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Netzkosten in Wien: was die Wiener Netze 2026 verrechnen

Rund ein Drittel Ihrer Stromrechnung geht nicht an den Stromanbieter, sondern an den Netzbetreiber — in Wien an die Wiener Netze. Diese Seite rechnet vor, was das 2026 kostet, warum Wien beim Netzverlustentgelt österreichweit an der Spitze liegt und an welchen drei Stellen sich trotzdem etwas bewegen lässt.

Netzentgelte in Wien auf einen Blick

  • 6,98 Cent je kWh Netznutzung
    Netzebene 7, ohne Leistungsmessung
  • 348,96 € Netzkosten pro Jahr
    bei 3.500 kWh, ohne Steuern
  • Platz 8 von 13 Netzbereichen
    günstigster zuerst gereiht
  • +1,93 € gegenüber dem Mittel
    aller Netzbereiche Österreichs

Preisansätze aus der Systemnutzungsentgelte-Verordnung 2018 (SNE-V 2018), Fassung BGBl. II Nr. 305/2025, in Kraft seit 1. Jänner 2026. Netzbereich Wien, abgerechnet von der WIENER NETZE GmbH. Die Jahressumme ist aus Arbeitspreis, Pauschale, Netzverlustentgelt und Messentgelt gerechnet — ohne Energiepreis, Elektrizitätsabgabe und Umsatzsteuer.

Ein Netzbereich für die ganze Stadt — das ist die Ausnahme

Wien gehört zu den vier Bundesländern, in denen es beim Netz nur eine Antwort gibt. Zwischen Favoriten und Floridsdorf, zwischen Gemeindebau und Villengegend gilt derselbe Preis, abgerechnet von den WIENER NETZE GmbH aus dem Konzern der Wiener Stadtwerke. In der Steiermark, in Kärnten, in Oberösterreich, in Tirol und in Vorarlberg ist das anders: Dort gibt es je zwei Netzbereiche mit teils deutlich verschiedenen Preisen, und die Landeshauptstadt rechnet eigene Ansätze.

Für Wien heißt das: Wer hier wohnt, muss nicht herausfinden, in welchem Netzbereich die eigene Adresse liegt. Die Zahl auf dieser Seite gilt für jeden Zählpunkt der Stadt.

Warum Wien beim Netzverlustentgelt an der Spitze steht

Bei der Netznutzung liegt Wien mit 6,98 Cent je Kilowattstunde im Mittelfeld — günstiger als Niederösterreich, die Steiermark und Kärnten, teurer als Vorarlberg, Linz und Graz. Bei einer einzelnen Position ist die Stadt allerdings österreichischer Spitzenreiter, und zwar beim Netzverlustentgelt.

Dieser Posten deckt den Strom ab, der auf dem Weg durch Leitungen, Umspanner und Trafostationen als Wärme verloren geht. Der Netzbetreiber muss diese Menge am Markt zukaufen und legt die Kosten auf alle Zählpunkte um. Wien verrechnet dafür 0,700 Cent je Kilowattstunde. Zum Vergleich: In Tirol sind es 0,293 Cent, im Burgenland 0,000 Cent. Für einen Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden macht der Unterschied zwischen Wien und dem Burgenland allein bei dieser einen Zeile 24,50 Euro im Jahr aus.

Ein hoher Einzelposten heißt nicht automatisch eine hohe Rechnung. Das Burgenland verrechnet null Cent Netzverlustentgelt und liegt trotzdem teurer als Wien, weil dort der Arbeitspreis mit 8,46 Cent deutlich höher ist. Wer Netzkosten vergleicht, muss alle vier Positionen zusammenzählen — genau das tut die Tabelle weiter unten.

Wo die Netzkosten auf Ihrer Wiener Stromrechnung stehen

In Wien bekommen die meisten Haushalte eine gemeinsame Rechnung, auf der Energiepreis und Netzkosten untereinander stehen. Der Netzblock ist der Teil, den Ihr Stromanbieter nur durchreicht — er verdient daran nichts und kann daran nichts ändern. Suchen Sie auf der Jahresabrechnung nach diesen Bezeichnungen:

  • Netznutzungsentgelt — der Arbeitspreis je Kilowattstunde plus die Pauschale, zusammen der größte Brocken
  • Netzverlustentgelt — in Wien der höchste Satz Österreichs
  • Entgelt für Messleistungen — die Zählermiete, gedeckelt mit 2,40 Euro im Monat
  • Elektrizitätsabgabe und Umsatzsteuer — Steuern, keine Netzkosten, auch wenn sie oft im selben Block stehen

Wer eine getrennte Netzrechnung bekommt, findet dort dieselben Positionen. Die Zahlen müssen zu den Ansätzen der Verordnung passen — und genau das prüfen wir Zeile für Zeile.

2026 sind die Wiener Netzentgelte gesunken — und trotzdem zahlen Sie mehr

Das ist die Wiener Besonderheit des Jahres, und sie geht in der Berichterstattung über steigende Netzkosten unter. Der Arbeitspreis für die Netznutzung ist zum 1. Jänner 2026 von 7,40 auf 6,98 Cent je Kilowattstunde gefallen, also um 5,7 Prozent. Gleichzeitig stieg die leistungsbezogene Pauschale von 48 auf 54 Euro im Jahr. Unterm Strich zahlt ein Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden 8,70 Euro netto weniger als im Vorjahr.

Die Wiener Netze rechnen dasselbe für einen kleineren Haushalt vor: Bei rund 2.000 Kilowattstunden im Jahr sind es 2,40 Euro netto Ersparnis. Wer die verordneten Ansätze beider Jahre nebeneinanderlegt, kommt auf denselben Betrag — die Angabe stimmt auf den Cent.

Nur landet diese Entlastung nicht auf Ihrer Rechnung. Die Stadt Wien hat die Gebrauchsabgabe auf Strom und Gas mit 1. März 2026 von sechs auf sieben Prozent erhöht. Sie wird auf Netz- und Energiepreis zusammen gerechnet, und ein Prozentpunkt darauf liegt bei einem durchschnittlichen Haushalt in derselben Größenordnung wie die eingesparten 8,70 Euro. Zwei Bewegungen in entgegengesetzte Richtungen, beide auf demselben Beleg, und keine davon steht in der Überschrift.

Beim Messentgelt bleibt Wien unter dem erlaubten Höchstpreis. § 10 Abs. 1 SNE-V erlaubt für eine Drehstromzählung 2,40 Euro im Monat. Die Wiener Netze verrechnen laut Preisblatt 2,18 Euro, also 26,16 statt 28,80 Euro im Jahr. Das ist ein kleiner Betrag, aber es zeigt, dass sich der Blick auf diese Zeile lohnt: Andere Netzbetreiber schöpfen den Rahmen voll aus, und was auf Ihrer Rechnung steht, muss ohnehin zum Preisblatt passen.

Wie groß dieses Netz ist

Die Wiener Netze GmbH ist eine hundertprozentige Tochter der Wiener Stadtwerke und damit mittelbar im Eigentum der Stadt. Sie führt rund 21.100 Kilometer Stromleitungen, 47 Umspannwerke und 11.000 Trafostationen, dazu 4.600 Kilometer Gasleitungen, 1.300 Kilometer Fernwärme und 3.000 Kilometer Glasfaser. An diesem Netz hängen etwa 1,6 Millionen Stromzähler und 560.000 Gaszähler; versorgt werden über zwei Millionen Menschen und 200.000 Betriebe in Wien sowie in Teilen Niederösterreichs und des Burgenlands.

Das Unternehmen nennt für die Jahre 2025 bis 2029 ein Investitionsprogramm von 2,2 Milliarden Euro. Diese Summen sind der Grund, warum Netzentgelte überhaupt steigen: Der Ausbau wird nicht aus Gewinnen bezahlt, sondern über die Entgelte, und die Regulierungsbehörde erkennt die Kosten an oder eben nicht. Dass Wien 2026 gesunken ist, während der Österreichschnitt um 1,3 Prozent stieg, hat mit der Kosten- und Mengenentwicklung genau dieses Netzes zu tun und nicht mit einer politischen Entscheidung.

Für Sie als Kundin oder Kunde folgt daraus wenig Verhandelbares und ein klarer Auftrag: Die Höhe der Entgelte steht fest, die Frage ist, ob sie bei Ihnen richtig angewandt werden. Wie das im Detail geht, steht unter Stromrechnung prüfen.

Energiegemeinschaften in einer Stadt ohne eigene Dächer

In Wien lebt der überwiegende Teil der Haushalte zur Miete, meist ohne Zugriff auf ein Dach. Der Weg über die eigene Photovoltaikanlage fällt damit für die meisten aus — und genau deshalb ist die Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft hier interessanter als am Land. Sie erlaubt, Strom aus einer Anlage in der Nähe zu beziehen, über das öffentliche Netz, mit einem gesetzlich festgelegten Rabatt auf den Arbeitspreis.

In der Praxis heißt das in Wien: Anlagen auf Schuldächern, auf Hallen von Betrieben, auf Gemeindebauten oder auf dem Nachbarhaus. Liegt die Anlage im selben Niederspannungsstrang wie Ihr Zählpunkt, gilt der Lokalbereich mit 57 Prozent Rabatt. Liegt sie weiter weg, aber unter derselben Umspannebene, sind es 28 Prozent. Beides gilt ausschließlich für den Anteil des Verbrauchs, der tatsächlich aus der Gemeinschaft zugeordnet wird.

Wer im eigenen Haus eine Anlage hat, ist dagegen bei der gemeinschaftlichen Erzeugungsanlage richtig: Sie bleibt hinter dem Hausanschluss, verwendet kein öffentliches Netz — und hat deshalb auch keinen Netzentgelt-Rabatt, weil gar keine Netzentgelte anfallen. Was für Ihr Haus passt, hängt an der Verkabelung, nicht am Wunsch.

Was Sie in Wien für das Netz zahlen — nachgerechnet

Ein Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden im Jahr, Netzebene 7 ohne Leistungsmessung — der Normalfall in einer Wohnung oder einem Einfamilienhaus. Alle Ansätze stehen in der Verordnung, die Summe rechnet diese Seite daraus.

Netzkosten in Wien bei 3500 kWh Jahresverbrauch
Position Ansatz Pro Jahr
Netznutzungsentgelt, Arbeitspreis 6,98 Cent/kWh 244,30 €
Netznutzungsentgelt, Pauschale 54,00 € pro Jahr 54,00 €
Netzverlustentgelt 0,70 Cent/kWh 24,50 €
Entgelt für Messleistungen 2,18 € pro Monat 26,16 €
Netzkosten gesamt 348,96 €

Das Messentgelt ist gedeckelt: § 10 Abs. 1 SNE-V erlaubt höchstens 2,40 € im Monat für eine Drehstromzählung. Die WIENER NETZE GmbH verrechnet laut Preisblatt 2,18 € und bleibt damit darunter. Dazu kommen auf der Rechnung noch Energiepreis, Elektrizitätsabgabe und 20 Prozent Umsatzsteuer, die nicht am Netzbereich hängen.

Wien im Vergleich mit allen Netzbereichen Österreichs

Dieselbe Kilowattstunde, dasselbe Netz, dieselbe Regulierungsbehörde — und zwischen dem günstigsten und dem teuersten Netzbereich liegen 173,58 € im Jahr. Das ist keine Anbieterfrage: Wechseln kann man den Netzbetreiber nicht.

Netzkosten aller Netzbereiche bei 3500 kWh Jahresverbrauch
# Netzbereich Cent/kWh Pro Jahr
1 Vorarlberg 4,96 260,56 €
2 Graz 5,17 286,78 €
3 Linz 5,57 294,56 €
4 Oberösterreich 6,29 321,43 €
5 Salzburg 6,59 325,95 €
6 Tirol 6,81 331,41 €
7 Klagenfurt 6,90 344,53 €
8 Wien 6,98 348,96 €
9 Burgenland 8,46 378,90 €
10 Innsbruck 8,03 379,71 €
11 Niederösterreich 8,79 401,25 €
12 Steiermark 8,82 403,26 €
13 Kärnten 9,67 434,13 €

Der Sondernetzbereich Kleinwalsertal ist hier nicht aufgeführt: Er wird aus Deutschland versorgt und liegt mit 17,73 Cent weit außerhalb der Reihe — als Vergleichsmaßstab würde er das Bild verzerren.

Drei Ansätze, die in Wien tatsächlich etwas bewegen

Am Tarif selbst lässt sich nichts verhandeln, er ist verordnet. Beeinflussbar sind die Voraussetzungen, unter denen er auf Sie angewendet wird.

  1. Energiegemeinschaft: 57 Prozent weniger Arbeitspreis

    § 5 Abs. 1a SNE-V senkt den Arbeitspreis für Teilnehmer einer Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft um 57 Prozent im Lokalbereich und um 28 Prozent im Regionalbereich. In Wien hieße das statt 6,98 nur noch 3,00 Cent je Kilowattstunde. Der Rabatt gilt allerdings nur für den Anteil, der tatsächlich aus der Gemeinschaft kommt — nicht für den ganzen Jahresverbrauch. Das wird in Werbetexten regelmäßig verwechselt.

  2. Sommer-Nieder-Arbeitspreis: 5,58 statt 6,98 Cent

    Von 1. April bis 30. September, jeweils zwischen 10 und 16 Uhr, gilt ein um 20 Prozent gesenkter Arbeitspreis — in Wien sind das 5,58 Cent je Kilowattstunde. Voraussetzung ist, dass Ihr Zähler viertelstundenscharf misst und der Netzbetreiber die Werte ausliest. Ohne diese Freischaltung läuft der Rabatt an Ihnen vorbei, obwohl der Zähler ihn technisch könnte.

    Eine Einschränkung, die in Werbetexten meist fehlt: Nach § 5 Abs. 1b SNE-V gilt der Sommer-Nieder-Arbeitspreis nicht für Mengen, die einer Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft zugeordnet sind. Die beiden Rabatte addieren sich also nicht auf dieselbe Kilowattstunde — für den Anteil aus der Gemeinschaft gilt der Abschlag von 57 beziehungsweise 28 Prozent, für den Rest Ihres Verbrauchs der Sommertarif.

  3. Die Einstufung des Zählpunkts prüfen

    Netzebene, Zählertyp und verrechnetes Messentgelt stehen auf der Abrechnung des Netzbetreibers. Ein Wechselstromzähler kostet nach § 10 Abs. 1 SNE-V höchstens 1,00 € im Monat, ein Drehstromzähler höchstens 2,40 € — verrechnet wird nicht immer das, was verbaut ist. Dazu kommen Positionen wie die Tarifschaltung, die nach einem Geräteausbau oft weiterläuft.

Ab 2027 wird anders abgerechnet als heute.

Das Elektrizitätswirtschaftsgesetz (BGBl. I Nr. 91/2025) weitet den Leistungspreis mit 1. Jänner 2027 auf die Netzebene 7 aus — dann zählt zusätzlich, wie viel Leistung Sie in Ihrer höchsten Viertelstunde beziehen, und nicht mehr nur, wie viele Kilowattstunden zusammenkommen. Und schon mit 1. Oktober 2026 lösen die vier Nahebereiche der gemeinsamen Energienutzung die heutigen Energiegemeinschaften ab; bestehende Gemeinschaften werden übergeführt, neu gründen muss niemand. Wie hoch die Abschläge dann sind, ist noch nicht verordnet. Bis dahin gelten die Sätze, mit denen diese Seite rechnet.

Wir machen das für Sie — und zwar alles davon. Wir lesen Ihre Netzabrechnung Position für Position gegen die Verordnung, beantragen die Viertelstundenwerte beim Netzbetreiber, suchen eine Energiegemeinschaft in Ihrem Trafo- oder Umspannbereich und begleiten den Beitritt. Die Prüfung kostet Sie nichts, und wenn nichts zu holen ist, sagen wir Ihnen das auch.

Netzkosten prüfen lassen

Häufige Fragen zu Netzkosten in Wien

Wer ist in Wien mein Netzbetreiber?

In ganz Wien sind es die WIENER NETZE GmbH, eine Gesellschaft der Wiener Stadtwerke. Anders als in der Steiermark oder in Oberösterreich gibt es keinen zweiten Netzbereich innerhalb der Stadtgrenze: Vom ersten bis zum dreiundzwanzigsten Bezirk gelten dieselben Preisansätze. Ihren Stromlieferanten können Sie frei wählen, den Netzbetreiber nicht — der hängt an der Adresse.

Wie hoch sind die Netzkosten in Wien 2026?

Der Arbeitspreis für die Netznutzung liegt bei 6,98 Cent je Kilowattstunde auf der Netzebene 7 ohne Leistungsmessung, dazu kommen 54 Euro Pauschale im Jahr, 0,700 Cent je Kilowattstunde Netzverlustentgelt und 2,18 Euro im Monat für die Messung. Für einen Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden ergibt das 348,96 Euro Netzkosten im Jahr, ohne Energiepreis, Elektrizitätsabgabe und Umsatzsteuer. Alle Ansätze stehen in der Systemnutzungsentgelte-Verordnung, in Kraft seit 1. Jänner 2026.

Warum ist das Netzverlustentgelt in Wien das höchste Österreichs?

Das Netzverlustentgelt deckt den Strom ab, der auf dem Weg durch Leitungen und Umspanner verloren geht — der Netzbetreiber muss ihn zukaufen und legt die Kosten um. In Wien sind das 0,700 Cent je Kilowattstunde und damit der höchste Wert aller vierzehn Netzbereiche; im Burgenland werden dafür 0,000 Cent verrechnet. Über die Höhe entscheidet die E-Control auf Basis der tatsächlichen Verluste und Beschaffungskosten des jeweiligen Netzes. Für einen Wiener Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden sind das 24,50 Euro im Jahr.

Kann ich in Wien den Netzbetreiber wechseln, um zu sparen?

Nein. Das Stromnetz ist ein reguliertes Monopol, der zuständige Netzbetreiber ergibt sich aus Ihrer Adresse. Genau deshalb schweigen Vergleichsportale zu Netzentgelten: Es gibt dort nichts zu vermitteln und keine Provision zu verdienen. Ansetzen lässt sich trotzdem — bei der Taktung des Zählers, beim Sommer-Nieder-Arbeitspreis und bei der Teilnahme an einer Energiegemeinschaft.

Lohnt sich eine Energiegemeinschaft in einer Wiener Mietwohnung?

Sie ist möglich, und für Mieterinnen und Mieter ist sie oft der einzige Weg zu günstigerem Netzstrom, weil ihnen kein eigenes Dach zur Verfügung steht. Für den Anteil des Verbrauchs, der aus der Gemeinschaft gedeckt wird, sinkt der Arbeitspreis im Lokalbereich um 57 Prozent, also von 6,98 auf 3,00 Cent. Entscheidend ist das Wort Anteil: Der Rabatt gilt nur für die zugeordnete Menge, nicht für den ganzen Jahresverbrauch. In dicht bebauten Bezirken kommen dafür Anlagen auf Nachbardächern, auf Schulen oder auf Gemeindebauten in Frage.

Was ist der Unterschied zwischen einer Energiegemeinschaft und einer gemeinschaftlichen Erzeugungsanlage?

Eine gemeinschaftliche Erzeugungsanlage liegt innerhalb eines Hauses: Die Photovoltaikanlage am Dach versorgt die Wohnungen desselben Gebäudes über die Hausverkabelung. Eine Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft geht über das Grundstück hinaus und nutzt das öffentliche Netz — deshalb gibt es dort überhaupt erst einen Netzentgelt-Rabatt. Für ein Wiener Zinshaus mit einer Anlage am eigenen Dach ist meist die Erzeugungsanlage der richtige Weg, für einen Haushalt ohne eigenes Dach die Energiegemeinschaft.

Wie beantrage ich bei den Wiener Netzen die Viertelstundenwerte?

Die Umstellung auf viertelstündliche Aufzeichnung wird beim Netzbetreiber beantragt, nicht beim Stromlieferanten, und ist für Haushalte kostenlos. Sie ist die technische Voraussetzung dafür, dass der Sommer-Nieder-Arbeitspreis von 5,58 statt 6,98 Cent überhaupt greifen kann und dass eine Energiegemeinschaft abgerechnet werden darf. Ohne Freischaltung läuft beides an Ihnen vorbei, obwohl der Zähler es technisch könnte. Wir übernehmen den Weg vom Formular bis zur Kontrolle, ob die feineren Werte danach tatsächlich ankommen.

Die Wiener Netze rechnen auch Gas und Fernwärme ab — zählt das mit?

Für Gas gibt es eine eigene Verordnung mit eigenen Systemnutzungsentgelten, die Zonen und nicht Netzbereichen folgen. Fernwärme ist gar nicht reguliert wie Strom und Gas, dort gelten die Preisblätter des Anbieters. Wer in Wien Strom, Gas und Fernwärme bezieht, hat also drei verschiedene Regelwerke auf dem Tisch — wir sehen sie uns in einem Durchgang gemeinsam an, weil die Fehler oft an den Übergängen sitzen.

Was kostet ein neuer Netzanschluss in Wien?

Beim Netzbereitstellungsentgelt verrechnet Wien 235,47 Euro je Kilowatt vereinbarter Anschlussleistung — ein einmaliger Betrag, der beim Anschluss oder bei einer Erhöhung der Leistung anfällt. Wer wegen einer Wärmepumpe oder einer Wallbox von 8 auf 14 Kilowatt aufstockt, zahlt für die zusätzlichen 6 Kilowatt also rund 1.413 Euro. Dazu kommt das Netzzutrittsentgelt für die tatsächlichen Herstellungskosten. Vor so einer Erhöhung lohnt sich die Frage, ob die höhere Leistung wirklich nötig ist.

Was kostet die Prüfung durch den Fixkostenreduzierer?

Nichts im Voraus. Das Analysegespräch und die Durchsicht Ihrer Netzabrechnung kosten Sie keinen Cent; senken wir Ihre Kosten oder holen wir Geld zurück, behalten wir davon einen Anteil, der sich an der nachgewiesenen Ersparnis bemisst. Wie hoch dieser Anteil ist, steht in Ihrem Auftrag, bevor Sie unterschreiben. Bleibt die Ersparnis aus, bekommen wir nichts.

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Quellen

Alle Preisansätze dieser Seite stammen aus den folgenden Stellen. Die Jahressummen sind daraus gerechnet, nicht abgeschrieben.

  1. Systemnutzungsentgelte-Verordnung 2018 (SNE-V 2018), Fassung BGBl. II Nr. 305/2025 — § 5 Abs. 1 Z 6 (Netznutzung), § 6 lit. b (Netzverlust), § 7 (Netzbereitstellung), § 10 (Messleistungen) (abgerufen 25. August 2026)
  2. E-Control, Presseinformation „Nur leicht steigende Stromnetzentgelte für 2026" — vom 18. Dezember 2025 (abgerufen 25. August 2026)
  3. E-Control, Strom- und Gaspreismonitor — Stichtag 1. Jänner 2026 (abgerufen 25. August 2026)
  4. WIENER NETZE GmbH, Netzentgelte (abgerufen 25. August 2026)
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