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Netzkosten in Salzburg: heuer gesunken, beim Anschluss trotzdem am teuersten

Salzburg ist das Bundesland mit der stärksten Senkung bei den Strom-Netzentgelten 2026, während sie im Österreichschnitt gestiegen sind. Diese Seite rechnet vor, was die Salzburg Netz GmbH heuer tatsächlich verrechnet, warum ein neuer Anschluss hier trotzdem mehr kostet als in jedem anderen Netzgebiet und was Salzburger Haushalte selbst in der Hand haben.

Netzentgelte in Salzburg auf einen Blick

  • 6,59 Cent je kWh Netznutzung
    Netzebene 7, ohne Leistungsmessung
  • 325,95 € Netzkosten pro Jahr
    bei 3.500 kWh, ohne Steuern
  • Platz 5 von 13 Netzbereichen
    günstigster zuerst gereiht
  • −21,09 € gegenüber dem Mittel
    aller Netzbereiche Österreichs

Preisansätze aus der Systemnutzungsentgelte-Verordnung 2018 (SNE-V 2018), Fassung BGBl. II Nr. 305/2025, in Kraft seit 1. Jänner 2026. Netzbereich Salzburg, abgerechnet von der Salzburg Netz GmbH. Die Jahressumme ist aus Arbeitspreis, Pauschale, Netzverlustentgelt und Messentgelt gerechnet — ohne Energiepreis, Elektrizitätsabgabe und Umsatzsteuer.

Die stärkste Senkung Österreichs, und trotzdem nur Platz 5

Mit 1. Jänner 2026 hat die Regulierungskommission der E-Control die Netzentgelte neu verordnet. Für Haushalte steigen sie österreichweit im Schnitt um 1,3 Prozent. Salzburg fällt aus dieser Reihe heraus: Hier gehen die Netzkosten um rund neun Prozent zurück, während sie im Burgenland um 15,9 Prozent, in Tirol um 10,9 Prozent und in Niederösterreich um 6,9 Prozent steigen. Wolfgang Urbantschitsch von der E-Control begründet das mit der Stabilisierung des Stromverbrauchs und mit zusätzlichen Erlösen, etwa aus dem grenzüberschreitenden Stromtransit.

Die Salzburg Netz GmbH wird in ihrer Kundeninformation zum 1. Jänner 2026 genauer und beziffert den Rückgang bei der Summe aus Netznutzungs- und Netzverlustentgelt mit 3,5 bis 16,2 Prozent, je nach Netzebene. Für Haushalte auf der Netzebene 7 landet der Arbeitspreis damit bei 6,59 Cent je Kilowattstunde.

Eine Senkung ist deshalb noch keine Gutschrift. Mit 325,95 Euro im Jahr liegt Salzburg auf Platz 5 von dreizehn Netzbereichen, 21,09 Euro unter dem österreichischen Mittel und 65,39 Euro über Vorarlberg, dem günstigsten Netzgebiet des Landes. Wer den Rückgang tatsächlich am Konto sehen will, muss den Akonto-Betrag anpassen lassen; sonst läuft der alte Teilbetrag weiter und der Unterschied taucht erst bei der Jahresabrechnung auf.

293,63 Euro je Kilowatt: der teuerste Anschluss des Landes

Beim laufenden Entgelt sitzt Salzburg im guten Mittelfeld. Bei einer einzelnen Position steht das Bundesland aber an der Spitze aller Netzbereiche, und zwar beim Netzbereitstellungsentgelt. Das ist der einmalige Betrag, der beim erstmaligen Anschluss an das Netz und bei jeder Erhöhung der vereinbarten Anschlussleistung fällig wird. Salzburg verrechnet dafür 293,63 Euro je Kilowatt. Klagenfurt folgt mit 265,33 Euro, Wien liegt bei 235,47 Euro, Vorarlberg bei 167,00 Euro.

Spürbar wird das bei Neubau, Wärmepumpe und Wallbox. Wer von 8 auf 14 Kilowatt aufstockt, zahlt für die sechs zusätzlichen Kilowatt 1.761,78 Euro, einmalig und zusätzlich zum Netzzutrittsentgelt, das die tatsächlichen Herstellungskosten abdeckt. Dieselben sechs Kilowatt kosten in Vorarlberg 1.002,00 Euro. Bevor Sie eine Erhöhung beantragen, lohnt sich die Frage, ob die vorhandene Leistung wirklich zu knapp ist. Ob sich die Ladeleistung einer Wallbox so steuern lässt, dass die bestehende Anschlussleistung ausreicht, hängt an Ihrer Installation und gehört mit dem Elektrounternehmen und dem Netzbetreiber besprochen. Was dabei zu bedenken ist, steht im Ratgeber zu Wärmepumpe, Wallbox und Netzkosten.

Die vereinbarte Anschlussleistung ist die einzige Zahl im Netzvertrag, über die Sie selbst entscheiden. Die Preisansätze verordnet die E-Control, über die Zahl der Kilowatt entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrem Elektrounternehmen. In Salzburg kostet jedes zusätzliche Kilowatt einmalig 293,63 Euro, weshalb sich vor dem Antrag eine ehrliche Rechnung auszahlt, wie viel Leistung im Haus tatsächlich gleichzeitig gebraucht wird.

Ein Netzbereich, aber nicht nur ein Netzbetreiber

Für das ganze Bundesland kennt die Verordnung nur einen einzigen Netzbereich, den Bereich Salzburg. Abgerechnet wird er von der Salzburg Netz GmbH, einer hundertprozentigen Tochter der Salzburg AG, die 2005 gegründet wurde und ihre operative Tätigkeit mit 1. Jänner 2006 aufgenommen hat. Ihr Niederspannungsnetz ist nach eigener Angabe rund 13.300 Kilometer lang, läuft über etwa 5.200 Trafostationen und versorgt rund 140.000 Netzanschlüsse mit 440.000 Zählpunkten.

Das Konzessionsgebiet deckt allerdings nicht ganz alles ab. Die Salzburg Netz nimmt selbst drei Gebiete aus: Bereiche im Großarltal, in Hofgastein und in Neukirchen am Großvenediger. Dort rechnen kleine örtliche Netzbetreiber ab, etwa das Elektrizitätswerk Bad Hofgastein oder die Lichtgenossenschaft Neukirchen. Welchem Netzbereich diese Zählpunkte zugeordnet sind, ergibt sich aus der Zuordnung der Netzbetreiber durch die E-Control und nicht aus der Gemeindegrenze. Nachsehen lässt sich das auf der eigenen Abrechnung, auf der Netzbetreiber und Netzbereich ausgewiesen sein müssen. Wenn Sie unsicher sind, sehen wir uns das bei der Prüfung Ihrer Stromrechnung gemeinsam an.

Was heuer sonst noch billiger geworden ist

Die Netzentgelte sind nur ein Teil dessen, was sich mit Jahresbeginn geändert hat. Die Salzburg Netz weist in derselben Kundeninformation aus, dass die Elektrizitätsabgabe für natürliche Personen mit Haushaltslastprofil von einheitlich 1,5 Cent je Kilowattstunde auf 0,1 Cent gesenkt wurde, dass die Gebrauchsabgabe auf jeder Netzebene um 11 Prozent zurückgeht und dass die Erneuerbaren-Förderbeiträge je nach Netzebene und Komponente um 19 bis 50 Prozent gesenkt wurden. Für einen Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden ergibt das nach Rechnung des Netzbetreibers zusammen rund 105 Euro brutto weniger im Jahr.

Diese Zahl umfasst Netzentgelte, Elektrizitätsabgabe und Gebrauchsabgabe gemeinsam und ist ein Durchschnittswert. Stammt Ihr monatlicher Teilbetrag noch aus dem Vorjahr, zahlen Sie vorerst weiter zu viel und bekommen die Differenz erst später als Gutschrift oder über einen korrigierten Erlagschein zurück. Wie sich dieser Weg für alle laufenden Kosten gleichzeitig gehen lässt, steht unter Fixkosten senken ohne Anbieterwechsel, und was auf der Stromseite dazukommt, unter Stromkosten senken.

1.267 laufende Energiegemeinschaften, und was eine davon bringt

Bei Energiegemeinschaften ist Salzburg weit vorne. Das Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen, das im Auftrag des Landes kostenlos dazu berät, zählt mit Stand März 2026 knapp 400 Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften in Betrieb und 732 gemeinschaftliche Erzeugungsanlagen. Rechnet man die Bürgerenergiegemeinschaften dazu, sind es 1.267 laufende Energiegemeinschaften mit über 19.700 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Zwei Beispiele zeigen, wie unterschiedlich das aussehen kann. Der Verein Energie Salzburg Süd tauscht seit Jänner 2024 Strom im Süden der Stadt Salzburg sowie in Elsbethen, Gaißau, Krispl und Wals ohne Siezenheim; mit Stand April 2026 sind 160 Erzeugungs- und Verbrauchszählpunkte dabei, die monatlich etwa 75.000 Kilowattstunden untereinander handeln. Die kommunale Energiegemeinschaft Salzburger Seenland läuft seit März 2024 über den bestehenden Regionalverband als Rechtsträger, sodass keine eigene Organisation gegründet werden musste; im Februar 2025 waren dort 17 Erzeuger und 52 Verbraucher beteiligt.

Für Ihre Rechnung zählt der Rabatt nach § 5 Abs. 1a der Verordnung. Im Lokalbereich, also im selben Niederspannungsstrang, sinkt der Arbeitspreis um 57 Prozent, in Salzburg von 6,59 auf 2,83 Cent je Kilowattstunde. Er gilt ausschließlich für jene Menge, die Ihnen aus der Gemeinschaft zugeordnet wird. Die Beratung beim SIR kostet nichts, viele Gemeinden und Vereine schaffen die Gründung aus eigener Kraft, und wer sich Formulare, Zuordnung und Abstimmung mit dem Netzbetreiber nicht antun will, übergibt uns die Sache. Wie ein Beitritt abläuft, steht im Ratgeber Energiegemeinschaft beitreten.

Was Sie in Salzburg für das Netz zahlen — nachgerechnet

Ein Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden im Jahr, Netzebene 7 ohne Leistungsmessung — der Normalfall in einer Wohnung oder einem Einfamilienhaus. Alle Ansätze stehen in der Verordnung, die Summe rechnet diese Seite daraus.

Netzkosten in Salzburg bei 3500 kWh Jahresverbrauch
Position Ansatz Pro Jahr
Netznutzungsentgelt, Arbeitspreis 6,59 Cent/kWh 230,65 €
Netznutzungsentgelt, Pauschale 54,00 € pro Jahr 54,00 €
Netzverlustentgelt 0,36 Cent/kWh 12,50 €
Entgelt für Messleistungen (Höchstpreis angesetzt) 2,40 € pro Monat 28,80 €
Netzkosten gesamt 325,95 €

Für das Entgelt für Messleistungen setzt diese Rechnung den Höchstpreis von 2,40 € nach § 10 Abs. 1 SNE-V an, weil die Salzburg Netz GmbH ihr Preisblatt dazu nicht an einer öffentlich auffindbaren Stelle veröffentlicht. Der tatsächlich verrechnete Betrag kann niedriger sein — mehrere Netzbetreiber schöpfen den Höchstpreis nicht aus. Sehen Sie auf Ihrer Abrechnung nach, was dort steht. Dazu kommen auf der Rechnung noch Energiepreis, Elektrizitätsabgabe und 20 Prozent Umsatzsteuer, die nicht am Netzbereich hängen.

Salzburg im Vergleich mit allen Netzbereichen Österreichs

Dieselbe Kilowattstunde, dasselbe Netz, dieselbe Regulierungsbehörde — und zwischen dem günstigsten und dem teuersten Netzbereich liegen 173,58 € im Jahr. Das ist keine Anbieterfrage: Wechseln kann man den Netzbetreiber nicht.

Netzkosten aller Netzbereiche bei 3500 kWh Jahresverbrauch
# Netzbereich Cent/kWh Pro Jahr
1 Vorarlberg 4,96 260,56 €
2 Graz 5,17 286,78 €
3 Linz 5,57 294,56 €
4 Oberösterreich 6,29 321,43 €
5 Salzburg 6,59 325,95 €
6 Tirol 6,81 331,41 €
7 Klagenfurt 6,90 344,53 €
8 Wien 6,98 348,96 €
9 Burgenland 8,46 378,90 €
10 Innsbruck 8,03 379,71 €
11 Niederösterreich 8,79 401,25 €
12 Steiermark 8,82 403,26 €
13 Kärnten 9,67 434,13 €

Der Sondernetzbereich Kleinwalsertal ist hier nicht aufgeführt: Er wird aus Deutschland versorgt und liegt mit 17,73 Cent weit außerhalb der Reihe — als Vergleichsmaßstab würde er das Bild verzerren.

Drei Ansätze, die in Salzburg tatsächlich etwas bewegen

Am Tarif selbst lässt sich nichts verhandeln, er ist verordnet. Beeinflussbar sind die Voraussetzungen, unter denen er auf Sie angewendet wird.

  1. Energiegemeinschaft: 57 Prozent weniger Arbeitspreis

    § 5 Abs. 1a SNE-V senkt den Arbeitspreis für Teilnehmer einer Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft um 57 Prozent im Lokalbereich und um 28 Prozent im Regionalbereich. In Salzburg hieße das statt 6,59 nur noch 2,83 Cent je Kilowattstunde. Der Rabatt gilt allerdings nur für den Anteil, der tatsächlich aus der Gemeinschaft kommt — nicht für den ganzen Jahresverbrauch. Das wird in Werbetexten regelmäßig verwechselt.

  2. Sommer-Nieder-Arbeitspreis: 5,27 statt 6,59 Cent

    Von 1. April bis 30. September, jeweils zwischen 10 und 16 Uhr, gilt ein um 20 Prozent gesenkter Arbeitspreis — in Salzburg sind das 5,27 Cent je Kilowattstunde. Voraussetzung ist, dass Ihr Zähler viertelstundenscharf misst und der Netzbetreiber die Werte ausliest. Ohne diese Freischaltung läuft der Rabatt an Ihnen vorbei, obwohl der Zähler ihn technisch könnte.

    Eine Einschränkung, die in Werbetexten meist fehlt: Nach § 5 Abs. 1b SNE-V gilt der Sommer-Nieder-Arbeitspreis nicht für Mengen, die einer Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft zugeordnet sind. Die beiden Rabatte addieren sich also nicht auf dieselbe Kilowattstunde — für den Anteil aus der Gemeinschaft gilt der Abschlag von 57 beziehungsweise 28 Prozent, für den Rest Ihres Verbrauchs der Sommertarif.

  3. Die Einstufung des Zählpunkts prüfen

    Netzebene, Zählertyp und verrechnetes Messentgelt stehen auf der Abrechnung des Netzbetreibers. Ein Wechselstromzähler kostet nach § 10 Abs. 1 SNE-V höchstens 1,00 € im Monat, ein Drehstromzähler höchstens 2,40 € — verrechnet wird nicht immer das, was verbaut ist. Dazu kommen Positionen wie die Tarifschaltung, die nach einem Geräteausbau oft weiterläuft.

Ab 2027 wird anders abgerechnet als heute.

Das Elektrizitätswirtschaftsgesetz (BGBl. I Nr. 91/2025) weitet den Leistungspreis mit 1. Jänner 2027 auf die Netzebene 7 aus — dann zählt zusätzlich, wie viel Leistung Sie in Ihrer höchsten Viertelstunde beziehen, und nicht mehr nur, wie viele Kilowattstunden zusammenkommen. Und schon mit 1. Oktober 2026 lösen die vier Nahebereiche der gemeinsamen Energienutzung die heutigen Energiegemeinschaften ab; bestehende Gemeinschaften werden übergeführt, neu gründen muss niemand. Wie hoch die Abschläge dann sind, ist noch nicht verordnet. Bis dahin gelten die Sätze, mit denen diese Seite rechnet.

Wir machen das für Sie — und zwar alles davon. Wir lesen Ihre Netzabrechnung Position für Position gegen die Verordnung, beantragen die Viertelstundenwerte beim Netzbetreiber, suchen eine Energiegemeinschaft in Ihrem Trafo- oder Umspannbereich und begleiten den Beitritt. Die Prüfung kostet Sie nichts, und wenn nichts zu holen ist, sagen wir Ihnen das auch.

Netzkosten prüfen lassen

Häufige Fragen zu Netzkosten in Salzburg

Wer ist in Salzburg mein Netzbetreiber?

Für den größten Teil des Bundeslandes ist es die Salzburg Netz GmbH, eine hundertprozentige Tochter der Salzburg AG. Ihr Versorgungs- und Konzessionsgebiet erstreckt sich nach eigener Angabe über das gesamte Bundesland Salzburg mit Ausnahme von Bereichen im Großarltal, in Hofgastein und in Neukirchen am Großvenediger, wo örtliche Betreiber wie das Elektrizitätswerk Bad Hofgastein oder die Lichtgenossenschaft Neukirchen zuständig sind. Ihren Stromlieferanten können Sie frei wählen, den Netzbetreiber nicht: Der hängt an der Adresse Ihres Zählpunkts.

Wie hoch sind die Netzkosten in Salzburg 2026?

Auf der Netzebene 7 ohne Leistungsmessung verrechnet der Netzbereich Salzburg 6,59 Cent je Kilowattstunde Netznutzung, dazu 54 Euro Pauschale im Jahr, 0,357 Cent je Kilowattstunde Netzverlustentgelt und höchstens 2,40 Euro im Monat für die Messung. Ein Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden kommt damit auf 325,95 Euro Netzkosten im Jahr, ohne Energiepreis, Elektrizitätsabgabe und Umsatzsteuer. Alle Ansätze stehen in der Systemnutzungsentgelte-Verordnung, in Kraft seit 1. Jänner 2026.

Sind die Netzkosten in Salzburg 2026 wirklich gesunken?

Ja. Die E-Control weist für Salzburg einen Rückgang von rund neun Prozent aus, während die Netzentgelte für Haushalte österreichweit im Schnitt um 1,3 Prozent steigen und im Burgenland um 15,9 Prozent. Die Salzburg Netz GmbH beziffert den Rückgang bei der Summe aus Netznutzungs- und Netzverlustentgelt mit 3,5 bis 16,2 Prozent, je nach Netzebene. Als Gründe nennt die Regulierungsbehörde die Stabilisierung des Stromverbrauchs und zusätzliche Erlöse, etwa aus dem grenzüberschreitenden Stromtransit. Im Österreichvergleich bleibt Salzburg trotzdem auf Platz 5 von dreizehn Netzbereichen.

Warum ist der Netzanschluss in Salzburg so teuer?

Das Netzbereitstellungsentgelt beträgt in Salzburg 293,63 Euro je Kilowatt vereinbarter Anschlussleistung und ist damit der höchste Wert aller Netzbereiche Österreichs. Zum Vergleich: In Klagenfurt sind es 265,33 Euro, in Wien 235,47 Euro und in Vorarlberg 167,00 Euro. Der Betrag fällt einmalig an, beim erstmaligen Anschluss und bei jeder Erhöhung der vereinbarten Anschlussleistung. Warum er ausgerechnet in Salzburg am höchsten liegt, geht aus der Verordnung nicht hervor; sie nennt den Preisansatz, nicht seine Herleitung.

Was kostet es, für eine Wärmepumpe die Anschlussleistung zu erhöhen?

Bei einer Erhöhung von 8 auf 14 Kilowatt werden sechs zusätzliche Kilowatt verrechnet, in Salzburg also 6 mal 293,63 Euro und damit 1.761,78 Euro einmalig. Dazu kommt das Netzzutrittsentgelt, das die tatsächlichen Kosten der Herstellung abdeckt und nicht aus einer Tabelle ablesbar ist. Dieselben sechs Kilowatt kosten in Vorarlberg 1.002,00 Euro. Vor dem Antrag zahlt sich die Prüfung aus, ob die vorhandene Leistung nicht doch reicht; das klären Sie mit Ihrem Elektrounternehmen und dem Netzbetreiber.

Hat Salzburg zwei Netzbereiche wie Tirol oder die Steiermark?

Nein. Die Systemnutzungsentgelte-Verordnung kennt für das Bundesland nur den Netzbereich Salzburg, während Tirol zusätzlich den Bereich Innsbruck und die Steiermark den Bereich Graz führt, jeweils mit eigenen Preisen. In Salzburg gilt vom Pinzgau bis zur Landeshauptstadt derselbe Preisansatz. Dass innerhalb eines Netzbereichs mehrere Netzbetreiber tätig sein können, ändert daran nichts, weil der Tarif am Netzbereich hängt und nicht an dem Unternehmen, das die Rechnung schreibt.

Wie viele Energiegemeinschaften gibt es in Salzburg?

Das Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen zählt mit Stand März 2026 knapp 400 Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften in Betrieb sowie 732 gemeinschaftliche Erzeugungsanlagen. Rechnet man die Bürgerenergiegemeinschaften dazu, ergeben sich 1.267 laufende Energiegemeinschaften mit über 19.700 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Im Frühjahr 2024 war im Bundesland erst die hundertste Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft gefeiert worden, woran sich ablesen lässt, wie schnell diese Zahl gewachsen ist.

Wo bekomme ich in Salzburg Beratung zu Energiegemeinschaften?

Das Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen, kurz SIR, bietet in Kooperation mit dem Land Salzburg kostenlose Beratung und Information zu Energiegemeinschaften an und begleitet Initiativen bei der Gründung. Das Team ist unter energiegemeinschaften@salzburg.gv.at erreichbar. Diesen Weg können Sie ohne uns gehen, und viele Gemeinden und Vereine tun das auch. Wenn Sie die Formulare, die Zuordnung der Zählpunkte und die Abstimmung mit dem Netzbetreiber lieber abgeben, übernehmen wir das für Sie.

Wie viel bringt eine Energiegemeinschaft in Salzburg konkret?

Für jene Menge, die Ihnen aus der Gemeinschaft zugeordnet wird, sinkt der Arbeitspreis im Lokalbereich um 57 Prozent, in Salzburg also von 6,59 auf 2,83 Cent je Kilowattstunde. Liegt die Erzeugungsanlage weiter weg, aber unter derselben Umspannebene, sind es 28 Prozent. Entscheidend ist das Wort zugeordnet: Der Rabatt gilt für den Anteil Ihres Verbrauchs, der tatsächlich aus der Gemeinschaft gedeckt wird, und nicht für den ganzen Jahresverbrauch. Wie groß dieser Anteil ausfällt, hängt davon ab, wann die Anlage erzeugt und wann Sie verbrauchen.

Wie komme ich an den Sommer-Nieder-Arbeitspreis von 5,27 Cent?

Von 1. April bis 30. September gilt zwischen 10 und 16 Uhr ein um 20 Prozent gesenkter Arbeitspreis, in Salzburg also 5,27 statt 6,59 Cent je Kilowattstunde. Die Verordnung knüpft ihn an eine Bedingung: Die Mengen in diesem Zeitfenster müssen elektronisch gemessen und vom Netzbetreiber ausgelesen werden. Die Umstellung auf viertelstündliche Werte beantragen Sie beim Netzbetreiber und nicht beim Stromlieferanten, für Haushalte ist sie kostenlos. Ohne diese Freischaltung läuft der Rabatt an Ihnen vorbei, obwohl der Zähler ihn technisch könnte.

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Quellen

Alle Preisansätze dieser Seite stammen aus den folgenden Stellen. Die Jahressummen sind daraus gerechnet, nicht abgeschrieben.

  1. Systemnutzungsentgelte-Verordnung 2018 (SNE-V 2018), Fassung BGBl. II Nr. 305/2025 — § 5 Abs. 1 Z 6 (Netznutzung), § 6 lit. b (Netzverlust), § 7 (Netzbereitstellung), § 10 (Messleistungen) (abgerufen 25. August 2026)
  2. E-Control, Presseinformation „Nur leicht steigende Stromnetzentgelte für 2026" — vom 18. Dezember 2025 (abgerufen 25. August 2026)
  3. E-Control, Strom- und Gaspreismonitor — Stichtag 1. Jänner 2026 (abgerufen 25. August 2026)
  4. Salzburg Netz GmbH, Preisblätter Strom (abgerufen 25. August 2026)
0800 88 44 92 Analysegespräch