technische Vorbedingung unter Viertelstundenwerte freischalten.

Was Land und Bund heuer dazuzahlen

Das Land Kärnten hat seine Energieförderung mit 2026 auf Pauschalen umgestellt. Für eine neue private Photovoltaikanlage ab 5 Kilowatt Peak gibt es 3.000 Euro, allerdings nur bei gleichzeitiger Errichtung eines Stromspeichers mit mindestens 5 Kilowattstunden; die Nachrüstung eines Speichers zu einer bestehenden Anlage bringt 1.000 Euro. Zuständig ist die Abteilung 8 des Landes, eingereicht wird ausschließlich online über ktn.gv.at. Der erste Call lief von 15. April bis 30. Juni 2026; ob heuer noch einer aufgeht, steht auf der Seite des Landes und nicht hier.

Für bestehende Energiegemeinschaften gibt es zusätzlich Geld vom Bund. Die Kommunalkredit Public Consulting wickelt das Programm im Auftrag des Klima- und Energiefonds ab und fördert 50 Prozent der anerkennbaren Kosten, gedeckelt je nach Schwerpunkt mit 10.000 oder 20.000 Euro netto. Die laufende Einreichfrist nennt umweltfoerderung.at mit 30. September 2026, 12 Uhr. Antragsberechtigt sind nur Gemeinschaften, die bereits aktiv sind und eine Mindestzahl an Teilnehmern erreichen, nicht einzelne Haushalte.

Fördergeld ändert nichts an den Netzentgelten selbst, es senkt nur die Kosten der Anlage, mit der Sie ihnen ausweichen. Der Reihenfolge nach lohnen sich deshalb zuerst jene Schritte, die nichts kosten: die Prüfung der Abrechnung, die Freischaltung der Viertelstundenwerte und die Frage nach einer Gemeinschaft in Ihrem Netzabschnitt. Was daneben noch geht, steht unter Fixkosten senken ohne Anbieterwechsel.

Was Sie in Kärnten für das Netz zahlen — nachgerechnet

Ein Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden im Jahr, Netzebene 7 ohne Leistungsmessung — der Normalfall in einer Wohnung oder einem Einfamilienhaus. Alle Ansätze stehen in der Verordnung, die Summe rechnet diese Seite daraus.

Netzkosten in Kärnten bei 3500 kWh Jahresverbrauch
Position Ansatz Pro Jahr
Netznutzungsentgelt, Arbeitspreis 9,67 Cent/kWh 338,45 €
Netznutzungsentgelt, Pauschale 54,00 € pro Jahr 54,00 €
Netzverlustentgelt 0,37 Cent/kWh 12,88 €
Entgelt für Messleistungen 2,40 € pro Monat 28,80 €
Netzkosten gesamt 434,13 €

Das Messentgelt ist gedeckelt: § 10 Abs. 1 SNE-V erlaubt höchstens 2,40 € im Monat für eine Drehstromzählung. Die KNG-Kärnten Netz GmbH verrechnet laut Preisblatt 2,40 € und schöpft den Rahmen damit voll aus. Dazu kommen auf der Rechnung noch Energiepreis, Elektrizitätsabgabe und 20 Prozent Umsatzsteuer, die nicht am Netzbereich hängen.

Kärnten hat zwei Netzbereiche — der Preis hängt an der Adresse, nicht am Bundesland.

Neben dem Netzbereich Kärnten gilt in Kärnten der Netzbereich Klagenfurt mit 6,90 Cent je Kilowattstunde. Für denselben Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden sind das 344,53 € im Jahr statt 434,13 € — ein Unterschied von 89,60 €, für den niemand etwas kann und den man auch nicht verhandeln kann. Auf Ihrer Rechnung steht, welcher Bereich für Sie gilt.

Kärnten im Vergleich mit allen Netzbereichen Österreichs

Dieselbe Kilowattstunde, dasselbe Netz, dieselbe Regulierungsbehörde — und zwischen dem günstigsten und dem teuersten Netzbereich liegen 173,58 € im Jahr. Das ist keine Anbieterfrage: Wechseln kann man den Netzbetreiber nicht.

Netzkosten aller Netzbereiche bei 3500 kWh Jahresverbrauch
# Netzbereich Cent/kWh Pro Jahr
1 Vorarlberg 4,96 260,56 €
2 Graz 5,17 286,78 €
3 Linz 5,57 294,56 €
4 Oberösterreich 6,29 321,43 €
5 Salzburg 6,59 325,95 €
6 Tirol 6,81 331,41 €
7 Klagenfurt 6,90 344,53 €
8 Wien 6,98 348,96 €
9 Burgenland 8,46 378,90 €
10 Innsbruck 8,03 379,71 €
11 Niederösterreich 8,79 401,25 €
12 Steiermark 8,82 403,26 €
13 Kärnten 9,67 434,13 €

Der Sondernetzbereich Kleinwalsertal ist hier nicht aufgeführt: Er wird aus Deutschland versorgt und liegt mit 17,73 Cent weit außerhalb der Reihe — als Vergleichsmaßstab würde er das Bild verzerren.

Drei Ansätze, die in Kärnten tatsächlich etwas bewegen

Am Tarif selbst lässt sich nichts verhandeln, er ist verordnet. Beeinflussbar sind die Voraussetzungen, unter denen er auf Sie angewendet wird.

  1. Energiegemeinschaft: 57 Prozent weniger Arbeitspreis

    § 5 Abs. 1a SNE-V senkt den Arbeitspreis für Teilnehmer einer Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft um 57 Prozent im Lokalbereich und um 28 Prozent im Regionalbereich. In Kärnten hieße das statt 9,67 nur noch 4,16 Cent je Kilowattstunde. Der Rabatt gilt allerdings nur für den Anteil, der tatsächlich aus der Gemeinschaft kommt — nicht für den ganzen Jahresverbrauch. Das wird in Werbetexten regelmäßig verwechselt.

  2. Sommer-Nieder-Arbeitspreis: 7,74 statt 9,67 Cent

    Von 1. April bis 30. September, jeweils zwischen 10 und 16 Uhr, gilt ein um 20 Prozent gesenkter Arbeitspreis — in Kärnten sind das 7,74 Cent je Kilowattstunde. Voraussetzung ist, dass Ihr Zähler viertelstundenscharf misst und der Netzbetreiber die Werte ausliest. Ohne diese Freischaltung läuft der Rabatt an Ihnen vorbei, obwohl der Zähler ihn technisch könnte.

    Eine Einschränkung, die in Werbetexten meist fehlt: Nach § 5 Abs. 1b SNE-V gilt der Sommer-Nieder-Arbeitspreis nicht für Mengen, die einer Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft zugeordnet sind. Die beiden Rabatte addieren sich also nicht auf dieselbe Kilowattstunde — für den Anteil aus der Gemeinschaft gilt der Abschlag von 57 beziehungsweise 28 Prozent, für den Rest Ihres Verbrauchs der Sommertarif.

  3. Die Einstufung des Zählpunkts prüfen

    Netzebene, Zählertyp und verrechnetes Messentgelt stehen auf der Abrechnung des Netzbetreibers. Ein Wechselstromzähler kostet nach § 10 Abs. 1 SNE-V höchstens 1,00 € im Monat, ein Drehstromzähler höchstens 2,40 € — verrechnet wird nicht immer das, was verbaut ist. Dazu kommen Positionen wie die Tarifschaltung, die nach einem Geräteausbau oft weiterläuft.

Ab 2027 wird anders abgerechnet als heute.

Das Elektrizitätswirtschaftsgesetz (BGBl. I Nr. 91/2025) weitet den Leistungspreis mit 1. Jänner 2027 auf die Netzebene 7 aus — dann zählt zusätzlich, wie viel Leistung Sie in Ihrer höchsten Viertelstunde beziehen, und nicht mehr nur, wie viele Kilowattstunden zusammenkommen. Und schon mit 1. Oktober 2026 lösen die vier Nahebereiche der gemeinsamen Energienutzung die heutigen Energiegemeinschaften ab; bestehende Gemeinschaften werden übergeführt, neu gründen muss niemand. Wie hoch die Abschläge dann sind, ist noch nicht verordnet. Bis dahin gelten die Sätze, mit denen diese Seite rechnet.

Wir machen das für Sie — und zwar alles davon. Wir lesen Ihre Netzabrechnung Position für Position gegen die Verordnung, beantragen die Viertelstundenwerte beim Netzbetreiber, suchen eine Energiegemeinschaft in Ihrem Trafo- oder Umspannbereich und begleiten den Beitritt. Die Prüfung kostet Sie nichts, und wenn nichts zu holen ist, sagen wir Ihnen das auch.

Netzkosten prüfen lassen

Häufige Fragen zu Netzkosten in Kärnten

Wer ist in Kärnten mein Netzbetreiber?

Das hängt von Ihrer Adresse ab, denn Kärnten hat zwei Netzbereiche. Den größten Teil des Landes betreut die KNG-Kärnten Netz GmbH, eine Gesellschaft der Kelag, die nach eigenen Angaben rund 19.000 Kilometer Stromnetz betreibt. Im Klagenfurter Stadtgebiet und in den Kerngebieten von Ebenthal und Krumpendorf rechnet die Energie Klagenfurt GmbH ab, eine Tochter der Stadtwerke Klagenfurt AG. Wechseln lässt sich nur der Stromlieferant; welcher Netzbetreiber abrechnet, ergibt sich aus dem Standort des Zählpunkts.

Wie hoch sind die Netzkosten in Kärnten 2026?

Ein Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch zahlt im Netzbereich Kärnten 434,13 Euro, gerechnet ohne Energiepreis, Elektrizitätsabgabe und Umsatzsteuer. Dahinter stecken vier Posten: 9,67 Cent je Kilowattstunde Netznutzung auf der Netzebene 7 ohne Leistungsmessung, eine Pauschale von 54 Euro im Jahr, 0,368 Cent je Kilowattstunde Netzverlustentgelt und höchstens 2,40 Euro im Monat für das Messen. Kein anderer Netzbereich Österreichs liegt höher; im Klagenfurter Stadtnetz sind es für denselben Haushalt 344,53 Euro.

Warum ist Kärnten das teuerste Netzgebiet Österreichs?

Einen belegbaren Baustein liefert die Verordnung selbst. Nach § 5 Abs. 2 der Systemnutzungsentgelte-Verordnung zahlt die KNG-Kärnten Netz GmbH jährlich 9.899.090 Euro an die Austrian Power Grid für die Nutzung der Netzebene 3, aufgeteilt auf zwölf gleiche Monatsraten. Das ist der höchste Betrag aller dort genannten Netzbetreiber; Oberösterreich kommt auf 6.168.930 Euro, Wien auf 2.843.190 Euro, für Niederösterreich und Tirol steht null. Dazu kommt die Netzstruktur eines Flächenlandes mit langen Leitungen und wenigen Anschlüssen je Kilometer.

Wohne ich im Netzbereich Kärnten oder im Netzbereich Klagenfurt?

Der Netzbereich Klagenfurt umfasst laut Netzentwicklungsplan der Energie Klagenfurt GmbH rund 129 Quadratkilometer: das Gemeindegebiet von Klagenfurt, die Kerngebiete von Ebenthal und Krumpendorf sowie kleinere Teile weiterer Nachbargemeinden. Alles andere im Land gehört zum Netzbereich Kärnten. Am schnellsten sehen Sie es am Namen des Netzbetreibers im Netzblock Ihrer Jahresabrechnung. Ein zweiter Hinweis ist die Zählpunktnummer, die nach dem AT mit 007000 für die KNG-Kärnten Netz GmbH oder mit 007100 für die Energie Klagenfurt GmbH weitergeht.

Sind die Kärntner Stromnetzentgelte 2026 gestiegen?

Nein, die E-Control hat sie für 2026 um 1,7 Prozent gesenkt. Damit gehört Kärnten zu den wenigen Netzbereichen mit einer Senkung, während sie österreichweit im Schnitt um rund 1,3 Prozent gestiegen sind. An der Reihung ändert das nichts: Der Abstand nach vorne war so groß, dass Kärnten auch nach der Senkung der teuerste Netzbereich bleibt. Beim Gas ist die Entwicklung 2026 genau umgekehrt verlaufen.

Warum ist das Gasnetz in Kärnten 2026 so viel teurer geworden?

Die Gasnetzentgelte sind in Kärnten mit 1. Jänner 2026 um 35 Prozent gestiegen, für einen Haushalt mit 15.000 Kilowattstunden Gasverbrauch sind das rund 142 Euro mehr im Jahr. Österreichweit liegt der Anstieg bei durchschnittlich 18,2 Prozent. Festgelegt hat auch diese Entgelte die E-Control, allerdings in einer eigenen Verordnung, die nach Zonen und nicht nach den Netzbereichen des Stroms aufgebaut ist. Wer Strom und Gas bezieht, hat deshalb zwei getrennte Regelwerke auf dem Tisch.

Gibt es in Kärnten Energiegemeinschaften, denen ich beitreten kann?

Ja, und sie sind bereits im Betrieb. Der Zusammenschluss BEG Kärnten führt zwölf regionale Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften, sieben davon im Netzbereich Kärnten, darunter Straßburg mit Gurk und Weitensfeld, Pörtschach mit Techelsberg und Velden oder Völkermarkt mit dem Klopeiner See und Griffen. Fünf weitere liegen im Netzbereich Klagenfurt und sind nach Stadtteilen geschnitten. Nach eigenen Angaben verlangt der Zusammenschluss keine Anmelde- oder Grundgebühren. Ob Sie hineinpassen, entscheidet nicht die Gemeindegrenze, sondern Ihr Trafo- oder Umspannbereich.

Was bringt eine Energiegemeinschaft in Kärnten in Cent?

Der Rabatt steht in § 5 Abs. 1a der Systemnutzungsentgelte-Verordnung und beträgt 57 Prozent auf den Arbeitspreis im Lokalbereich und 28 Prozent im Regionalbereich. Weil Kärnten mit 9,67 Cent den höchsten Arbeitspreis des Landes hat, ist der Betrag hinter dem Prozentsatz hier größer als anderswo. Entscheidend ist das Wort Anteil: Der Rabatt gilt ausschließlich für jene Kilowattstunden, die Ihnen die Gemeinschaft tatsächlich zuordnet, nicht für den gesamten Jahresverbrauch.

Was fördert das Land Kärnten 2026 bei Photovoltaik und Speicher?

Seit 2026 gilt eine Pauschale statt der früheren Einzelberechnung. Für eine neue private Photovoltaikanlage ab 5 Kilowatt Peak gibt es 3.000 Euro, allerdings nur bei gleichzeitiger Errichtung eines Stromspeichers mit mindestens 5 Kilowattstunden. Wer einen Speicher zu einer bestehenden Anlage nachrüstet, bekommt 1.000 Euro. Zuständig ist die Abteilung 8 des Landes, eingereicht wird ausschließlich online über ktn.gv.at. Der erste Fördercall lief von 15. April bis 30. Juni 2026; ob heuer noch einer aufgeht, steht auf der Seite des Landes und nicht hier.

Was kostet ein neuer Netzanschluss oder eine Leistungserhöhung in Kärnten?

Das Netzbereitstellungsentgelt beträgt im Netzbereich Kärnten 239,15 Euro je Kilowatt vereinbarter Anschlussleistung und im Netzbereich Klagenfurt 265,33 Euro. Der Betrag fällt einmalig an, beim Anschluss oder bei einer Erhöhung. Steigt jemand wegen einer Wärmepumpe oder einer Wallbox von 8 auf 14 Kilowatt um, sind für die zusätzlichen 6 Kilowatt 1.434,90 Euro im Landesnetz und 1.591,98 Euro in Klagenfurt fällig. Dazu kommt das Netzzutrittsentgelt, das die tatsächlichen Herstellungskosten abdeckt. Bevor Sie aufstocken, lohnt ein Blick darauf, ob die höhere Anschlussleistung überhaupt gebraucht wird.

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Quellen

Alle Preisansätze dieser Seite stammen aus den folgenden Stellen. Die Jahressummen sind daraus gerechnet, nicht abgeschrieben.

  1. Systemnutzungsentgelte-Verordnung 2018 (SNE-V 2018), Fassung BGBl. II Nr. 305/2025 — § 5 Abs. 1 Z 6 (Netznutzung), § 6 lit. b (Netzverlust), § 7 (Netzbereitstellung), § 10 (Messleistungen) (abgerufen 25. August 2026)
  2. E-Control, Presseinformation „Nur leicht steigende Stromnetzentgelte für 2026" — vom 18. Dezember 2025 (abgerufen 25. August 2026)
  3. E-Control, Strom- und Gaspreismonitor — Stichtag 1. Jänner 2026 (abgerufen 25. August 2026)
  4. KNG-Kärnten Netz GmbH, Preisblatt Strom 2026 (abgerufen 25. August 2026)
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