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Netzkosten im Burgenland: der stärkste Anstieg Österreichs, Position für Position

Im Burgenland rechnet die Netz Burgenland GmbH ab, seit 1. Jänner 2026 mit 8,46 Cent je Kilowattstunde. Das ist der stärkste Anstieg aller österreichischen Netzbereiche, und das ausgerechnet im einzigen Netzgebiet, das gar kein Netzverlustentgelt verrechnet. Diese Seite rechnet vor, was sich geändert hat und woran sich trotzdem etwas drehen lässt.

Netzentgelte im Burgenland auf einen Blick

  • 8,46 Cent je kWh Netznutzung
    Netzebene 7, ohne Leistungsmessung
  • 378,90 € Netzkosten pro Jahr
    bei 3.500 kWh, ohne Steuern
  • Platz 9 von 13 Netzbereichen
    günstigster zuerst gereiht
  • +31,87 € gegenüber dem Mittel
    aller Netzbereiche Österreichs

Preisansätze aus der Systemnutzungsentgelte-Verordnung 2018 (SNE-V 2018), Fassung BGBl. II Nr. 305/2025, in Kraft seit 1. Jänner 2026. Netzbereich Burgenland, abgerechnet von der Netz Burgenland GmbH. Die Jahressumme ist aus Arbeitspreis, Pauschale, Netzverlustentgelt und Messentgelt gerechnet — ohne Energiepreis, Elektrizitätsabgabe und Umsatzsteuer.

Null Cent für die Netzverluste, und trotzdem Platz 9 von 13

Das Burgenland ist der einzige Netzbereich Österreichs, in dem für das Netzverlustentgelt 0,000 Cent je Kilowattstunde verrechnet werden. In Wien sind es 0,700 Cent, in Graz 0,658. Ein burgenländischer Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden zahlt für diese Zeile also null Euro, während in Wien 24,50 Euro dafür anfallen.

Trotzdem liegt das Burgenland mit 378,90 Euro Netzkosten im Jahr auf Platz 9 von 13 Netzbereichen. Der Grund steht eine Zeile darüber: Der Arbeitspreis für die Netznutzung ist mit 8,46 Cent je Kilowattstunde der vierthöchste dieser dreizehn, nur Kärnten, die Steiermark und Niederösterreich verlangen mehr. Wien kommt mit 6,98 Cent aus und landet trotz des höchsten Netzverlustentgelts bei 348,96 Euro, also 29,94 Euro darunter.

Wer nur liest, im Burgenland würden keine Netzverluste verrechnet, hat eine richtige Zahl erwischt und den falschen Schluss gezogen: Für die Rechnung zählt die Summe aus vier Positionen und nicht die auffälligste davon.

Was sich zum 1. Jänner 2026 geändert hat

Auf dem Preisblatt der Netz Burgenland für 2025 standen für die Netzebene 7 ohne Leistungsmessung 7,26 Cent Arbeitspreis und 48,00 Euro Grundpreis. Seit 1. Jänner 2026 sind es 8,46 Cent und 54,00 Euro. Das Netzverlustentgelt war schon davor null, das Messentgelt liegt weiter bei 2,40 Euro im Monat und damit am Höchstwert der Verordnung.

Für einen Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden ergibt das 42,00 Euro mehr aus dem Arbeitspreis und 6,00 Euro mehr aus dem Grundpreis, zusammen 48,00 Euro netto im Jahr. Mit 20 Prozent Umsatzsteuer sind es 57,60 Euro.

Die E-Control weist für den Netzbereich Burgenland einen Anstieg von 15,9 Prozent aus, bei einem österreichweiten Schnitt von 1,3 Prozent. Die Arbeiterkammer Burgenland hat die Erhöhung kritisiert und nennt 58,44 Euro Mehrkosten im Jahr bei 3.500 Kilowattstunden. Das ist eine eigene Berechnung der AK, die sich mit unserer nicht vermengen lässt, weil daraus nicht hervorgeht, welche Positionen und Steuern sie enthält.

Als Begründung nennt die E-Control die Aufwände, die ihr die Netzbetreiber für Ausbau, Wartung und Betrieb melden. Die Burgenland Energie verwies im Oktober 2025 auf 134 Millionen Euro, die im Jahr davor in die Netzsicherheit geflossen sind. Das Burgenland ist bei der Windkraft seit Langem vorne, und ein Netz, das viel Einspeisung aufnehmen soll, braucht mehr Leitungen und Umspanner. Die Regulierungsbehörde schreibt den Anstieg allerdings nicht Wind- oder Photovoltaikanlagen zu, und wir tun das hier auch nicht. Belegbar ist der Mengeneffekt: Anerkannte Kosten werden auf die Zählpunkte eines Netzgebiets umgelegt, und wo viel investiert und auf wenige verteilt wird, schlägt das je Anschluss stärker durch.

Der Anstieg trifft im Netzgebiet alle gleich, weil das Entgelt verordnet ist. Der Arbeitspreis ist die einzige der vier Positionen, die über den Sommer-Nieder-Tarif und über eine Energiegemeinschaft sinken kann, und beides hängt an einer Freischaltung beim Netzbetreiber.

Ein Netzgebiet, ein Preis, vier Zeilen zum Nachrechnen

Die Netz Burgenland GmbH betreibt nach eigenen Angaben rund 9.800 Kilometer Stromleitungen und 3.200 Kilometer Gasleitungen und versorgt etwa 215.000 Strom- und Gaskunden. Das Netzgebiet endet nicht exakt an der Landesgrenze. Im Zweifel hilft die Zählpunktnummer auf der Rechnung: Im Gebiet der Netz Burgenland beginnt sie mit AT009000.

Halten Sie auf Ihrer Jahresabrechnung vier Zeilen gegen die Verordnung:

  • Arbeitspreis Netznutzung, 8,46 Cent je Kilowattstunde
  • Grundpreis, 54,00 Euro im Jahr und nicht mehr 48,00
  • Netzverlustentgelt, null. Steht dort ein Betrag, gehört er hinterfragt
  • Entgelt für Messleistungen, 2,40 Euro im Monat bei Drehstrom, mehr darf es nach der Verordnung nicht sein

Eine Abrechnung, die über den Jahreswechsel läuft, muss die Monate davor mit den alten Ansätzen und die Monate danach mit den neuen rechnen. Dort zahlt sich ein zweiter Blick heuer am ehesten aus. Wie so eine Durchsicht abläuft, steht auf Stromrechnung prüfen.

Warum eine Energiegemeinschaft im Burgenland mehr wert ist als in Vorarlberg

Der Rabatt nach § 5 Abs. 1a der Verordnung ist prozentuell und österreichweit gleich hoch. Weil das Burgenland von einem hohen Arbeitspreis ausgeht, ist derselbe Prozentsatz hier mehr Geld wert: Aus 8,46 Cent werden im Lokalbereich 3,64 Cent, die Ersparnis beträgt 4,82 Cent je Kilowattstunde. In Vorarlberg, wo der Arbeitspreis bei 4,96 Cent liegt, bleiben von derselben Regel 2,83 Cent übrig.

Ein Rechenbeispiel: Deckt eine Gemeinschaft knapp ein Drittel Ihres Jahresverbrauchs von 3.500 Kilowattstunden ab, also rund 1.150 Kilowattstunden, sind das etwa 55 Euro im Jahr beim Netzentgelt. Ob dieser Anteil erreicht wird, hängt an der Anlage und an Ihrem Verbrauchsverhalten, versprechen lässt sich das niemandem.

Beim Aufbau solcher Gemeinschaften ist das Burgenland weiter als der Rest Österreichs: Über das Raiffeisen-Netzwerk bestehen rund zwanzig regionale Genossenschaften, die zusammen nahezu die ganze Landesfläche abdecken, darunter die EG Region Eisenstadt und die EG Region Güssing. Die erste Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft des Landes gründeten 2022 fünf südburgenländische Gemeinden rund um Stegersbach als Verein.

Am praktischsten ist die EEG-Nahbereichsabfrage der Netz Burgenland, als Formular oder als Karte: Mit Ihrer Zählpunktnummer sehen Sie, ob eine Anlage in Ihrem Lokal- oder Regionalbereich liegt. Danach folgen die Registrierung als Marktteilnehmer auf ebutilities.at, der Vertrag mit dem Netzbetreiber und die Freischaltung im EDA-Portal. Alle neun Schritte stehen auf der Website der Netz Burgenland, machbar ist das also allein. Wir nehmen es Ihnen ab, wenn Sie lieber nur unterschreiben.

Gas und Heizkosten, was 2026 noch dazukommt

Beim Gas fällt der Sprung deutlicher aus: Die Netzentgelte steigen im Burgenland zum 1. Jänner 2026 um 25 Prozent, österreichweit sind es im Schnitt 18,2 Prozent. Die Arbeiterkammer rechnet für einen Gashaushalt mit rund 100 Euro Mehrkosten im Jahr. Wer beides bezieht, nimmt die Gasrechnung am besten gleich mit, weil dafür eine eigene Verordnung mit eigenen Zonen gilt; was dabei zu holen ist, steht auf Gaskosten senken.

Auf Landesebene gibt es heuer den Wärmepreisdeckel. Er gilt für Haushalte mit Hauptwohnsitz im Land und einer Bemessungsgrundlage bis 43.000 Euro, die Förderhöhe liegt zwischen 50 und 1.000 Euro und deckt nach Angabe des Landes alle Heizarten und Energieanbieter ab. Anträge nimmt das Amt der Burgenländischen Landesregierung von 1. April bis 31. Dezember 2026 entgegen. Mit der Stromnetzrechnung hat er nichts zu tun, in dieselbe Aufstellung gehört er trotzdem, wenn Sie Ihre Fixkosten ohne Anbieterwechsel durchgehen.

Was Sie im Burgenland für das Netz zahlen — nachgerechnet

Ein Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden im Jahr, Netzebene 7 ohne Leistungsmessung — der Normalfall in einer Wohnung oder einem Einfamilienhaus. Alle Ansätze stehen in der Verordnung, die Summe rechnet diese Seite daraus.

Netzkosten im Burgenland bei 3500 kWh Jahresverbrauch
Position Ansatz Pro Jahr
Netznutzungsentgelt, Arbeitspreis 8,46 Cent/kWh 296,10 €
Netznutzungsentgelt, Pauschale 54,00 € pro Jahr 54,00 €
Netzverlustentgelt 0,00 Cent/kWh 0,00 €
Entgelt für Messleistungen 2,40 € pro Monat 28,80 €
Netzkosten gesamt 378,90 €

Das Messentgelt ist gedeckelt: § 10 Abs. 1 SNE-V erlaubt höchstens 2,40 € im Monat für eine Drehstromzählung. Die Netz Burgenland GmbH verrechnet laut Preisblatt 2,40 € und schöpft den Rahmen damit voll aus. Dazu kommen auf der Rechnung noch Energiepreis, Elektrizitätsabgabe und 20 Prozent Umsatzsteuer, die nicht am Netzbereich hängen.

Burgenland im Vergleich mit allen Netzbereichen Österreichs

Dieselbe Kilowattstunde, dasselbe Netz, dieselbe Regulierungsbehörde — und zwischen dem günstigsten und dem teuersten Netzbereich liegen 173,58 € im Jahr. Das ist keine Anbieterfrage: Wechseln kann man den Netzbetreiber nicht.

Netzkosten aller Netzbereiche bei 3500 kWh Jahresverbrauch
# Netzbereich Cent/kWh Pro Jahr
1 Vorarlberg 4,96 260,56 €
2 Graz 5,17 286,78 €
3 Linz 5,57 294,56 €
4 Oberösterreich 6,29 321,43 €
5 Salzburg 6,59 325,95 €
6 Tirol 6,81 331,41 €
7 Klagenfurt 6,90 344,53 €
8 Wien 6,98 348,96 €
9 Burgenland 8,46 378,90 €
10 Innsbruck 8,03 379,71 €
11 Niederösterreich 8,79 401,25 €
12 Steiermark 8,82 403,26 €
13 Kärnten 9,67 434,13 €

Der Sondernetzbereich Kleinwalsertal ist hier nicht aufgeführt: Er wird aus Deutschland versorgt und liegt mit 17,73 Cent weit außerhalb der Reihe — als Vergleichsmaßstab würde er das Bild verzerren.

Drei Ansätze, die im Burgenland tatsächlich etwas bewegen

Am Tarif selbst lässt sich nichts verhandeln, er ist verordnet. Beeinflussbar sind die Voraussetzungen, unter denen er auf Sie angewendet wird.

  1. Energiegemeinschaft: 57 Prozent weniger Arbeitspreis

    § 5 Abs. 1a SNE-V senkt den Arbeitspreis für Teilnehmer einer Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft um 57 Prozent im Lokalbereich und um 28 Prozent im Regionalbereich. Im Burgenland hieße das statt 8,46 nur noch 3,64 Cent je Kilowattstunde. Der Rabatt gilt allerdings nur für den Anteil, der tatsächlich aus der Gemeinschaft kommt — nicht für den ganzen Jahresverbrauch. Das wird in Werbetexten regelmäßig verwechselt.

  2. Sommer-Nieder-Arbeitspreis: 6,77 statt 8,46 Cent

    Von 1. April bis 30. September, jeweils zwischen 10 und 16 Uhr, gilt ein um 20 Prozent gesenkter Arbeitspreis — im Burgenland sind das 6,77 Cent je Kilowattstunde. Voraussetzung ist, dass Ihr Zähler viertelstundenscharf misst und der Netzbetreiber die Werte ausliest. Ohne diese Freischaltung läuft der Rabatt an Ihnen vorbei, obwohl der Zähler ihn technisch könnte.

    Eine Einschränkung, die in Werbetexten meist fehlt: Nach § 5 Abs. 1b SNE-V gilt der Sommer-Nieder-Arbeitspreis nicht für Mengen, die einer Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft zugeordnet sind. Die beiden Rabatte addieren sich also nicht auf dieselbe Kilowattstunde — für den Anteil aus der Gemeinschaft gilt der Abschlag von 57 beziehungsweise 28 Prozent, für den Rest Ihres Verbrauchs der Sommertarif.

  3. Die Einstufung des Zählpunkts prüfen

    Netzebene, Zählertyp und verrechnetes Messentgelt stehen auf der Abrechnung des Netzbetreibers. Ein Wechselstromzähler kostet nach § 10 Abs. 1 SNE-V höchstens 1,00 € im Monat, ein Drehstromzähler höchstens 2,40 € — verrechnet wird nicht immer das, was verbaut ist. Dazu kommen Positionen wie die Tarifschaltung, die nach einem Geräteausbau oft weiterläuft.

Ab 2027 wird anders abgerechnet als heute.

Das Elektrizitätswirtschaftsgesetz (BGBl. I Nr. 91/2025) weitet den Leistungspreis mit 1. Jänner 2027 auf die Netzebene 7 aus — dann zählt zusätzlich, wie viel Leistung Sie in Ihrer höchsten Viertelstunde beziehen, und nicht mehr nur, wie viele Kilowattstunden zusammenkommen. Und schon mit 1. Oktober 2026 lösen die vier Nahebereiche der gemeinsamen Energienutzung die heutigen Energiegemeinschaften ab; bestehende Gemeinschaften werden übergeführt, neu gründen muss niemand. Wie hoch die Abschläge dann sind, ist noch nicht verordnet. Bis dahin gelten die Sätze, mit denen diese Seite rechnet.

Wir machen das für Sie — und zwar alles davon. Wir lesen Ihre Netzabrechnung Position für Position gegen die Verordnung, beantragen die Viertelstundenwerte beim Netzbetreiber, suchen eine Energiegemeinschaft in Ihrem Trafo- oder Umspannbereich und begleiten den Beitritt. Die Prüfung kostet Sie nichts, und wenn nichts zu holen ist, sagen wir Ihnen das auch.

Netzkosten prüfen lassen

Häufige Fragen zu Netzkosten im Burgenland

Wer ist im Burgenland mein Netzbetreiber?

Im ganzen Land rechnet die Netz Burgenland GmbH ab, eine hundertprozentige Tochter der Burgenland Energie. Anders als in der Steiermark, in Oberösterreich, in Tirol oder in Kärnten gibt es keinen zweiten Netzbereich, und auch die Landeshauptstadt hat keinen eigenen: In Eisenstadt gelten dieselben Ansätze wie in Jennersdorf oder in Neusiedl. Ihren Stromlieferanten können Sie frei wählen, den Netzbetreiber nicht, der hängt an der Adresse Ihres Zählpunkts.

Wie hoch sind die Netzkosten im Burgenland 2026?

Der Arbeitspreis für die Netznutzung liegt auf der Netzebene 7 ohne Leistungsmessung bei 8,46 Cent je Kilowattstunde, dazu kommen 54,00 Euro Pauschale im Jahr, 0,000 Cent Netzverlustentgelt und höchstens 2,40 Euro im Monat für die Messung bei einer Drehstromzählung. Für einen Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden ergibt das 378,90 Euro Netzkosten im Jahr, ohne Energiepreis, Elektrizitätsabgabe und Umsatzsteuer. Alle Ansätze stehen in der Systemnutzungsentgelte-Verordnung, in Kraft seit 1. Jänner 2026.

Warum verrechnet das Burgenland 0,000 Cent Netzverlustentgelt?

Das Netzverlustentgelt deckt den Strom ab, der auf dem Weg durch Leitungen und Umspanner verloren geht und vom Netzbetreiber zugekauft werden muss. Die E-Control setzt es je Netzbereich anhand der tatsächlichen Verluste und Beschaffungskosten fest. Im Burgenland steht dort seit Jahren eine Null, auch schon auf dem Preisblatt für 2025, während Wien 0,700 Cent verrechnet und Graz 0,658 Cent. Auf die Jahresrechnung wirkt sich das aus, entscheidet sie aber nicht: Das Burgenland liegt trotz dieser Null auf Platz 9 von 13.

Um wie viel sind die Netzkosten im Burgenland 2026 gestiegen?

Auf dem Preisblatt der Netz Burgenland für 2025 standen 7,26 Cent Arbeitspreis und 48,00 Euro Grundpreis, seit 1. Jänner 2026 sind es 8,46 Cent und 54,00 Euro. Für 3.500 Kilowattstunden macht das 42,00 Euro aus dem Arbeitspreis und 6,00 Euro aus dem Grundpreis, zusammen 48,00 Euro netto oder 57,60 Euro mit Umsatzsteuer. Die E-Control weist für den Netzbereich Burgenland 15,9 Prozent aus, bei einem österreichweiten Schnitt von 1,3 Prozent. Das ist der stärkste Anstieg des Landes.

Liegt der Anstieg an der Windkraft im Burgenland?

Die E-Control begründet die neuen Ansätze mit den Aufwänden, die ihr die Netzbetreiber für Ausbau, Wartung und Betrieb melden, und schreibt den Anstieg nicht Wind- oder Photovoltaikanlagen zu. Die Burgenland Energie verwies im Oktober 2025 auf 134 Millionen Euro, die im Jahr davor in die Netzsicherheit geflossen sind. Belegbar ist der Mengeneffekt: Anerkannte Kosten werden auf die Zählpunkte eines Netzgebiets umgelegt, und wo viel investiert und auf wenige Zählpunkte verteilt wird, schlägt das je Anschluss stärker durch. Politisch wird darüber im Land gestritten, das ist dokumentiert.

Wie finde ich heraus, ob eine Energiegemeinschaft für mich in Frage kommt?

Die Netz Burgenland bietet dafür eine eigene EEG-Nahbereichsabfrage an, samt Karte. Sie geben die Zählpunktnummer von Ihrer Stromrechnung ein und sehen, ob eine bestimmte Erzeugungsanlage in Ihrem Lokalbereich oder in Ihrem Regionalbereich liegt. Davon hängt die Höhe des Rabatts ab: 57 Prozent weniger Arbeitspreis im Lokalbereich, 28 Prozent im Regionalbereich. Im Burgenland decken rund zwanzig regionale Energiegenossenschaften nahezu die ganze Landesfläche ab, ein Ansprechpartner in der Nähe ist also meistens vorhanden.

Was bringt der Sommer-Nieder-Arbeitspreis im Burgenland?

Von 1. April bis 30. September gilt zwischen 10 und 16 Uhr ein um 20 Prozent gesenkter Arbeitspreis, im Burgenland also 6,77 statt 8,46 Cent je Kilowattstunde. Jede Kilowattstunde, die Sie in dieses Fenster verlegen, kostet damit 1,69 Cent weniger beim Netz. Wer 500 Kilowattstunden im Jahr verlagert, etwa Waschmaschine, Geschirrspüler und Warmwasser über eine Zeitschaltung, kommt auf rund 8,45 Euro. Voraussetzung ist, dass Ihr Zähler viertelstundenscharf misst und diese Werte auch ausgelesen werden.

Was kostet ein neuer Netzanschluss im Burgenland?

Das Netzbereitstellungsentgelt beträgt auf der Netzebene 7 einmalig 238,00 Euro je Kilowatt vereinbarter Anschlussleistung und ist gegenüber 2025 unverändert geblieben. Wie viele Kilowatt verrechnet werden, ergibt sich aus der Vorzählersicherung: Auf dem Preisblatt für 2025 stand dazu ausdrücklich, dass 50 Ampere mit 3 Kilowatt gerechnet werden, was 714,00 Euro ergibt. Dazu kommen die Kosten für die Herstellung des Anschlusses selbst. Vor einer Erhöhung der Anschlussleistung wegen Wärmepumpe oder Wallbox lohnt die Frage, wie viel Leistung wirklich gebraucht wird.

Habe ich im Burgenland schon einen Smart Meter?

Sehr wahrscheinlich ja. Der Rollout im burgenländischen Netzgebiet gilt als einer der frühesten Österreichs und lief zwischen 2015 und 2021. Das Gerät allein bringt allerdings nichts: Solange die viertelstündliche Aufzeichnung nicht freigeschaltet ist, greift weder der Sommer-Nieder-Arbeitspreis noch lässt sich eine Energiegemeinschaft abrechnen. Die Freischaltung beantragen Sie beim Netzbetreiber und nicht bei Ihrem Stromlieferanten, für Haushalte kostet sie nichts. Ob die feineren Werte danach tatsächlich ankommen, sollten Sie ein bis zwei Monate später kontrollieren.

Gibt es 2026 eine Landesförderung zu den Energiekosten?

Das Land Burgenland führt 2026 den Wärmepreisdeckel. Gefördert werden Haushalte mit Hauptwohnsitz im Burgenland und einer Bemessungsgrundlage von höchstens 43.000 Euro, die Förderhöhe liegt zwischen 50 und 1.000 Euro und gilt nach Angabe des Landes für alle Heizarten und alle Energieanbieter. Anträge nimmt das Amt der Burgenländischen Landesregierung von 1. April bis 31. Dezember 2026 entgegen. Der Zuschuss betrifft die Heizkosten und nicht Ihre Stromnetzrechnung, gehört aber in dieselbe Aufstellung, wenn Sie ohnehin gerade rechnen.

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Quellen

Alle Preisansätze dieser Seite stammen aus den folgenden Stellen. Die Jahressummen sind daraus gerechnet, nicht abgeschrieben.

  1. Systemnutzungsentgelte-Verordnung 2018 (SNE-V 2018), Fassung BGBl. II Nr. 305/2025 — § 5 Abs. 1 Z 6 (Netznutzung), § 6 lit. b (Netzverlust), § 7 (Netzbereitstellung), § 10 (Messleistungen) (abgerufen 25. August 2026)
  2. E-Control, Presseinformation „Nur leicht steigende Stromnetzentgelte für 2026" — vom 18. Dezember 2025 (abgerufen 25. August 2026)
  3. E-Control, Strom- und Gaspreismonitor — Stichtag 1. Jänner 2026 (abgerufen 25. August 2026)
  4. Netz Burgenland GmbH, Tarifblatt Strom — gültig ab 1. Jänner 2026 (abgerufen 25. August 2026)
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