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Was das Stromnetz in Niederösterreich 2026 kostet, und warum es heuer teurer wurde

Die Netz Niederösterreich GmbH verrechnet 2026 einen Arbeitspreis von 8,79 Cent je Kilowattstunde, den zweithöchsten aller Flächennetze des Landes. Diese Seite rechnet die Jahressumme Position für Position vor, erklärt, warum Niederösterreich heuer um 6,9 Prozent hinaufging, während mehrere Bundesländer gesenkt haben, und zeigt, wo trotz verordnetem Tarif etwas zu holen ist.

Netzentgelte in Niederösterreich auf einen Blick

  • 8,79 Cent je kWh Netznutzung
    Netzebene 7, ohne Leistungsmessung
  • 401,25 € Netzkosten pro Jahr
    bei 3.500 kWh, ohne Steuern
  • Platz 11 von 13 Netzbereichen
    günstigster zuerst gereiht
  • +54,22 € gegenüber dem Mittel
    aller Netzbereiche Österreichs

Preisansätze aus der Systemnutzungsentgelte-Verordnung 2018 (SNE-V 2018), Fassung BGBl. II Nr. 305/2025, in Kraft seit 1. Jänner 2026. Netzbereich Niederösterreich, abgerechnet von der Netz Niederösterreich GmbH. Die Jahressumme ist aus Arbeitspreis, Pauschale, Netzverlustentgelt und Messentgelt gerechnet — ohne Energiepreis, Elektrizitätsabgabe und Umsatzsteuer.

Ein Netzbereich, 18.021 Quadratkilometer, 55.744 Kilometer Leitung

Niederösterreich hat beim Strom nur einen Netzbereich. Vom Waldviertel bis zur Buckligen Welt gilt derselbe Preisansatz, abgerechnet von der Netz Niederösterreich GmbH mit Sitz in Maria Enzersdorf, einer Tochter der EVN AG. Das erspart Ihnen die Suche danach, in welcher Preiszone Ihre Adresse liegt. Billiger macht es die Sache nicht: Mit 8,79 Cent je Kilowattstunde steht Niederösterreich auf Platz 11 von 13 Netzbereichen, teurer sind nur die Steiermark und Kärnten, letzteres um 32,88 Euro im Jahr.

Ein guter Teil der Erklärung steckt in der Geografie. Netz NÖ betreibt nach eigenen Angaben 55.744 Kilometer Stromleitungen auf einem Versorgungsgebiet von 18.021 Quadratkilometern und beliefert damit 843.045 Haushalte und Unternehmen. Das sind rund 66 Meter Leitung je Anschluss und knapp 47 Anschlüsse je Quadratkilometer. Masten, Trafostationen, Grabungen und Entstörungsdienste kosten in einem Flächenland dasselbe wie anderswo, nur verteilt sich der Aufwand auf deutlich weniger Zahlerinnen und Zahler. Energieexperte Walter Boltz hat das gegenüber dem ORF nüchtern so zusammengefasst: Niederösterreich sei ein sehr großes Flächenbundesland, deshalb komme das Netz tendenziell ein bisschen teurer.

Heuer um 6,9 Prozent hinauf, während anderswo gesenkt wurde

Zum 1. Jänner 2026 hat die E-Control die Systemnutzungsentgelte neu verordnet. Für Haushalte in ganz Österreich ergab das im Schnitt ein Plus von 1,3 Prozent, in mehreren Bundesländern sogar ein Minus: In Salzburg sanken die Stromnetzkosten um rund 9 Prozent, auch in Vorarlberg, Kärnten, Wien und der Steiermark ging es leicht nach unten. Niederösterreich liegt mit plus 6,9 Prozent klar darüber. Der stärkste Anstieg des Jahres war es nicht, im Burgenland waren es 15,9 Prozent und in Tirol 10,9 Prozent, aber es ist ein spürbarer Sprung in einem Jahr, in dem der Bundesschnitt beinahe stillstand.

Was hinter der Prozentzahl steckt, zeigt die Aufstellung weiter unten Zeile für Zeile: 307,65 Euro Arbeitspreis, 54 Euro Pauschale, 13,44 Euro Netzverlustentgelt und 26,16 Euro fürs Messen, zusammen 401,25 Euro im Jahr bei 3.500 Kilowattstunden. Energiepreis, Elektrizitätsabgabe und Umsatzsteuer kommen auf Ihrer Rechnung noch dazu. Wofür die einzelnen Positionen da sind und wer sie festlegt, steht ausführlich im Beitrag Netzentgelt erklärt.

Ein Detail zeigt, wie wenig der Arbeitspreis allein aussagt. Niederösterreich liegt mit 8,79 Cent knapp unter der Steiermark mit 8,82 Cent, in der Jahressumme dreht sich das aber um. Das Netzverlustentgelt beträgt hier 0,384 Cent und dort 0,336 Cent. Auf 3.500 Kilowattstunden bringt der niedrigere Arbeitspreis 1,05 Euro Vorteil, das höhere Verlustentgelt kostet 1,68 Euro, und es bleiben 63 Cent Rückstand.

Die Landesgrenze ist nicht die Netzgrenze

Netz NÖ versorgt nach eigenen Angaben auch einzelne Gemeinden in Oberösterreich und in der Steiermark. Umgekehrt reicht das Netz der Wiener Netze über die Stadtgrenze hinaus in Teile Niederösterreichs und des Burgenlands. Der Preis hängt an jenem Netz, durch das der Strom zu Ihnen kommt, und nicht daran, welches Landeswappen am Ortsschild steht. Für einen Haushalt an der Stadtgrenze macht das 52,29 Euro im Jahr aus, denn im Netzbereich Wien sind es 348,96 Euro statt 401,25 Euro.

Verlassen Sie sich beim Netzbereich nicht auf die Postleitzahl. Welcher Bereich für Ihren Zählpunkt gilt, steht auf der Netzabrechnung, meist in der Nähe der Zählpunktnummer. Wenn dort etwas anderes steht, als Sie erwartet hätten, ist das kein Fehler, sondern der Verlauf einer Netzgrenze, die manchmal mitten durch eine Ortschaft geht. Nachrechnen sollten Sie trotzdem, ob die verrechneten Ansätze zu diesem Bereich passen. Wie das geht, steht Schritt für Schritt unter Stromrechnung prüfen.

958 Energiegemeinschaften, mehr als in jedem anderen Bundesland

Der EAG-Monitoringbericht der E-Control weist mit Datenstand Juli 2025 österreichweit 3.868 Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften aus. 958 davon liegen in Niederösterreich, das ist der höchste Wert aller Bundesländer, vor Oberösterreich mit 790. Wer beitreten will, muss hier also selten bei null anfangen. Beispiele finden sich querdurchs Land, etwa die EEG Guntramsdorf im Bezirk Mödling, das Energienetz Pfaffstätten im Bezirk Baden oder die EEG UnserStrom in den Bezirken Horn und Waidhofen an der Thaya.

Der finanzielle Hebel steckt in § 5 Abs. 1a der Systemnutzungsentgelte-Verordnung. Für jene Kilowattstunden, die Ihnen tatsächlich aus der Gemeinschaft zugeordnet werden, sinkt der Arbeitspreis im Lokalbereich um 57 Prozent, in Niederösterreich also von 8,79 auf 3,78 Cent. Wer 1.000 seiner 3.500 Kilowattstunden so bezieht, spart beim Netzentgelt gut 50 Euro im Jahr; für die restlichen 2.500 bleibt alles beim Alten. Im Regionalbereich, also unter derselben Umspannebene, sind es 28 Prozent und damit 6,33 Cent. Weil der Nachlass prozentuell wirkt, bringt er in einem teuren Netzbereich wie Niederösterreich mehr als in Vorarlberg oder Linz.

Voraussetzung ist in jedem Fall, dass Ihr Zähler viertelstündlich aufzeichnet und Netz NÖ die Werte ausliest, siehe Smart Meter und Viertelstundenwerte. Kostenlose Erstberatung zu Energiegemeinschaften bietet die Energie- und Umweltagentur des Landes NÖ an. Der Klima- und Energiefonds des Bundes hat zuletzt im Programm Energiegemeinschaften 50 Prozent der förderfähigen Kosten übernommen, gedeckelt mit 10.000 beziehungsweise 20.000 Euro netto je Projekt und vergeben nach Reihenfolge des Einlangens; die Einreichfrist dieses Calls endete am 16. Juli 2026. Ob und wann ein Nachfolgeprogramm aufgelegt wird, war zum Stand dieser Seite nicht bekannt. Wie ein Beitritt praktisch abläuft, steht unter Energiegemeinschaft beitreten.

Gas läuft beim selben Betreiber nach anderen Regeln

Netz NÖ betreibt neben dem Stromnetz auch 13.876 Kilometer Gasleitungen. Die Entgelte dafür stehen in einer eigenen Verordnung und folgen Zonen statt Netzbereichen, weshalb sie in der Rechnung auf dieser Seite nicht enthalten sind. Der Sprung fiel dort heuer weit größer aus als beim Strom: Zum 1. Jänner 2026 stiegen die Gasnetzentgelte in Niederösterreich laut ORF um 30,6 Prozent, österreichweit um 18,2 Prozent, was für einen Haushalt rund 100 Euro mehr im Jahr bedeutet. Die E-Control begründet das damit, dass weniger Gas verbraucht wurde, während die Kosten des Gasnetzes im Wesentlichen gleich geblieben sind.

Wer Strom und Gas vom selben Betreiber bezieht, hat damit zwei Rechnungsblöcke nach zwei verschiedenen Regelwerken vor sich. Wir sehen uns beide in einem Durchgang an, weil die Fehler erfahrungsgemäß dort sitzen, wo die Blöcke aneinanderstoßen. Was sich sonst noch senken lässt, ohne den Anbieter zu wechseln, steht unter Fixkosten senken ohne Anbieterwechsel.

Was Sie in Niederösterreich für das Netz zahlen — nachgerechnet

Ein Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden im Jahr, Netzebene 7 ohne Leistungsmessung — der Normalfall in einer Wohnung oder einem Einfamilienhaus. Alle Ansätze stehen in der Verordnung, die Summe rechnet diese Seite daraus.

Netzkosten in Niederösterreich bei 3500 kWh Jahresverbrauch
Position Ansatz Pro Jahr
Netznutzungsentgelt, Arbeitspreis 8,79 Cent/kWh 307,65 €
Netznutzungsentgelt, Pauschale 54,00 € pro Jahr 54,00 €
Netzverlustentgelt 0,38 Cent/kWh 13,44 €
Entgelt für Messleistungen 2,18 € pro Monat 26,16 €
Netzkosten gesamt 401,25 €

Das Messentgelt ist gedeckelt: § 10 Abs. 1 SNE-V erlaubt höchstens 2,40 € im Monat für eine Drehstromzählung. Die Netz Niederösterreich GmbH verrechnet laut Preisblatt 2,18 € und bleibt damit darunter. Dazu kommen auf der Rechnung noch Energiepreis, Elektrizitätsabgabe und 20 Prozent Umsatzsteuer, die nicht am Netzbereich hängen.

Niederösterreich im Vergleich mit allen Netzbereichen Österreichs

Dieselbe Kilowattstunde, dasselbe Netz, dieselbe Regulierungsbehörde — und zwischen dem günstigsten und dem teuersten Netzbereich liegen 173,58 € im Jahr. Das ist keine Anbieterfrage: Wechseln kann man den Netzbetreiber nicht.

Netzkosten aller Netzbereiche bei 3500 kWh Jahresverbrauch
# Netzbereich Cent/kWh Pro Jahr
1 Vorarlberg 4,96 260,56 €
2 Graz 5,17 286,78 €
3 Linz 5,57 294,56 €
4 Oberösterreich 6,29 321,43 €
5 Salzburg 6,59 325,95 €
6 Tirol 6,81 331,41 €
7 Klagenfurt 6,90 344,53 €
8 Wien 6,98 348,96 €
9 Burgenland 8,46 378,90 €
10 Innsbruck 8,03 379,71 €
11 Niederösterreich 8,79 401,25 €
12 Steiermark 8,82 403,26 €
13 Kärnten 9,67 434,13 €

Der Sondernetzbereich Kleinwalsertal ist hier nicht aufgeführt: Er wird aus Deutschland versorgt und liegt mit 17,73 Cent weit außerhalb der Reihe — als Vergleichsmaßstab würde er das Bild verzerren.

Drei Ansätze, die in Niederösterreich tatsächlich etwas bewegen

Am Tarif selbst lässt sich nichts verhandeln, er ist verordnet. Beeinflussbar sind die Voraussetzungen, unter denen er auf Sie angewendet wird.

  1. Energiegemeinschaft: 57 Prozent weniger Arbeitspreis

    § 5 Abs. 1a SNE-V senkt den Arbeitspreis für Teilnehmer einer Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft um 57 Prozent im Lokalbereich und um 28 Prozent im Regionalbereich. In Niederösterreich hieße das statt 8,79 nur noch 3,78 Cent je Kilowattstunde. Der Rabatt gilt allerdings nur für den Anteil, der tatsächlich aus der Gemeinschaft kommt — nicht für den ganzen Jahresverbrauch. Das wird in Werbetexten regelmäßig verwechselt.

  2. Sommer-Nieder-Arbeitspreis: 7,03 statt 8,79 Cent

    Von 1. April bis 30. September, jeweils zwischen 10 und 16 Uhr, gilt ein um 20 Prozent gesenkter Arbeitspreis — in Niederösterreich sind das 7,03 Cent je Kilowattstunde. Voraussetzung ist, dass Ihr Zähler viertelstundenscharf misst und der Netzbetreiber die Werte ausliest. Ohne diese Freischaltung läuft der Rabatt an Ihnen vorbei, obwohl der Zähler ihn technisch könnte.

    Eine Einschränkung, die in Werbetexten meist fehlt: Nach § 5 Abs. 1b SNE-V gilt der Sommer-Nieder-Arbeitspreis nicht für Mengen, die einer Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft zugeordnet sind. Die beiden Rabatte addieren sich also nicht auf dieselbe Kilowattstunde — für den Anteil aus der Gemeinschaft gilt der Abschlag von 57 beziehungsweise 28 Prozent, für den Rest Ihres Verbrauchs der Sommertarif.

  3. Die Einstufung des Zählpunkts prüfen

    Netzebene, Zählertyp und verrechnetes Messentgelt stehen auf der Abrechnung des Netzbetreibers. Ein Wechselstromzähler kostet nach § 10 Abs. 1 SNE-V höchstens 1,00 € im Monat, ein Drehstromzähler höchstens 2,40 € — verrechnet wird nicht immer das, was verbaut ist. Dazu kommen Positionen wie die Tarifschaltung, die nach einem Geräteausbau oft weiterläuft.

Ab 2027 wird anders abgerechnet als heute.

Das Elektrizitätswirtschaftsgesetz (BGBl. I Nr. 91/2025) weitet den Leistungspreis mit 1. Jänner 2027 auf die Netzebene 7 aus — dann zählt zusätzlich, wie viel Leistung Sie in Ihrer höchsten Viertelstunde beziehen, und nicht mehr nur, wie viele Kilowattstunden zusammenkommen. Und schon mit 1. Oktober 2026 lösen die vier Nahebereiche der gemeinsamen Energienutzung die heutigen Energiegemeinschaften ab; bestehende Gemeinschaften werden übergeführt, neu gründen muss niemand. Wie hoch die Abschläge dann sind, ist noch nicht verordnet. Bis dahin gelten die Sätze, mit denen diese Seite rechnet.

Wir machen das für Sie — und zwar alles davon. Wir lesen Ihre Netzabrechnung Position für Position gegen die Verordnung, beantragen die Viertelstundenwerte beim Netzbetreiber, suchen eine Energiegemeinschaft in Ihrem Trafo- oder Umspannbereich und begleiten den Beitritt. Die Prüfung kostet Sie nichts, und wenn nichts zu holen ist, sagen wir Ihnen das auch.

Netzkosten prüfen lassen

Häufige Fragen zu Netzkosten in Niederösterreich

Wer ist in Niederösterreich mein Netzbetreiber?

In weiten Teilen des Landes ist es die Netz Niederösterreich GmbH mit Sitz in Maria Enzersdorf, eine Tochter der EVN AG. Sie führt sowohl das Strom- als auch das Gasnetz und versorgt nach eigenen Angaben 843.045 Haushalte und Unternehmen. Für ganz Niederösterreich gilt derselbe Netzbereich, es gibt also keine zweite Preiszone wie in Oberösterreich oder in der Steiermark. Am Rand des Landes kann allerdings ein anderer Betreiber zuständig sein: Die Wiener Netze versorgen neben Wien auch Teile Niederösterreichs und des Burgenlands.

Wie hoch sind die Netzkosten in Niederösterreich 2026?

Der Arbeitspreis für die Netznutzung liegt auf der Netzebene 7 ohne Leistungsmessung bei 8,79 Cent je Kilowattstunde. Dazu kommen 54 Euro Pauschale im Jahr, 0,384 Cent je Kilowattstunde Netzverlustentgelt und 2,18 Euro im Monat für die Messung. Ein Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden zahlt damit 401,25 Euro Netzkosten im Jahr, ohne Energiepreis, Elektrizitätsabgabe und Umsatzsteuer. Alle Ansätze stehen in der Systemnutzungsentgelte-Verordnung in der Fassung, die seit 1. Jänner 2026 gilt.

Warum sind die Netzentgelte in Niederösterreich 2026 um 6,9 Prozent gestiegen?

Die E-Control verordnet die Entgelte jedes Jahr neu, getrennt für jeden Netzbereich, auf Basis der Kosten und der abgesetzten Menge des jeweiligen Netzes. Für Niederösterreich ergab das zum 1. Jänner 2026 ein Plus von 6,9 Prozent, während der österreichweite Schnitt bei Haushalten nur 1,3 Prozent betrug und in Salzburg rund 9 Prozent Minus herauskamen. Der stärkste Anstieg war es nicht, im Burgenland waren es 15,9 Prozent und in Tirol 10,9 Prozent. Ein Flächennetz muss seine Fixkosten auf vergleichsweise wenige Anschlüsse aufteilen, und das schlägt auf den Arbeitspreis durch.

Auf meiner Rechnung steht ein anderer Netzbereich als Niederösterreich. Ist das ein Fehler?

Nicht unbedingt. Der Preis hängt an dem Netz, durch das der Strom zu Ihnen kommt, nicht an der Landesgrenze. Netz NÖ versorgt auch einzelne Gemeinden in Oberösterreich und in der Steiermark, umgekehrt reichen die Wiener Netze in an Wien angrenzende niederösterreichische Gemeinden hinein. Netzgrenzen verlaufen mitunter mitten durch eine Ortschaft. Welcher Bereich für Sie verrechnet wird, steht auf der Netzabrechnung, meist in der Nähe der Zählpunktnummer. Prüfen sollten Sie dann, ob die verrechneten Ansätze auch zu diesem Bereich passen.

Warum zahlt Niederösterreich mehr als die Steiermark, obwohl der Arbeitspreis dort höher ist?

Beim Arbeitspreis liegt Niederösterreich mit 8,79 Cent knapp unter der Steiermark mit 8,82 Cent, beim Netzverlustentgelt dagegen darüber: 0,384 gegenüber 0,336 Cent. Auf 3.500 Kilowattstunden bringt der niedrigere Arbeitspreis 1,05 Euro Vorteil, das höhere Verlustentgelt kostet 1,68 Euro. Entschieden wird die Sache erst von einer Position, die in keiner Verordnungstabelle steht: Die Netz Niederösterreich verrechnet für die Messung 2,18 Euro im Monat, die Energienetze Steiermark schöpfen den Höchstpreis von 2,40 Euro aus. Das sind 2,64 Euro im Jahr und bringt Niederösterreich mit 401,25 gegenüber 403,26 Euro knapp nach vorn. Wer Netzbereiche vergleicht, muss alle Positionen zusammenzählen und nicht nur den Cent-Betrag je Kilowattstunde ansehen.

Lohnt sich eine Energiegemeinschaft in Niederösterreich?

Rechnerisch ist der Hebel hier größer als in günstigeren Netzbereichen, weil der Nachlass prozentuell auf einen hohen Arbeitspreis wirkt. Im Lokalbereich sinken die 8,79 Cent um 57 Prozent auf 3,78 Cent, im Regionalbereich um 28 Prozent auf 6,33 Cent. Der Nachlass gilt ausschließlich für jene Kilowattstunden, die tatsächlich aus der Gemeinschaft zugeordnet werden. Wer 1.000 seiner 3.500 Kilowattstunden so bezieht, spart beim Netzentgelt gut 50 Euro im Jahr. Angebote gibt es reichlich: 958 der 3.868 österreichischen Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften liegen in Niederösterreich.

Was kostet es, die Anschlussleistung für Wärmepumpe oder Wallbox zu erhöhen?

Das Netzbereitstellungsentgelt beträgt in Niederösterreich 210,65 Euro je Kilowatt vereinbarter Anschlussleistung und fällt einmalig an, beim Neuanschluss oder bei einer Erhöhung. Wer von 8 auf 14 Kilowatt aufstockt, zahlt für die zusätzlichen 6 Kilowatt also 1.263,90 Euro. Dazu kommt das Netzzutrittsentgelt für die tatsächlichen Herstellungskosten. Im Österreichvergleich liegt Niederösterreich damit im unteren Mittelfeld, günstiger als Wien mit 235,47 Euro und deutlich günstiger als Salzburg mit 293,63 Euro. Vor einer Erhöhung lohnt die Frage, ob die höhere Leistung technisch wirklich nötig ist.

Warum steigt das Gasnetzentgelt in Niederösterreich viel stärker als das Stromnetzentgelt?

Für Gas gilt eine eigene Verordnung mit eigenen Zonen, die nichts mit den Stromnetzbereichen zu tun hat. Zum 1. Jänner 2026 stiegen die Gasnetzentgelte in Niederösterreich laut ORF um 30,6 Prozent, österreichweit um 18,2 Prozent. Für einen Haushalt sind das rund 100 Euro mehr im Jahr. Die E-Control begründet das damit, dass weniger Gas verbraucht wurde, die Kosten des Gasnetzes aber im Wesentlichen gleich blieben. Weniger Kilowattstunden bei gleichen Fixkosten heißt zwangsläufig ein höherer Preis je Kilowattstunde.

Wie komme ich in Niederösterreich zum Sommer-Nieder-Arbeitspreis von 7,03 Cent?

Der niedrigere Ansatz gilt von 1. April bis 30. September jeweils zwischen 10 und 16 Uhr und beträgt 7,03 statt 8,79 Cent je Kilowattstunde. Voraussetzung ist, dass Ihr Zähler viertelstündlich aufzeichnet und Netz NÖ diese Werte auch ausliest. Die Umstellung beantragen Sie beim Netzbetreiber, nicht beim Stromlieferanten, und sie ist für Haushalte kostenlos. Ohne diese Freischaltung greift der Rabatt nicht, obwohl der verbaute Zähler es technisch könnte. Dieselbe Freischaltung ist auch die Voraussetzung dafür, dass eine Energiegemeinschaft abgerechnet werden darf.

Was kostet die Prüfung durch den Fixkostenreduzierer?

Nichts im Voraus. Das Analysegespräch und die Durchsicht Ihrer Netzabrechnung kosten Sie keinen Cent; senken wir Ihre Kosten oder holen wir Geld zurück, behalten wir davon einen Anteil, der sich an der nachgewiesenen Ersparnis bemisst. Wie hoch dieser Anteil ist, steht in Ihrem Auftrag, bevor Sie unterschreiben. Bleibt die Ersparnis aus, bekommen wir nichts.

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Quellen

Alle Preisansätze dieser Seite stammen aus den folgenden Stellen. Die Jahressummen sind daraus gerechnet, nicht abgeschrieben.

  1. Systemnutzungsentgelte-Verordnung 2018 (SNE-V 2018), Fassung BGBl. II Nr. 305/2025 — § 5 Abs. 1 Z 6 (Netznutzung), § 6 lit. b (Netzverlust), § 7 (Netzbereitstellung), § 10 (Messleistungen) (abgerufen 25. August 2026)
  2. E-Control, Presseinformation „Nur leicht steigende Stromnetzentgelte für 2026" — vom 18. Dezember 2025 (abgerufen 25. August 2026)
  3. E-Control, Strom- und Gaspreismonitor — Stichtag 1. Jänner 2026 (abgerufen 25. August 2026)
  4. Netz Niederösterreich GmbH, Entgelte für Mess- und Nebenleistungen Strom (abgerufen 25. August 2026)
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