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Netzkosten in Tirol: der eine Fall, in dem die Landeshauptstadt teurer ist

Tirol hat zwei Netzbereiche, und ausgerechnet Innsbruck ist der teurere von beiden. Diese Seite rechnet beide Bereiche Position für Position durch, ordnet den Anstieg von 10,9 Prozent zum Jänner ein und zeigt, was nach dem Wegfall des Doppeltarifs an Spielraum bleibt.

Netzentgelte in Tirol auf einen Blick

  • 6,81 Cent je kWh Netznutzung
    Netzebene 7, ohne Leistungsmessung
  • 331,41 € Netzkosten pro Jahr
    bei 3.500 kWh, ohne Steuern
  • Platz 6 von 13 Netzbereichen
    günstigster zuerst gereiht
  • −15,63 € gegenüber dem Mittel
    aller Netzbereiche Österreichs

Preisansätze aus der Systemnutzungsentgelte-Verordnung 2018 (SNE-V 2018), Fassung BGBl. II Nr. 305/2025, in Kraft seit 1. Jänner 2026. Netzbereich Tirol, abgerechnet von der TINETZ-Tiroler Netze GmbH. Die Jahressumme ist aus Arbeitspreis, Pauschale, Netzverlustentgelt und Messentgelt gerechnet — ohne Energiepreis, Elektrizitätsabgabe und Umsatzsteuer.

Zwei Netzbereiche, und der teurere ist die Landeshauptstadt

Tirol gehört zu jenen fünf Bundesländern, in denen der Netzpreis nicht am Land hängt, sondern an der Adresse. Den weitaus größeren Teil versorgt die TINETZ-Tiroler Netze GmbH aus Thaur, eine hundertprozentige Tochter der TIWAG. Nach ihren eigenen Netzkennzahlen sind das zum 31. Dezember 2025 rund 254.000 Zählpunkte und 12.483 Kilometer Systemlänge.

Der zweite Bereich ist Innsbruck, wo die Innsbrucker Kommunalbetriebe AG abrechnet: nach eigenen Angaben rund 81.000 Kundinnen und Kunden auf 173 Quadratkilometern. Zum IKB-Netz zählen neben dem Stadtgebiet die Gemeinden Aldrans, Lans, Mutters, Natters, Patsch und Sistrans sowie Teile von Rum und Schönberg. Weil die Gemeindegrenze nicht überall die Netzgrenze ist, hält die IKB eine Übersichtskarte bereit; auf der Netzabrechnung steht ohnehin, wer abrechnet.

Interessant wird es beim Preis. In Innsbruck kostet die Netznutzung 8,03 Cent je Kilowattstunde, im Bereich Tirol 6,81 Cent, macht bei 3.500 Kilowattstunden rund 48 Euro im Jahr. In den anderen Bundesländern mit zwei Netzbereichen läuft es andersherum: Graz rechnet günstiger als die Steiermark, Linz günstiger als Oberösterreich, Klagenfurt günstiger als Kärnten. Innsbruck ist der einzige Fall, in dem die Landeshauptstadt über ihrem eigenen Bundesland liegt.

Teurer im Betrieb, günstiger beim Anschluss. Beim einmaligen Netzbereitstellungsentgelt dreht sich das Bild: Die IKB verrechnet 176,42 Euro je Kilowatt, der Bereich Tirol 193,00 Euro. Wer neu anschließt oder wegen einer Wärmepumpe aufstockt, fährt in Innsbruck also günstiger.

10,9 Prozent mehr seit Jänner

Für den Netzbereich Tirol weist die E-Control zum 1. Jänner 2026 einen Anstieg von 10,9 Prozent aus und nennt in ihrer Information vom 18. Dezember 2025 Tirol und das Burgenland als jene beiden Bereiche mit den stärksten Anstiegen, begründet mit zusätzlichen Investitionen. Im Österreichschnitt verteuerten sich die Netzentgelte für Haushalte dagegen um rund 1,3 Prozent oder etwa 5 Euro im Jahr.

Trotz dieses Sprungs steht Tirol nicht am oberen Ende: In der Reihung aller Netzbereiche liegt der Bereich Tirol auf Platz 6 von 13 und damit 15,63 Euro unter dem österreichischen Mittel, Innsbruck auf Platz 10. Wie es 2027 weitergeht, lässt sich heute nicht sagen, weil die Entgelte jedes Jahr neu verordnet werden. Was der aktuelle Stand für eine konkrete Rechnung bedeutet, steht auf unserer Seite zur Prüfung der Stromrechnung.

Warum Tirol bei der Kostenwälzung ein eigener Fall ist

Das Übertragungsnetz auf den Netzebenen 1 und 2 kennt in der Verordnung nicht ein Österreich, sondern drei Bereiche: Österreich, Tirol und Vorarlberg. § 3 SNE-V legt fest, welcher Anteil der Kosten dieser obersten Ebenen nach unten weitergegeben wird und damit am Ende bei den Kunden der Verteilernetze landet. Im Bereich Österreich sind das 31 Prozent, in Vorarlberg 55 Prozent, in Tirol 100 Prozent. Der jeweils verbleibende Rest wird den direkt angeschlossenen Entnehmern zugewiesen, also Betrieben, die unmittelbar am Hochspannungsnetz hängen.

Für Tirol bleibt von den Kosten der obersten Ebene also nichts bei direkt angeschlossenen Großabnehmern liegen. Warum die Verordnung gerade diese Sätze festlegt, steht dort nicht, und wir wollen es auch nicht hineindeuten. Die Systematik dahinter erklärt unsere Seite zu den Netzkosten allgemein.

Seit 1. April gilt ein einziger Arbeitspreis

Bis 31. März 2026 galten in Tirol für nicht leistungsgemessene Kunden der Netzebene 7 noch Doppeltarife, also getrennte Hoch- und Niederentgelte, die die Novelle 2026 nur als Übergangslösung stehen gelassen hat. Seit 1. April wird auch beim Netzanteil mit einem einzigen Arbeitspreis verrechnet, und für Haushalte mit Nachtspeicherheizung oder nachtstromgeschalteter Wärmepumpe fällt der günstigere Nachtansatz weg. Die nächste Jahresabrechnung deckt damit einen Zeitraum ab, in dem zwei Tarifstrukturen gegolten haben: bis Ende März zwei Arbeitspreise mit zwei getrennten Mengen, ab April einer. Ob die Mengen an dieser Nahtstelle sauber getrennt wurden, sieht man nur, wenn man beide Abschnitte einzeln nachrechnet.

Als Zeitrabatt bleibt der Sommer-Nieder-Arbeitspreis: von 1. April bis 30. September zwischen 10 und 16 Uhr um 20 Prozent gesenkt, im Bereich Tirol also 5,45 statt 6,81 Cent und in Innsbruck 6,42 statt 8,03 Cent. Dafür braucht es die Zustimmung zur Auslesung mehrerer Tageswerte und, wenn noch kein Opt-In für den Smart Meter gewählt wurde, einen Antrag beim Netzbetreiber. Für die Novelle 2027 hat die E-Control bereits eine neue Entgeltstruktur angekündigt; wie sie aussieht, ist offen.

464 Energiegemeinschaften, und ein Rabatt, der nicht für alle gilt

Tirol ist bei den Energiegemeinschaften weit gekommen. Anfang 2026 zählte das Land 774 gemeinschaftliche Erzeugungsanlagen, 464 Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften und 178 Bürgerenergiegemeinschaften, von der EEG Rum über die EEG Lechtal bis zur landesweit offenen BEG-TIROL eGen. Das Land selbst betreibt seit August 2025 mit der TIWAG-Tochter TINEXT eine eigene Bürgerenergiegemeinschaft für den Strom aus 52 Photovoltaikanlagen auf Landesgebäuden.

Beim Rabatt kommt es auf die Rechtsform an. § 5 Abs. 1a SNE-V senkt den Arbeitspreis für Teilnehmer einer Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft im Lokalbereich um 57 Prozent, in Tirol also auf 2,93 Cent und in Innsbruck auf 3,45 Cent, im Regionalbereich um 28 Prozent. Eine Bürgerenergiegemeinschaft darf zwar über Netzgrenzen hinweg arbeiten, bekommt diesen Abschlag aber nicht. Und er gilt immer nur für die Menge, die Ihnen aus der Gemeinschaft zugeordnet wird.

Anlaufstelle im Land ist die Energieagentur Tirol, die als Koordinationsstelle auftritt und für kleinere Gemeinschaften ein kostenloses Abrechnungstool bereitstellt; über 40 Tiroler Gemeinden setzen inzwischen auf das Modell. Eine eigene Landesförderung speziell für den Beitritt zu einer Energiegemeinschaft haben wir für Tirol nicht gefunden.

Was das Land zuschießt und was es nicht zuschießt

Zwei Landesförderungen sind für 2026 einschlägig, beide betreffen aber nicht das Netzentgelt:

  • Heizkostenzuschuss 2026/2027 — 250 Euro je Haushalt, beantragbar zwischen 1. Mai und 31. Oktober 2026 bei der Abteilung Soziales des Amtes der Tiroler Landesregierung, ausbezahlt einmalig ab September. Die Einkommensgrenze liegt bei 1.435 Euro netto für eine Person und steigt gestaffelt bis 2.965 Euro für vier Personen.
  • Richtlinien Stromspeicher 2026 — rund eine Million Euro für die Nachrüstung bestehender Photovoltaikanlagen mit einem Speicher und für die Erweiterung bestehender Speicher.

Der Zuschuss ist eine Sozialleistung und ändert am Arbeitspreis nichts, die Speicherförderung senkt die Menge aus dem Netz und nicht den Preis je Kilowattstunde. Mitnehmen kann man beides trotzdem. Was sich sonst ohne Anbieterwechsel senken lässt, steht unter Fixkosten senken ohne Anbieterwechsel, die übrigen Ansätze beim Strom unter Stromkosten senken.

Was Sie in Tirol für das Netz zahlen — nachgerechnet

Ein Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden im Jahr, Netzebene 7 ohne Leistungsmessung — der Normalfall in einer Wohnung oder einem Einfamilienhaus. Alle Ansätze stehen in der Verordnung, die Summe rechnet diese Seite daraus.

Netzkosten in Tirol bei 3500 kWh Jahresverbrauch
Position Ansatz Pro Jahr
Netznutzungsentgelt, Arbeitspreis 6,81 Cent/kWh 238,35 €
Netznutzungsentgelt, Pauschale 54,00 € pro Jahr 54,00 €
Netzverlustentgelt 0,29 Cent/kWh 10,26 €
Entgelt für Messleistungen 2,40 € pro Monat 28,80 €
Netzkosten gesamt 331,41 €

Das Messentgelt ist gedeckelt: § 10 Abs. 1 SNE-V erlaubt höchstens 2,40 € im Monat für eine Drehstromzählung. Die TINETZ-Tiroler Netze GmbH verrechnet laut Preisblatt 2,40 € und schöpft den Rahmen damit voll aus. Dazu kommen auf der Rechnung noch Energiepreis, Elektrizitätsabgabe und 20 Prozent Umsatzsteuer, die nicht am Netzbereich hängen.

Tirol hat zwei Netzbereiche — der Preis hängt an der Adresse, nicht am Bundesland.

Neben dem Netzbereich Tirol gilt in Tirol der Netzbereich Innsbruck mit 8,03 Cent je Kilowattstunde. Für denselben Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden sind das 379,71 € im Jahr statt 331,41 € — ein Unterschied von 48,30 €, für den niemand etwas kann und den man auch nicht verhandeln kann. Auf Ihrer Rechnung steht, welcher Bereich für Sie gilt.

Tirol im Vergleich mit allen Netzbereichen Österreichs

Dieselbe Kilowattstunde, dasselbe Netz, dieselbe Regulierungsbehörde — und zwischen dem günstigsten und dem teuersten Netzbereich liegen 173,58 € im Jahr. Das ist keine Anbieterfrage: Wechseln kann man den Netzbetreiber nicht.

Netzkosten aller Netzbereiche bei 3500 kWh Jahresverbrauch
# Netzbereich Cent/kWh Pro Jahr
1 Vorarlberg 4,96 260,56 €
2 Graz 5,17 286,78 €
3 Linz 5,57 294,56 €
4 Oberösterreich 6,29 321,43 €
5 Salzburg 6,59 325,95 €
6 Tirol 6,81 331,41 €
7 Klagenfurt 6,90 344,53 €
8 Wien 6,98 348,96 €
9 Burgenland 8,46 378,90 €
10 Innsbruck 8,03 379,71 €
11 Niederösterreich 8,79 401,25 €
12 Steiermark 8,82 403,26 €
13 Kärnten 9,67 434,13 €

Der Sondernetzbereich Kleinwalsertal ist hier nicht aufgeführt: Er wird aus Deutschland versorgt und liegt mit 17,73 Cent weit außerhalb der Reihe — als Vergleichsmaßstab würde er das Bild verzerren.

Drei Ansätze, die in Tirol tatsächlich etwas bewegen

Am Tarif selbst lässt sich nichts verhandeln, er ist verordnet. Beeinflussbar sind die Voraussetzungen, unter denen er auf Sie angewendet wird.

  1. Energiegemeinschaft: 57 Prozent weniger Arbeitspreis

    § 5 Abs. 1a SNE-V senkt den Arbeitspreis für Teilnehmer einer Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft um 57 Prozent im Lokalbereich und um 28 Prozent im Regionalbereich. In Tirol hieße das statt 6,81 nur noch 2,93 Cent je Kilowattstunde. Der Rabatt gilt allerdings nur für den Anteil, der tatsächlich aus der Gemeinschaft kommt — nicht für den ganzen Jahresverbrauch. Das wird in Werbetexten regelmäßig verwechselt.

  2. Sommer-Nieder-Arbeitspreis: 5,45 statt 6,81 Cent

    Von 1. April bis 30. September, jeweils zwischen 10 und 16 Uhr, gilt ein um 20 Prozent gesenkter Arbeitspreis — in Tirol sind das 5,45 Cent je Kilowattstunde. Voraussetzung ist, dass Ihr Zähler viertelstundenscharf misst und der Netzbetreiber die Werte ausliest. Ohne diese Freischaltung läuft der Rabatt an Ihnen vorbei, obwohl der Zähler ihn technisch könnte.

    Eine Einschränkung, die in Werbetexten meist fehlt: Nach § 5 Abs. 1b SNE-V gilt der Sommer-Nieder-Arbeitspreis nicht für Mengen, die einer Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft zugeordnet sind. Die beiden Rabatte addieren sich also nicht auf dieselbe Kilowattstunde — für den Anteil aus der Gemeinschaft gilt der Abschlag von 57 beziehungsweise 28 Prozent, für den Rest Ihres Verbrauchs der Sommertarif.

  3. Die Einstufung des Zählpunkts prüfen

    Netzebene, Zählertyp und verrechnetes Messentgelt stehen auf der Abrechnung des Netzbetreibers. Ein Wechselstromzähler kostet nach § 10 Abs. 1 SNE-V höchstens 1,00 € im Monat, ein Drehstromzähler höchstens 2,40 € — verrechnet wird nicht immer das, was verbaut ist. Dazu kommen Positionen wie die Tarifschaltung, die nach einem Geräteausbau oft weiterläuft.

Ab 2027 wird anders abgerechnet als heute.

Das Elektrizitätswirtschaftsgesetz (BGBl. I Nr. 91/2025) weitet den Leistungspreis mit 1. Jänner 2027 auf die Netzebene 7 aus — dann zählt zusätzlich, wie viel Leistung Sie in Ihrer höchsten Viertelstunde beziehen, und nicht mehr nur, wie viele Kilowattstunden zusammenkommen. Und schon mit 1. Oktober 2026 lösen die vier Nahebereiche der gemeinsamen Energienutzung die heutigen Energiegemeinschaften ab; bestehende Gemeinschaften werden übergeführt, neu gründen muss niemand. Wie hoch die Abschläge dann sind, ist noch nicht verordnet. Bis dahin gelten die Sätze, mit denen diese Seite rechnet.

Wir machen das für Sie — und zwar alles davon. Wir lesen Ihre Netzabrechnung Position für Position gegen die Verordnung, beantragen die Viertelstundenwerte beim Netzbetreiber, suchen eine Energiegemeinschaft in Ihrem Trafo- oder Umspannbereich und begleiten den Beitritt. Die Prüfung kostet Sie nichts, und wenn nichts zu holen ist, sagen wir Ihnen das auch.

Netzkosten prüfen lassen

Häufige Fragen zu Netzkosten in Tirol

Wer ist in Tirol mein Netzbetreiber?

Das hängt an Ihrer Adresse. Den größten Teil des Landes versorgt die TINETZ-Tiroler Netze GmbH mit Sitz in Thaur, eine hundertprozentige Tochter der TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG. Im Raum Innsbruck rechnet die Innsbrucker Kommunalbetriebe AG ab, kurz IKB. Zu deren Netzgebiet gehören neben dem Stadtgebiet die Gemeinden Aldrans, Lans, Mutters, Natters, Patsch und Sistrans sowie Teile von Rum und Schönberg. Die Gemeindegrenze ist nicht überall auch die Netzgrenze; die IKB stellt dafür eine Übersichtskarte bereit, und der Name des Netzbetreibers steht auf Ihrer Netzabrechnung.

Warum ist Innsbruck teurer als das übrige Tirol?

Die Verordnung führt Innsbruck als eigenen Netzbereich, weil dort mit der IKB ein eigener Netzbetreiber abrechnet, dessen Kosten die E-Control gesondert prüft. Für 2026 ergibt das einen Arbeitspreis von 8,03 Cent je Kilowattstunde gegenüber 6,81 Cent im Bereich Tirol, also 1,22 Cent Unterschied. Bei 3.500 Kilowattstunden im Jahr sind das 379,71 statt 331,41 Euro Netzkosten. Warum die Kostenbasis eines dichten Stadtnetzes hier höher ausfällt als im Flächennetz, begründet die Behörde in der Verordnung nicht im Einzelnen.

Wie hoch sind die Netzkosten in Tirol 2026?

Im Netzbereich Tirol setzen sich die Netzkosten aus vier Positionen zusammen: 6,81 Cent je Kilowattstunde Netznutzung auf der Netzebene 7 ohne Leistungsmessung, 54 Euro Pauschale im Jahr, 0,293 Cent je Kilowattstunde Netzverlustentgelt und höchstens 2,40 Euro im Monat für die Messung. Für einen Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden ergibt das 331,41 Euro im Jahr, ohne Energiepreis, Elektrizitätsabgabe und Umsatzsteuer. Im Bereich Innsbruck sind es mit denselben Nebenposten 379,71 Euro. Alle Ansätze stehen in der Systemnutzungsentgelte-Verordnung, in Kraft seit 1. Jänner 2026.

Um wie viel sind die Netzentgelte in Tirol heuer gestiegen?

Die E-Control weist für den Netzbereich Tirol zum 1. Jänner 2026 einen Anstieg von 10,9 Prozent aus. In ihrer Information vom 18. Dezember 2025 nennt die Behörde Tirol und das Burgenland als jene beiden Bereiche mit den stärksten Anstiegen und führt das auf zusätzliche Investitionen zurück. Im Österreichschnitt stiegen die Netzentgelte für Haushalte dagegen nur um rund 1,3 Prozent, was die Behörde mit etwa 5 Euro im Jahr beziffert. Verhandeln lässt sich daran nichts, die Ansätze sind verordnet.

Was bedeutet der Wegfall des Doppeltarifs am 1. April 2026?

Bis 31. März 2026 galten in Tirol für nicht leistungsgemessene Kunden der Netzebene 7 noch getrennte Hoch- und Niederentgelte, die die Novelle 2026 nur als Übergangslösung stehen gelassen hat. Seit 1. April wird auch beim Netzanteil mit einem einzigen Arbeitspreis verrechnet. Wer eine Nachtspeicherheizung oder einen Boiler mit Nachtstromschaltung betreibt, verliert damit den günstigeren Nachtansatz beim Netz. Auf der nächsten Jahresabrechnung stehen deshalb zwei verschiedene Tarifstrukturen nebeneinander, und die Mengen müssen an dieser Nahtstelle sauber getrennt sein.

Was bringt der Sommer-Nieder-Arbeitspreis in Tirol?

Von 1. April bis 30. September gilt zwischen 10 und 16 Uhr ein um 20 Prozent gesenkter Arbeitspreis: 5,45 statt 6,81 Cent je Kilowattstunde im Bereich Tirol und 6,42 statt 8,03 Cent in Innsbruck. Voraussetzung ist, dass Ihr Zähler mehrere Tageswerte aufzeichnet und Sie der Auslesung zustimmen. Wer noch kein Opt-In für den Smart Meter gewählt hat, muss den Antrag beim Netzbetreiber stellen, nicht beim Stromlieferanten. Nach dem Wegfall des Nachttarifs ist das der einzige verbliebene Zeitrabatt beim Netzentgelt.

Tirol hat das niedrigste Netzverlustentgelt Österreichs. Wie viel macht das aus?

Mit 0,293 Cent je Kilowattstunde liegt der Bereich Tirol unter allen Netzbereichen, für die überhaupt ein Wert verordnet ist; nur im Burgenland stehen 0,000 Cent. Für einen Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden sind das 10,26 Euro im Jahr. In Wien werden für dieselbe Position 24,50 Euro fällig, in Innsbruck 15,86 Euro. Der Posten deckt den Strom ab, der auf dem Weg durch Leitungen und Umspanner verloren geht und den der Netzbetreiber zukaufen muss. Er ist allerdings die kleinste der vier Positionen und dreht die Gesamtrechnung nicht.

Lohnt sich eine Energiegemeinschaft in Tirol?

Für den Anteil des Verbrauchs, der Ihnen aus der Gemeinschaft zugeordnet wird, sinkt der Arbeitspreis im Lokalbereich um 57 Prozent, also auf 2,93 Cent im Bereich Tirol und auf 3,45 Cent in Innsbruck. Im Regionalbereich sind es 28 Prozent. Entscheidend ist das Wort Anteil: Der Abschlag gilt nie für den ganzen Jahresverbrauch. Anfang 2026 zählte Tirol 464 Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften, die Auswahl ist also da. Ob eine davon für Ihren Zählpunkt in Frage kommt, hängt daran, an welchem Trafo und unter welchem Umspannwerk Sie hängen.

Bringt eine Bürgerenergiegemeinschaft denselben Rabatt?

Nein. Der Abschlag auf das Netznutzungsentgelt nach § 5 Abs. 1a SNE-V ist an Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften geknüpft, die räumlich an Trafo oder Umspannwerk gebunden sind. Eine Bürgerenergiegemeinschaft darf über diese Grenzen hinweg arbeiten und ist deshalb organisatorisch einfacher, bekommt dafür aber keinen Netzentgelt-Rabatt. Ihr Vorteil liegt beim Energiepreis, nicht beim Netz. In Tirol gab es Anfang 2026 bereits 178 solcher Bürgerenergiegemeinschaften, darunter die des Landes Tirol mit der TIWAG-Tochter TINEXT. Wer wegen der Netzkosten beitritt, sollte vorher wissen, welche der beiden Formen er vor sich hat.

Was kostet ein neuer Netzanschluss in Tirol?

Das Netzbereitstellungsentgelt beträgt im Bereich Tirol 193,00 Euro je Kilowatt vereinbarter Anschlussleistung, in Innsbruck 176,42 Euro. Es fällt einmalig an, beim Anschluss oder bei einer Erhöhung der Leistung. Wer wegen einer Wärmepumpe von 8 auf 14 Kilowatt aufstockt, zahlt für die zusätzlichen 6 Kilowatt also 1.158,00 Euro im Bereich Tirol und 1.058,52 Euro in Innsbruck. Dazu kommt das Netzzutrittsentgelt für die tatsächlichen Herstellungskosten. Vor einer Erhöhung lohnt die Frage, ob die höhere Leistung wirklich gebraucht wird.

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Quellen

Alle Preisansätze dieser Seite stammen aus den folgenden Stellen. Die Jahressummen sind daraus gerechnet, nicht abgeschrieben.

  1. Systemnutzungsentgelte-Verordnung 2018 (SNE-V 2018), Fassung BGBl. II Nr. 305/2025 — § 5 Abs. 1 Z 6 (Netznutzung), § 6 lit. b (Netzverlust), § 7 (Netzbereitstellung), § 10 (Messleistungen) (abgerufen 25. August 2026)
  2. E-Control, Presseinformation „Nur leicht steigende Stromnetzentgelte für 2026" — vom 18. Dezember 2025 (abgerufen 25. August 2026)
  3. E-Control, Strom- und Gaspreismonitor — Stichtag 1. Jänner 2026 (abgerufen 25. August 2026)
  4. Innsbrucker Kommunalbetriebe AG, Preisblatt Netzebene 7 (abgerufen 25. August 2026)
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