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Vorarlberg zahlt fürs Netz am wenigsten, das Kleinwalsertal am meisten

Vorarlberg hat die günstigsten Netzkosten Österreichs und zugleich den teuersten Netzbereich der ganzen Verordnung. Diese Seite rechnet beide Fälle durch, erklärt, warum das Kleinwalsertal über deutsches Gebiet versorgt wird, und zeigt, wo sich in einem ohnehin günstigen Netz noch etwas bewegen lässt.

Netzentgelte in Vorarlberg auf einen Blick

  • 4,96 Cent je kWh Netznutzung
    Netzebene 7, ohne Leistungsmessung
  • 260,56 € Netzkosten pro Jahr
    bei 3.500 kWh, ohne Steuern
  • Platz 1 von 13 Netzbereichen
    günstigster zuerst gereiht
  • −86,48 € gegenüber dem Mittel
    aller Netzbereiche Österreichs

Preisansätze aus der Systemnutzungsentgelte-Verordnung 2018 (SNE-V 2018), Fassung BGBl. II Nr. 305/2025, in Kraft seit 1. Jänner 2026. Netzbereich Vorarlberg, abgerechnet von der Vorarlberger Energienetze GmbH. Die Jahressumme ist aus Arbeitspreis, Pauschale, Netzverlustentgelt und Messentgelt gerechnet — ohne Energiepreis, Elektrizitätsabgabe und Umsatzsteuer.

Der günstigste Netzbereich Österreichs und wer ihn betreibt

Wer in Vorarlberg wohnt, zahlt für das Stromnetz weniger als alle anderen im Land. Der Arbeitspreis auf der Netzebene 7 liegt bei 4,96 Cent je Kilowattstunde, und für einen Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden ergeben sich daraus 260,56 Euro Netzkosten im Jahr. Das ist Platz 1 von dreizehn Netzbereichen und 86,48 Euro weniger als der österreichische Mittelwert. In Kärnten zahlt derselbe Haushalt 434,13 Euro, also 173,58 Euro mehr.

Der zweite Vorteil steht in keiner Verordnungstabelle. Das Entgelt für Messleistungen ist nach § 10 Abs. 1 SNE-V mit 2,40 Euro im Monat gedeckelt, und die meisten Netzbetreiber verrechnen genau diesen Höchstpreis. Die vorarlberg netz nimmt für einen Standard-Drehstromzähler ohne Steuerfunktion 1,60 Euro. Über das Jahr sind das 19,20 statt 28,80 Euro, also weitere 9,60 Euro, die hier gar nicht erst anfallen. Mit Steuerfunktion sind es 2,60 Euro im Monat — auf Ihrer Abrechnung steht, welcher Fall zutrifft.

Abgerechnet wird das von der Vorarlberger Energienetze GmbH, die unter dem Namen vorarlberg netz auftritt und ihren Sitz in der Weidachstraße in Bregenz hat. Sie gehört überwiegend der illwerke vkw AG, die wiederum zu 95,0 Prozent direkt dem Land Vorarlberg gehört. Das Netz umfasst rund 11.000 Kilometer Leitung und versorgt etwa 200.000 Kundinnen und Kunden. Eine der vier Betriebsstellen liegt in Lindenberg auf deutschem Gebiet, was mit der Geografie des Landes zu tun hat und beim Kleinwalsertal gleich noch einmal wichtig wird.

In Feldkirch betreiben die Stadtwerke Feldkirch ein eigenes Verteilernetz, einen eigenen Netzbereich begründet das aber nicht: Die Verordnung kennt für Vorarlberg nur den Bereich Vorarlberg und den Sondernetzbereich Kleinwalsertal. In Feldkirch gelten deshalb dieselben 4,96 Cent wie in Bregenz oder Bludenz, auch wenn ein anderes Unternehmen auf der Rechnung steht.

Das Kleinwalsertal zahlt 17,73 Cent, weil der Strom über Deutschland kommt

Im selben Bundesland liegt der teuerste Netzbereich der ganzen Verordnung. Für das Kleinwalsertal sind 17,73 Cent je Kilowattstunde angesetzt, mehr als das Dreieinhalbfache des Vorarlberger Werts. Derselbe Musterhaushalt mit 3.500 Kilowattstunden kommt damit auf 717,38 Euro im Jahr statt auf 260,56 Euro, ein Unterschied von 456,83 Euro und fast das Dreifache.

Der Grund liegt in der Landkarte. Das Kleinwalsertal ist von Österreich aus auf der Straße nicht erreichbar, man fährt über Oberstdorf im Allgäu hinein. Auch der Strom nimmt diesen Weg: Das Tal hängt am deutschen Netz, und die vorgelagerten Netzkosten, die dabei anfallen, wandern in den österreichischen Tarif. Die E-Control begründet die Höhe ausdrücklich damit und hat den Netzbereich Kleinwalsertal für 2026 stärker gesenkt als andere Bereiche, weil diese Kosten aus Deutschland zurückgegangen sind.

Betrieben wird das Netz von der Energieversorgung Kleinwalsertal GesmbH in Riezlern, an der auch das Allgäuer Überlandwerk beteiligt ist. Versorgt werden die vier Parzellen der Gemeinde Mittelberg, also Riezlern, Hirschegg, Mittelberg und Baad, seit 2017 dazu die Tiroler Gemeinde Jungholz. Nach dem Smart-Meter-Monitoring der E-Control geht es dabei um knapp 4.000 Zählpunkte; eine tagesaktuelle Zahl veröffentlicht das Unternehmen nicht.

Ein hoher Tarif ist hier weder ein Rechenfehler noch ein Versäumnis des Netzbetreibers. Er bildet ab, was die Versorgung eines Tals kostet, das nur über ausländisches Gebiet an das Netz kommt. Verhandeln lässt sich daran nichts. Umso mehr zählt im Tal, was weiter unten unter den drei Ansätzen steht: Bei 17,73 Cent Ausgangswert bringt jeder Prozentpunkt Nachlass mehr als sonst irgendwo in Österreich.

Welcher Bereich für Sie gilt, steht auf Ihrer Rechnung

Die Zuordnung hängt an der Adresse. Ablesen können Sie sie an der Zählpunktnummer, die auf jeder Strom- und Netzrechnung steht: Nach dem Länderkürzel AT folgt die Kennung des Netzbetreibers, 006000 für vorarlberg netz und 006230 für die Energieversorgung Kleinwalsertal. Daneben lohnt der Blick auf die Zeilen des Netzblocks, denn dort steht, was tatsächlich verrechnet wurde:

  • Netznutzungsentgelt, Arbeitspreis und Pauschale zusammen der größte Posten
  • Netzverlustentgelt, in Vorarlberg 0,393 Cent je Kilowattstunde und damit 13,76 Euro im Jahr
  • Entgelt für Messleistungen, ein Höchstpreis, den Ihr Netzbetreiber unterschreiten darf
  • Elektrizitätsabgabe und Umsatzsteuer, die im selben Block stehen, aber keine Netzkosten sind

Wie diese Zeilen mit dem Energiepreis zusammenspielen, steht unter Stromrechnung prüfen, die Grundlagen zu allen Netzbereichen unter Netzkosten senken.

144 Energiegemeinschaften, die hier anders rechnen als im Rest des Landes

Nach Daten des Energieinstituts Vorarlberg gab es im April 2026 im Land 144 Energiegemeinschaften, doppelt so viele wie Ende 2024; im Sommer 2023 waren elf registriert. Ein bekanntes Beispiel ist die Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft Vorderwald, die unter dem Namen Wälderstrom läuft. Sie begann im Jänner 2022 als Pilotprojekt dreier Gemeinden, umfasst inzwischen alle neun Vorderwälder Gemeinden und steht seit Februar 2025 allen offen, deren Zählpunkt im Netzgebiet des Umspannwerks Vorderwald liegt.

Beim Netzentgelt fällt der Nachlass in Vorarlberg allerdings kleiner aus als anderswo, und das sollte man wissen, bevor man beitritt. Die 57 Prozent im Lokalbereich senken den Arbeitspreis von 4,96 auf 2,13 Cent, das sind 2,83 Cent je zugeordneter Kilowattstunde. In Kärnten wären es bei 9,67 Cent Ausgangswert 5,51 Cent. Im Kleinwalsertal dagegen sinkt der Arbeitspreis von 17,73 auf 7,62 Cent, also um 10,11 Cent je Kilowattstunde. Dort ist die Energiegemeinschaft der mit Abstand stärkste Hebel, den ein Haushalt überhaupt hat.

Der zweite Grund für einen Beitritt liegt ohnehin nicht beim Netz, sondern beim Preis der Energie selbst und beim Tarif für eigenen Überschussstrom. Den Rahmen dafür finden Sie unter Stromkosten senken und unter Fixkosten senken ohne Anbieterwechsel.

Was Land und Bund 2026 dazuzahlen

Das Land Vorarlberg zahlt bis zu 7.500 Euro, wenn eine Energiegemeinschaft mit Bürgerbeteiligung gegründet oder eine bestehende für Bürgerinnen und Bürger geöffnet wird. Zuständig ist die Abteilung Allgemeine Wirtschaftsangelegenheiten des Landes, erreichbar unter energie@vorarlberg.at. Für 2026 setzt das Land zwei eigene Schwerpunkte: Photovoltaik auf versiegelten Flächen über 20 kWp und Bürgerbeteiligung samt Energiegemeinschaften.

Vom Bund gab es heuer eine Ausschreibung des Klima- und Energiefonds für bereits aktive Energiegemeinschaften, mit 50 Prozent Förderquote und höchstens 20.000 Euro netto je Gemeinschaft. Eingereicht werden konnte von 20. Jänner bis 16. Juli 2026. Diese Frist ist abgelaufen, und ob eine neue Runde kommt, ist derzeit nicht bekannt. Wer eine Gemeinschaft gründet, sollte das im Auge behalten, statt die Förderung fix einzuplanen.

Der günstigste Anschluss des Landes: 167 Euro je Kilowatt

Dazu kommt ein einmaliger Betrag, das Netzbereitstellungsentgelt. Vorarlberg verrechnet 167,00 Euro je Kilowatt vereinbarter Anschlussleistung und liegt damit unter allen dreizehn Netzbereichen am niedrigsten; in Salzburg sind es 293,63 Euro, also 76 Prozent mehr. Wer wegen einer Wärmepumpe oder einer Wallbox von 8 auf 14 Kilowatt aufstockt, zahlt für die zusätzlichen sechs Kilowatt 1.002,00 Euro, dazu das Netzzutrittsentgelt für die tatsächlichen Herstellungskosten. Im Kleinwalsertal liegt dieser Posten mit 166,74 Euro sogar noch etwas darunter, was die laufenden 17,73 Cent freilich nicht aufwiegt.

Was Sie in Vorarlberg für das Netz zahlen — nachgerechnet

Ein Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden im Jahr, Netzebene 7 ohne Leistungsmessung — der Normalfall in einer Wohnung oder einem Einfamilienhaus. Alle Ansätze stehen in der Verordnung, die Summe rechnet diese Seite daraus.

Netzkosten in Vorarlberg bei 3500 kWh Jahresverbrauch
Position Ansatz Pro Jahr
Netznutzungsentgelt, Arbeitspreis 4,96 Cent/kWh 173,60 €
Netznutzungsentgelt, Pauschale 54,00 € pro Jahr 54,00 €
Netzverlustentgelt 0,39 Cent/kWh 13,76 €
Entgelt für Messleistungen 1,60 € pro Monat 19,20 €
Netzkosten gesamt 260,56 €

Das Messentgelt ist gedeckelt: § 10 Abs. 1 SNE-V erlaubt höchstens 2,40 € im Monat für eine Drehstromzählung. Die Vorarlberger Energienetze GmbH verrechnet laut Preisblatt 1,60 € und bleibt damit darunter. Dazu kommen auf der Rechnung noch Energiepreis, Elektrizitätsabgabe und 20 Prozent Umsatzsteuer, die nicht am Netzbereich hängen.

Vorarlberg hat zwei Netzbereiche — der Preis hängt an der Adresse, nicht am Bundesland.

Neben dem Netzbereich Vorarlberg gilt in Vorarlberg der Netzbereich Kleinwalsertal mit 17,73 Cent je Kilowattstunde. Für denselben Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden sind das 717,38 € im Jahr statt 260,56 € — ein Unterschied von 456,83 €, für den niemand etwas kann und den man auch nicht verhandeln kann. Auf Ihrer Rechnung steht, welcher Bereich für Sie gilt.

Vorarlberg im Vergleich mit allen Netzbereichen Österreichs

Dieselbe Kilowattstunde, dasselbe Netz, dieselbe Regulierungsbehörde — und zwischen dem günstigsten und dem teuersten Netzbereich liegen 173,58 € im Jahr. Das ist keine Anbieterfrage: Wechseln kann man den Netzbetreiber nicht.

Netzkosten aller Netzbereiche bei 3500 kWh Jahresverbrauch
# Netzbereich Cent/kWh Pro Jahr
1 Vorarlberg 4,96 260,56 €
2 Graz 5,17 286,78 €
3 Linz 5,57 294,56 €
4 Oberösterreich 6,29 321,43 €
5 Salzburg 6,59 325,95 €
6 Tirol 6,81 331,41 €
7 Klagenfurt 6,90 344,53 €
8 Wien 6,98 348,96 €
9 Burgenland 8,46 378,90 €
10 Innsbruck 8,03 379,71 €
11 Niederösterreich 8,79 401,25 €
12 Steiermark 8,82 403,26 €
13 Kärnten 9,67 434,13 €

Der Sondernetzbereich Kleinwalsertal ist hier nicht aufgeführt: Er wird aus Deutschland versorgt und liegt mit 17,73 Cent weit außerhalb der Reihe — als Vergleichsmaßstab würde er das Bild verzerren.

Drei Ansätze, die in Vorarlberg tatsächlich etwas bewegen

Am Tarif selbst lässt sich nichts verhandeln, er ist verordnet. Beeinflussbar sind die Voraussetzungen, unter denen er auf Sie angewendet wird.

  1. Energiegemeinschaft: 57 Prozent weniger Arbeitspreis

    § 5 Abs. 1a SNE-V senkt den Arbeitspreis für Teilnehmer einer Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft um 57 Prozent im Lokalbereich und um 28 Prozent im Regionalbereich. In Vorarlberg hieße das statt 4,96 nur noch 2,13 Cent je Kilowattstunde. Der Rabatt gilt allerdings nur für den Anteil, der tatsächlich aus der Gemeinschaft kommt — nicht für den ganzen Jahresverbrauch. Das wird in Werbetexten regelmäßig verwechselt.

  2. Sommer-Nieder-Arbeitspreis: 3,97 statt 4,96 Cent

    Von 1. April bis 30. September, jeweils zwischen 10 und 16 Uhr, gilt ein um 20 Prozent gesenkter Arbeitspreis — in Vorarlberg sind das 3,97 Cent je Kilowattstunde. Voraussetzung ist, dass Ihr Zähler viertelstundenscharf misst und der Netzbetreiber die Werte ausliest. Ohne diese Freischaltung läuft der Rabatt an Ihnen vorbei, obwohl der Zähler ihn technisch könnte.

    Eine Einschränkung, die in Werbetexten meist fehlt: Nach § 5 Abs. 1b SNE-V gilt der Sommer-Nieder-Arbeitspreis nicht für Mengen, die einer Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft zugeordnet sind. Die beiden Rabatte addieren sich also nicht auf dieselbe Kilowattstunde — für den Anteil aus der Gemeinschaft gilt der Abschlag von 57 beziehungsweise 28 Prozent, für den Rest Ihres Verbrauchs der Sommertarif.

  3. Die Einstufung des Zählpunkts prüfen

    Netzebene, Zählertyp und verrechnetes Messentgelt stehen auf der Abrechnung des Netzbetreibers. Ein Wechselstromzähler kostet nach § 10 Abs. 1 SNE-V höchstens 1,00 € im Monat, ein Drehstromzähler höchstens 2,40 € — verrechnet wird nicht immer das, was verbaut ist. Dazu kommen Positionen wie die Tarifschaltung, die nach einem Geräteausbau oft weiterläuft.

Ab 2027 wird anders abgerechnet als heute.

Das Elektrizitätswirtschaftsgesetz (BGBl. I Nr. 91/2025) weitet den Leistungspreis mit 1. Jänner 2027 auf die Netzebene 7 aus — dann zählt zusätzlich, wie viel Leistung Sie in Ihrer höchsten Viertelstunde beziehen, und nicht mehr nur, wie viele Kilowattstunden zusammenkommen. Und schon mit 1. Oktober 2026 lösen die vier Nahebereiche der gemeinsamen Energienutzung die heutigen Energiegemeinschaften ab; bestehende Gemeinschaften werden übergeführt, neu gründen muss niemand. Wie hoch die Abschläge dann sind, ist noch nicht verordnet. Bis dahin gelten die Sätze, mit denen diese Seite rechnet.

Wir machen das für Sie — und zwar alles davon. Wir lesen Ihre Netzabrechnung Position für Position gegen die Verordnung, beantragen die Viertelstundenwerte beim Netzbetreiber, suchen eine Energiegemeinschaft in Ihrem Trafo- oder Umspannbereich und begleiten den Beitritt. Die Prüfung kostet Sie nichts, und wenn nichts zu holen ist, sagen wir Ihnen das auch.

Netzkosten prüfen lassen

Häufige Fragen zu Netzkosten in Vorarlberg

Wer ist in Vorarlberg mein Netzbetreiber?

In fast ganz Vorarlberg ist es die Vorarlberger Energienetze GmbH, die unter dem Namen vorarlberg netz auftritt und mehrheitlich zur illwerke vkw AG gehört. Sie betreibt rund 11.000 Kilometer Leitung und versorgt etwa 200.000 Kundinnen und Kunden. In Feldkirch betreiben die Stadtwerke Feldkirch ein eigenes Verteilernetz, im Kleinwalsertal die Energieversorgung Kleinwalsertal. Ihren Stromlieferanten können Sie frei wählen, den Netzbetreiber nicht: Der hängt an Ihrer Adresse.

Wie hoch sind die Netzkosten in Vorarlberg 2026?

Der Arbeitspreis für die Netznutzung liegt auf der Netzebene 7 ohne Leistungsmessung bei 4,96 Cent je Kilowattstunde, dazu kommen 54 Euro Pauschale im Jahr, 0,393 Cent je Kilowattstunde Netzverlustentgelt und 1,60 Euro im Monat für die Messung. Ein Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden zahlt damit 260,56 Euro Netzkosten im Jahr, ohne Energiepreis, Elektrizitätsabgabe und Umsatzsteuer. Das ist Platz 1 von dreizehn Netzbereichen und 86,48 Euro unter dem österreichischen Mittel. Alle Ansätze stehen in der Systemnutzungsentgelte-Verordnung, in Kraft seit 1. Jänner 2026.

Warum ist das Netzentgelt im Kleinwalsertal so viel höher?

Das Kleinwalsertal ist von Österreich aus auf der Straße nicht erreichbar und hängt am deutschen Netz. Die vorgelagerten Netzkosten, die dabei anfallen, gehen in den österreichischen Tarif ein; die E-Control begründet die Höhe ausdrücklich damit. Für 2026 wurde der Netzbereich Kleinwalsertal stärker gesenkt als andere Bereiche, weil diese Kosten aus Deutschland zurückgegangen sind. Verrechnet werden 17,73 Cent je Kilowattstunde, was für einen Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden 717,38 Euro im Jahr ergibt statt 260,56 Euro im übrigen Vorarlberg.

Welche Orte gehören zum Netzbereich Kleinwalsertal?

Der Sondernetzbereich umfasst die vier Parzellen der Gemeinde Mittelberg, also Riezlern, Hirschegg, Mittelberg und Baad. Das Netz betreibt die Energieversorgung Kleinwalsertal GesmbH mit Sitz in Riezlern, an der auch das Allgäuer Überlandwerk beteiligt ist. Seit 2017 versorgt dasselbe Unternehmen zusätzlich die Tiroler Gemeinde Jungholz mit Habsbichl und Langenschwand, die geografisch ebenfalls von deutschem Gebiet umschlossen ist. Nach dem Smart-Meter-Monitoring der E-Control geht es insgesamt um knapp 4.000 Zählpunkte.

Woran erkenne ich auf der Rechnung, welcher Netzbereich für mich gilt?

An der Zählpunktnummer, die auf jeder Strom- oder Netzrechnung steht. Nach dem Länderkürzel AT folgt die Kennung des Netzbetreibers: 006000 steht für die Vorarlberger Energienetze, 006230 für die Energieversorgung Kleinwalsertal. Zusätzlich nennt der Netzblock den verrechneten Arbeitspreis, und dort bleibt zwischen 4,96 und 17,73 Cent kein Zweifel offen. Wählen können Sie den Bereich nicht, er hängt an der Adresse des Zählpunkts.

Zahle ich in Feldkirch andere Netzentgelte, weil dort die Stadtwerke das Netz betreiben?

Nein. Die Systemnutzungsentgelte-Verordnung kennt für Vorarlberg nur zwei Netzbereiche, nämlich Vorarlberg und den Sondernetzbereich Kleinwalsertal. Der Tarif hängt am Netzbereich und nicht an dem Unternehmen, das abrechnet. In Feldkirch gelten deshalb dieselben 4,96 Cent je Kilowattstunde wie in Bregenz, Dornbirn oder Bludenz, auch wenn auf Ihrer Rechnung ein anderer Netzbetreiber steht. Unterschiede sind bei Nebenpositionen wie dem Messentgelt möglich, das ein Höchstpreis ist und unterschritten werden darf.

Lohnt sich eine Energiegemeinschaft, wenn das Netz in Vorarlberg ohnehin günstig ist?

Beim Netzentgelt fällt der Vorteil kleiner aus als anderswo. Die 57 Prozent Nachlass im Lokalbereich senken den Arbeitspreis von 4,96 auf 2,13 Cent, das sind 2,83 Cent je zugeordneter Kilowattstunde; in Kärnten wären es 5,51 Cent. Der Nachlass gilt zudem nur für den Anteil des Verbrauchs, der tatsächlich aus der Gemeinschaft kommt. Der stärkere Grund für einen Beitritt liegt in Vorarlberg beim Energiepreis selbst und beim Einspeisetarif für eigenen Überschussstrom. Im Kleinwalsertal sieht die Rechnung anders aus: Dort sinkt der Arbeitspreis von 17,73 auf 7,62 Cent.

Wie viele Energiegemeinschaften gibt es in Vorarlberg?

Nach Daten des Energieinstituts Vorarlberg gab es im April 2026 im Land 144 Energiegemeinschaften, doppelt so viele wie Ende 2024; im Sommer 2023 waren elf registriert. Ein bekanntes Beispiel ist die Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft Vorderwald, die unter dem Namen Wälderstrom läuft. Sie startete im Jänner 2022 als Pilotprojekt von Hittisau, Langenegg und Sibratsgfäll, umfasst heute alle neun Vorderwälder Gemeinden und steht seit Februar 2025 allen offen, deren Zählpunkt im Netzgebiet des Umspannwerks Vorderwald liegt.

Welche Förderung gibt es 2026 für Energiegemeinschaften in Vorarlberg?

Das Land Vorarlberg zahlt bis zu 7.500 Euro, wenn eine Energiegemeinschaft mit Bürgerbeteiligung gegründet oder eine bestehende für Bürgerinnen und Bürger geöffnet wird. Zuständig ist die Abteilung Allgemeine Wirtschaftsangelegenheiten des Landes, erreichbar unter energie@vorarlberg.at. Vom Bund kam heuer eine Ausschreibung des Klima- und Energiefonds für bereits aktive Gemeinschaften, abgewickelt über die Kommunalkredit Public Consulting, mit 50 Prozent Förderquote und höchstens 10.000 beziehungsweise 20.000 Euro netto. Eingereicht werden konnte von 20. Jänner bis 16. Juli 2026; diese Frist ist abgelaufen, eine Nachfolge ist bislang nicht angekündigt.

Was kostet ein neuer Netzanschluss in Vorarlberg?

Das Netzbereitstellungsentgelt beträgt 167,00 Euro je Kilowatt vereinbarter Anschlussleistung und ist damit der niedrigste Wert aller dreizehn Netzbereiche; in Salzburg sind es 293,63 Euro, also 76 Prozent mehr. Fällig wird der Betrag einmalig beim Anschluss oder bei einer Erhöhung der Anschlussleistung. Wer wegen einer Wärmepumpe oder einer Wallbox von 8 auf 14 Kilowatt aufstockt, zahlt für die zusätzlichen sechs Kilowatt 1.002,00 Euro. Dazu kommt das Netzzutrittsentgelt für die tatsächlichen Herstellungskosten vor Ort.

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Quellen

Alle Preisansätze dieser Seite stammen aus den folgenden Stellen. Die Jahressummen sind daraus gerechnet, nicht abgeschrieben.

  1. Systemnutzungsentgelte-Verordnung 2018 (SNE-V 2018), Fassung BGBl. II Nr. 305/2025 — § 5 Abs. 1 Z 6 (Netznutzung), § 6 lit. b (Netzverlust), § 7 (Netzbereitstellung), § 10 (Messleistungen) (abgerufen 25. August 2026)
  2. E-Control, Presseinformation „Nur leicht steigende Stromnetzentgelte für 2026" — vom 18. Dezember 2025 (abgerufen 25. August 2026)
  3. E-Control, Strom- und Gaspreismonitor — Stichtag 1. Jänner 2026 (abgerufen 25. August 2026)
  4. vorarlberg netz, Preisblatt Messpreise für Verbraucher — gültig ab 1. Jänner 2026 (abgerufen 25. August 2026)
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